Mittwoch, 31. Juli 2013

Die Liste

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler in der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, Sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollten sie neben die Namen schreiben. Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin. Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den einzelnen aufgeschrieben hatten.

Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. “Wirklich?”, hörte man flüstern, “Ich wusste gar nicht, dass ich irgendjemandem was bedeute!” und “Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen”, waren die Kommentare. Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen.

Einige Jahre später war einer der Schüler in Vietnam gefallen und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt oder gekannt hatte, ging am Sarg vorbei und erwies ihm die letzte Ehre. Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Soldaten, die den Sarg trugen, zu ihr: “Waren Sie Marks Mathe Lehrerin?” Sie nickte: “Ja”. Dann sagte er: “Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen.” Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt. Marks Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. “Wir wollen Ihnen etwas zeigen”, sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. “Das wurde gefunden, als Mark gefallen ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen.” Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinandergefaltet worden war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten. “Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben”, sagte Marks Mutter. “Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt.”

Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte ein bisschen und sagte: “Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Lade in meinem Schreibtisch”. Chucks Frau sagte: “Chuck bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben.” “Ich habe meine auch noch”, sagte Marilyn. “Sie ist in meinem Tagebuch.” Dann griff Vicki, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. “Ich trage sie immer bei mir”, sagte Vicki und meinte dann: “Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt.”

Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte. Sie weinte um Mark und für alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen würden. Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben eines Tages endet und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird. Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind. Sag es ihnen, bevor es zu spät ist.
(Verfasser unbekannt)

Montag, 29. Juli 2013

Best of GLÜCK UND ERFOLG - Teil 3

Nach "Teil 1 - Tipps zur Persönlichkeitsentwicklung" und "Teil 2 - Glauben und Spiritualität" ist nun auch der dritte Teil als Ebook erschienen.

Sechs Kapitel aus diesen dritten Teil waren bisher unveröffentlicht und wurden exklusiv für dieses Buch geschrieben. Diesmal steht der Humor im Vordergrund. Ausnahmen bilden lediglich das erste Kapitel über Souveränität und der anschließende Dreiteiler, in dem es um das Entdecken der eigenen Berufung geht. Ihr erfahrt, warum man als Musiker leichter Frauen aufreissen kann und welche Probleme ich als Mann mit meiner Ernährung habe, wenn meine Partnerin verreist ist. Der Witz eines Missionars aus Äquatorial-Guinea und Kuriositäten aus Politik, Kunst und Fußball sind ebenfalls Gegenstand dieses Buches.

Zu den Highlights gehören sicherlich die fiktiven Gespräche zwischen Helmut Kohl und Loddar Matthäus. Das besondere dabei: Sie unterhalten sich in englischer Sprache um ihre linguistischen Fähigkeiten zu trainieren. Was dabei herauskommt, schlägt dem Fass den Boden aus. Nirgendwo verwenden sie die korrekte englische Grammatik, sondern übertragen eins zu eins die deutschen sprachlichen Gepflogenheiten auf brutalste Weise. Endgültig verhunzt wird die englische Sprache durch solch groben Unfug, wie er eigentlich nie und nimmer passieren darf: Sie übersetzen Eigennamen wortwörtlich! Wer also sein mühsam erworbenes Schulenglisch mal so richtig versauen möchte, für den sind die entsprechenden Kapitel genau das Richtige!

Genau wie der zweite Teil gibt des auch dieses Ebook für 0,99 € bei neobooks, Amazon, iTunes und vielen anderen Portalen. Auch eine kostenlose Leseprobe findet Ihr dort.

Freitag, 26. Juli 2013

Das eigene Leben verändern durch umgekehrte Betrachtung

Möchtest Du in Deinem Leben etwas verändern? Bereitet es Dir Schwierigkeiten, Dich aus einem unerwünschten Zustand zu lösen und Dich einem neuen zuzuwenden? Dann hätte ich einen Vorschlag für Dich: Kehre Deine Betrachtung um!

Stell Dir mal bildhaft vor, welches Leben Du wirklich führen möchtest. Lass alle Beschränkungen weg und verzichte auf alle Argumente, warum dieses oder jenes nicht gehen könnte. Was möchtest Du beruflich machen? Wie sähe diese Beziehung im Idealfall aus? Was möchtest Du in Deinem Leben noch alles erreichen? Je konkreter, desto besser! Stell Dir ein Bild vor, in dem Du Dich rundum wohl fühlst.

Ich schlage das aus folgendem Grund vor: Normalerweise befindest Du Dich in einer Situation, die Dir nicht gefällt und bemühst Dich, diesen Zustand zu verbessern. Es ist aber gar nicht so einfach, aus etwas Schlechtem was einigermaßen Vernünftiges zu machen und aus etwas einigermaßen Vernünftiges was Hervorragendes. Du hast dabei immer die Betrachtungsweise von unten nach oben und hast auch eine dementsprechende Vorstellung, dass Du Dich mühsam “nach oben arbeiten musst”.

Jetzt verlässt Du diese Sichtweise und betrachtest Dein Bild von oben, also von der Idealposition aus. Du siehst es aus der Perspektive, wie Du es haben willst und es gut für Dich wäre. Und dann kannst Du Dir die Frage stellen, welche eine Abweichung nach unten für Dich immer noch o.K. wäre. In vielen Dingen kann man durchaus einen Kompromiss zu schließen und trotzdem ist das Gesamtbild noch gut. An irgendeinem Punkt wirst Du dann eine Grenze finden. Wenn Du diese Grenze unterschreitest, würde Dir etwas Wesentliches fehlen. Du hast Dir jetzt einen Bereich geschaffen, den Du als Deinen künftigen Lebensbereich definierst und der liegt zwischen dieser Untergrenze und Deinem Idealbild.

Wenn es Dir jetzt noch gelingt, innerhalb dieses Bildes so zu fühlen, als wenn Du es bereits als Realität erleben würdest, dann wirst Du es auch genau so erfahren. Sollte es mit dem Fühlen nicht klappen, hilft Dir vielleicht mein Beitrag “Wie und wann erfüllt sich ein Wunsch?” weiter.

Foto © : Christian Seidel / PIXELIO

Mittwoch, 24. Juli 2013

Haben negative Gefühle überhaupt einen Sinn?


Um Gefühle überhaupt wahrnehmen zu können, benötigen wir eine emotionale Spannungsdifferenz. Wenn wir ausschließlich zufrieden wären, würden wir das gar nicht wahrnehmen. Erst wenn wir auch einen anderen Zustand als den der Zufriedenheit erleben, könnten wir das richtig einordnen.
Stellt Euch vor, jemand wächst in einem Land auf, in dem die Temperatur gleich bleibend 20° Celsius beträgt - Tag und Nacht, Sommer wie Winter! Wenn derjenige nie an einen Ort käme, an dem unterschiedliche Temperaturen herrschen, hätte er keine Vorstellung davon, was "warm" bedeutet. Erst wenn er einen Temperaturwechsel erlebt, entsteht für ihn "warm" und "kalt".
Bei unseren Gefühlen ist es nicht anders. Wir erleben ein Gefühl erst durch die Veränderung der Zustände. Diese Spannungsdifferenz gibt es allerdings nicht nur durch den Wechsel zwischen einem positiven und einem negativen Gefühl, sondern auch bei unterschiedlichen positiven Emotionen, z.B. der Wechsel zwischen Zufriedenheit, Begeisterung und Genuss.
Wenn es Dir gelingt, alle eigenen seelischen Blockaden vollständig zu lösen, ist es möglich, fast nur noch zwischen den einzelnen positiven Emotionen hin und her zu jumpen – aber auch nur fast! Hundertprozentig kannst, sollst und darfst Du das gar nicht erreichen. Alle negativen Emotionen total aus Deinem Leben zu verbannen wäre fatal! Sie erfüllen den wichtigen Zweck, Dein Überleben zu sichern.
Man kann alle Gefühle in zwei Hauptgruppen unterteilen: Belohnungsgefühle und Vermeidungsgefühle. Die Belohnungsgefühle führen Dich zu etwas hin und die Vermeidungsgefühle führen Dich von etwas weg. Wenn Du die Straße überquerst und ein Auto kommt auf Dich zugerast, sorgt ein Vermeidungsgefühl dafür, Dich mit einem Sprung in Sicherheit zu bringen. Gäbe es dieses Gefühl nicht, wärst Du schon längst tot.
Aber nicht alle Vermeidungsgefühle sind gut für uns. Die meisten entstehen durch Denkfehler und falsche Beurteilungen der Situation. Wenn ich das erkenne, kann ich daran etwas ändern. Es sollte also nicht unser Ziel sein, grundsätzlich alle negativen Gefühle in positive zu verwandeln, sondern nur die unangemessenen. Davon gibt es allerdings eine ganze Menge.

Foto © : Carmen Waßer

Montag, 22. Juli 2013

Wann und wie erfüllt sich ein Wunsch?

Unsere äußere Realität ist nach dem Resonanzgesetz ein Spiegelbild dessen, was sich in unserem Inneren abspielt. Alles, worauf ich meine Aufmerksamkeit lenke, bekommt Energie, wächst und wird in unserem Leben zur Realität. Wie kommt es dann aber, dass sich trotzdem viele Wünsche und Ziele nicht erfüllen, obwohl wir sie positiv und präzise formulieren?

Nehmen wir aber mal an, Du hättest ein finanzielles Problem, bei dem Du Deine Existenz als gefährdet ansiehst und wünscht Dir daher dringend das erforderliche Geld. Da für Dich die Notwendigkeit das Geld zu bekommen sehr hoch ist, wirst Du immer ein Mangelgefühl dabei haben, das ist gar nicht zu vermeiden. Es realisiert sich aber nicht das, was Du Dir wünschst, sondern alles, worauf Du Deine Aufmerksamkeit lenkst. Du hast Deinen Focus unbewusst auf den Mangel ausgerichtet und bestellst Dir daher noch mehr Geldprobleme. Das Ergebnis ist, dass der Mangel dann in Deinem Leben widergespiegelt wird.

Wann erfüllt sich denn nun Dein Wunsch und wann nicht? Dafür gibt es eine einfache Formel: Ist die Wahrscheinlichkeit höher als die Notwendigkeit, erfüllt sich Dein Wunsch. Ist jedoch die Notwendigkeit höher als die Wahrscheinlichkeit, passiert das Gegenteil. Es gibt also grundsätzlich zwei Möglichkeiten, dieses Verhältnis zu Deinen Gunsten zu verändern: Die eine ist die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit und die andere die Reduzierung der Notwendigkeit.

In meinem Beitrag “Wie man es schafft, jedes Problem zu knacken” habe ich schon darauf hingewiesen, dass die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit äußerst mühsam ist. Aber fast alle Erfolgskonzepte bauen darauf auf. Man versucht die eigenen Schöpferkräfte zu stärken um so das Gefühl von Unfähigkeit und Machtlosigkeit zu beseitigen. Ich selbst habe es jahrelang versucht und bin regelmäßig gescheitert.

Daher mein Rat an Euch: vergesst es! Selbst wenn Du Dir das Ziel immer wieder positiv suggerierst und affirmierst, was das Zeug hält, es wir Dir nichts nützen. In dem Fall kommst Du mit dem klassischen positiven Denken nicht weiter. Auch die Methoden aus “The Secret”, „The Law of Attraction“ oder „Bestellungen an das Universum“ greifen hier nicht. Ganz im Gegenteil - der Schuss geht nach hinten los! Das alles funktioniert hervorragend bei Zielen, die keine existentielle Bedeutung haben. Daher will ich diese Methoden auch nicht kritisieren. Vieles davon ist für bestimmte Lebensbereiche gut anwendbar. Außerdem haben diese Bücher das Bewusstsein verbreitet, dass wir Schöpfer unserer eigenen Realität sind. Insofern bin ich dankbar dafür, dass es sie gibt.


Die Lösung liegt eindeutig in der Reduzierung der Notwendigkeit. Es gibt 7 Grundbedürfnisse des Menschen, die erfüllt sein müssen. Ist eines davon gefährdet, schlagen unsere Instinkte Alarm. Es hat auch keinen Zweck, gegen diese Instinkte anzukämpfen. Es ist aber eine Tatsache, dass 99 % unserer Probleme auf einem Denkfehler, bzw. einer falschen Beurteilung begründet sind. Um auf das Beispiel „Geld“ zurückzukommen: Eines der 7 Grundmotive heißt „Überlebenssicherung“. Dieses Motiv ist bereits erfüllt, wenn wir genug zu essen, zu trinken und einen warmen und sauberen Schlafplatz haben.

In Westeuropa muss niemand verhungern oder erfrieren. Aber nur darum geht es unseren Instinkten in Wirklichkeit. Habe ich einen Berg voll Schulden und weiß nicht, wie ich sie zurückzahlen kann, reagieren meine Instinkte aufgrund falscher Informationen meines Emotionalgehirnes so, als wäre mein Überleben gefährdet. Die einzige Chance besteht für mich darin, meinem Unterbewusstsein klar zu machen, dass mein Grundbedürfnis trotz der Schulden erfüllt ist. Damit habe ich die Notwendigkeit heruntergefahren und kann mir Geld mit einem positiven Gefühl wünschen. Auch das Loslassen klappt dann, was bei hochgefahrener Notwendigkeit unmöglich ist.

Fotos:
“Schau mir in die Augen Oldi ...” © : Karl-Heinz Laube / PIXELIO
“Jetzt bin ich mal dran” © : Bbroiango / PIXELIO

“Viele Münzen und Geldscheine” © : Frank Ulbricht /
PIXELIO

Freitag, 19. Juli 2013

Wie man es schafft, jedes Problem zu knacken

Problemlösungsstrategien gibt es wie Sand am Meer. Neben vielem wertlosen Blödquatsch gibt es sicherlich auch ein paar brauchbare Konzepte. Interessanterweise funktionieren die meisten nur bei kleineren Problemen und versagen bei den größeren. Die vorgeschlagenen Wege sind uns zwar auf kognitiver Ebene klar, aber irgendwie kriegen wir die Sache nicht vom Kopf ins Gefühl. Eine kritische Instanz in unserem Inneren verhindert, dass die neu gewonnenen Erkenntnisse unser Unterbewusstsein erreichen. Unser Problem ist als Gefühl gespeichert und im unserem Unterbewusstsein verankert.

Ich kenne genügend Leute, die sich Affirmationen reinziehen, bis die Birne qualmt. Aber das Problem will nicht weichen und manifestiert sich stattdessen umso schlimmer. Andere schicken ihren Wunsch nach Problemlösung als “Bestellung an das Universum”. Wenn statt des Erhofften dann noch mehr Probleme geliefert werden, verstehen sie die Welt nicht mehr. Wenn Euch die bisherigen Strategien nicht zum gewünschten Ergebnis geführt haben, wird es jetzt einfach mal Zeit für einen neuen Blickwinkel. In diesem Beitrag und dem folgenden mit dem Titel “Wann und wie erfüllt sich ein Wunsch?” verrate ich Euch einige verblüffende Tricks, wie man die Sache mit seinem Unterbewusstsein klar kriegt.

Für manchen von Euch ist die folgende Denkweise sicherlich etwas ungewohnt, aber ich definierte den Begriff „Problem“ mal mit einer mathematischen Gleichung:

Problem = Ziel x Notwendigkeit x Machtlosigkeit

Wenn Du jetzt einen der drei Faktoren auf Null setzt, existiert das Problem auf einmal nicht mehr. Es löst sich komplett in Luft auf. Wenn kein Ziel mehr da ist, hast Du logischerweise auch kein Problem. Ist das Ziel zwar vorhanden, aber es ist Dir nicht so wichtig, ob Du Dein Ziel erreichst oder nicht, hast Du auch kein Problem. Bist Du Dir in einem Gefühl von Fähigkeit absolut sicher, Dein Ziel zu erreichen, hast Du ebenfalls kein Problem.

Die meisten Methoden zielen darauf ab, die Machtlosigkeit zu beseitigen. Man versucht den Glauben an sich selbst und die eigenen Schöpferkräfte zu stärken. Dieser Weg kann sehr anstrengend sein. Wenn nach Teilerfolgen auf einmal harte Rückschläge kommen, ist das ziemlich entmutigend.
Es gibt einen berühmten Satz in der Bibel: “Alle Dinge sind dem möglich, der glaubt!” Dieser Aussage stimme ich voll und ganz zu. Aber wie stelle ich es an, einen solchen Glauben zu aktivieren? Wie gelange ich zu der Überzeugung, dass ich mein Ziel hundertprozentig erreiche und dabei kein Stück zweifle? Machen wir uns doch nichts vor, das ist alles andere als leicht! Bei einfachen Spielereien habe ich das auch schon hingekriegt, aber noch nie bei Dingen, die für mich wirklich wichtig waren.

Einige östliche Religionen lehren, dass es gut ist, seine Ziele runter zu fahren, nach dem Motto „akzeptiere alles was ist, sei bescheiden und habe keine Ansprüche“. Ich habe festgestellt, dass ich mich bei diesem Weg auf Dauer auch nicht wohl fühle.

Ein paar von meinen Lesern sind begeistert vom “LOL²A-Prinzip”. René Egli hat sicherlich einige sehr interessante Sachverhalte zum Thema “Realitätsgestaltung” dargelegt. Mit seiner extremen “hier-und-jetzt-Philosophie” kann ich aber ehrlich gesagt nix anfangen. Klar, es ist oft hilfreich, seine Aufmerksamkeit stärker auf den Augenblick zu lenken. Vergangenheit und Zukunft völlig zu ignorieren und sich überhaupt keine Ziele mehr zu setzen, entspricht aber nach meiner Auffassung nicht der Natur des Menschen. Wir haben die Veranlagung, uns weiter zu entwickeln, vorwärts zu kommen und sind mit einem “Neulandinstinkt” ausgestattet. Die Menschen, die solche Aspekte nicht wahrhaben wollen, sind in meinen Augen Meister im Verdrängen.

Es ist bisher komischerweise noch kaum einer auf die Idee gekommen, bei der Notwendigkeit anzusetzen. Aber gerade das funktioniert am Besten. 99 % der Probleme beruhen nämlich auf einem Denkfehler, der die Notwendigkeit auf ein unangemessenes Level hievt. Wenn ich diesen Denkfehler korrigiere und ins Gefühl bringe, macht mein Unterbewusstsein auch keinen Stress mehr.

Fotos:
“Verschlossenes Tor” © : Carmen Waßer
“Wer hat die Kokosnuss genackt?” © :
Gabi Eder / PIXELIO

Donnerstag, 18. Juli 2013

Stärke Deine Stärken (Teil 3)


EichelhäherAm nächsten Tag machte sich Adler Makani auf den Weg zu seinem Termin. Am großen Wald angekommen, suchte er nach dem vereinbarten Treffpunkt. “Dieses Baumhaus müsste es sein!”, dachte er bei sich und läutete. Zum Vorschein kam ein Eichelhäher. “Ich habe einen Termin bei Herrn Markwart!”, sagte Makani aufgeregt. “Der bin ich!”, antwortete der Eichelhäher und fuhr mit mit einem freundlichen Lächeln fort: “Schön, dass wir uns nun auch mal persönlich kennenlernen! Hier in unserem Wald sind wir übrigens alle ‘per Du’. Wenn das für dich okay ist, dann halten wir das auch so.” “Ja gerne! Ich heiße Makani!” “Herzlich Willkommen, Makani! Ich bin Magolves!”
Makani war positiv überrascht von der herzlichen Freundlichkeit des Eichelhähers. Auch die überaus positive Ausstrahlung von Magolves machte es Makani leicht, offen mit ihm über sein Anliegen zu sprechen: “Was kann man machen, wenn man nur noch frustriert ist?” “Was löst bei dir denn diesen Frust aus?” “Ach, eigentlich alles, was mit meinem Beruf zu tun hat!”, antwortete Makani ratlos.

“Nachdem ich vor drei Jahren mein Trainingsprogramm für Führungskräfte absolviert hatte, machte ich mir große Hoffnung auf eine berufliche Karriere. Ich bewarb mich bei mehreren vielversprechenden Stellen, bekam aber meistens direkt eine Absage. Bei den wenigen Vorstellungsgesprächen, zu denen ich eingeladen wurde, konnte ich nicht überzeugen. Also griff ich auf einen drittklassigen Job zurück, der total unterbezahlt war. Irgendetwas musste ich ja machen. Sehr schnell wurde es mir langweilig. Ich schmiss den Job hin und nahm eine neue Stelle an. Das wiederholte sich öfters. Nie blieb ich länger als ein Jahr in der selben Firma. Egal, was ich anfange, alle ist nur noch öde!”

Steinadler“Was macht dir in deinem Leben am meisten Spaß?”, wollte Magolves wissen. “In meinem Beruf gar nichts! So richtig gut fühle ich mich nur nach Feierabend, wenn ich frei durch die Lüfte schweben kann. Spaß habe ich auch, wenn ich meine Mannschaft trainiere, oder wir an einem Wettkampf teilnehmen.” “Du trainierst eine Mannschaft? Welche denn?” “Die C-Jugend des VFL Powerflug!” “Wow, das ist eine gute Mannschaft. Ich habe von ihr gehört!”, sagte Magolves anerkennend. “Wie lange bist du dort schon Trainer?” “Vor drei Jahren habe ich die Mannschaft übernommen und sie hat sich seitdem gut entwickelt”, erklärte Makani stolz. “Als ich anfing, waren wir Vorletzter und haben es trotzdem geschafft, zum Saisonende einen Platz im vorderen Tabellendrittel zu erreichen. Im darauffolgenden Jahr gelang uns das ebenfalls, obwohl uns einige Leistungsträger nicht mehr zur Verfügung standen, weil sie zur B-Jugend abwanderten. In diesem Jahr wurden wir sensationell Vizemeister und gehören nun in der nächsten Saison zur ersten Liga. Die Jungs sind einfach super!”

Makani lobte in der Folgezeit seine Mannschaft in den höchsten Tönen. Als er fertiggeredet hatte, äußerte Magolves einen interessanten Gedanken: “Mir ist etwas aufgefallen! Während du von dem Frust in deinem Beruf erzählt hast, hingen deine Flügel schlaff herunter. Aber sobald es um deine Mannschaft ging, richtete sich dein gesamter Körper auf, deine Flügel bekamen Kraft und deine Augen fingen an zu leuchten. Deine Begeisterung hat sich regelrecht auf mich übertragen und ich hätte dir noch stundenlang zuhören können. Könntest du dir vorstellen, auch beruflich etwas in diesem Bereich zu machen?”

“Davon hatte ich schon als Kind immer geträumt aber das ist wohl leider nicht realistisch!”, meinte Makani entmutigt. “Ich kann das wohl als Hobby ausüben, aber daraus einen Beruf machen? Dafür ist der Markt zu klein. Mein gesamter Bekanntenkreis hat mir davon abgeraten. Der Onkel meines Vaters hatte mal etwas Ähnliches versucht und ist damit kläglich gescheitert. Deshalb hat mich mein Vater immer davor gewarnt.”

“Dein Vater hat es sicher gut gemeint!”, meinte Magolves verständnisvoll. “Er wollte dich vor Schaden bewahren. Aber selbst Väter können sich irren! Auch wenn es manchmal gut ist, den Rat anderer anzunehmen, es ist nicht immer das Beste. In deinem Fall wäre es gut, wenn du auf dein Herz hören würdest.” “Und was ist, wenn es nicht klappt?”, sagte Makani unsicher. “Ob es klappt, das weißt du erst, wenn du es ausprobiert hast! Wer etwas wagt, kann möglicherweise scheitern! Wenn du nichts wagst und alles beim Alten lässt, dann verläuft auch dein Leben in Zukunft so wie bisher. ‘Erfolg’ heißt nichts anderes, als das es eine ‘Folge’ von etwas Bestimmten ist. Nur wenn du die entsprechenden Voraussetzungen schaffst, dann ‘folgt’ das gewünschte Ergebnis - es ‘er-folgt’! Du kannst dir vielleicht nicht sicher sein, ob genau das geschieht, was du dir wünscht, wenn du etwas in deinem Leben änderst. Du kannst dir aber sicher sein, dass nichts passiert, wenn du nichts änderst.”

“Ich glaube, ich hab’s kapiert!”, erkannte Makani nun selbst. “Nehmen wir an, ich hätte eine Realisierungschance von 70 Prozent, dann läge die Gefahr des Scheiterns bei 30 Prozent. Dieses Risiko hielt mich bisher davon ab, meinen Traum zu wagen. Verzichte ich aber darauf, es einzugehen, dann liegt auch meine Chance bei Null. Wenn ich es wage, dann kann ich gewinnen oder verlieren. Wage ich es aber nichts, dann kann ich überhaupt nicht gewinnen und bin immer der Verlierer.” “That’s it!”, stimmte Magolves ihm zu. “Vor diesem Punkt stand ich auch mal!” “Vor welchem Punkt?”, wollte Makani wissen. “Geht es um deinen Beruf als Coach?” “Nein! Ich habe vor einigen Jahren meinen Traum realisiert und bin nun zusätzlich Coach, weil ich anderen helfen möchte, das gleiche zu tun!” “Und was war dein Traum?”

“Schon seit meiner Kindheit träumte ich davon, als Comedian aufzutreten. Ich entdeckte schon sehr früh meine Fähigkeit, die Stimmen anderer Tiere zu imitieren und hatte Spaß an Satire. Wie es in meiner Familie gang und gäbe war, übte ich zunächst einen Beruf im Sicherheitsbereich aus. Aber so sehr ich mich auch bemühte, ich konnte meinen Job nie so gut ausfüllen wie mein Vater. Er war in unserem heimatlichen Wald ein wahrer Held und hatte vielen Tieren das Leben gerettet. Ich erinnere mich noch gut an eine verheerende Feuersbrunst, die große Teile unseres Waldes komplett vernichtete. Als Kind musste ich damals miterleben, wie Bäume vollständig in Flammen aufgingen. Ich war total erschrocken, als ich aus der Ferne einen großen Knall hörte, als würde irgendetwas auseinander bersten. Mein Vater hatte einen siebten Sinn für entstehende Gefahrensituationen und schlug rechtzeitig Alarm. Alle Tiere konnten rechtzeitig entfleuchen und haben auf diese Weise überlebt. Ich hatte großen Respekt vor meinem Vater und seinen Leistungen, aber ich konnte in dieser Hinsicht nicht einmal annähernd mit ihm mithalten. Erst viel später erkannte ich meine wahren Begabungen und bin inzwischen damit äußerst erfolgreich. Ich liebe es, andere zum Lachen zu bringen und sie mit meiner Satire aus ihren gewohnten Denkschemen herauszuholen. Eines Tages waren bei einem meiner Auftritte einige Katzen unter den Zuschauern. Wer die Branche kennt, der weiss nur zu gut, dass Katzen äußerst anspruchsvolle Wesen sind und sie sofort abhauen würden, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Aber sie blieben bis zum Schluss und gaben mir sogar ‘Standing Ovations’. Da war mir klar: Ich hatte es geschafft!” Makani zeigte sich beeindruckt von Magolves Geschichte: “Deine Erlebnisse machen mir Mut, es auch anzupacken.” Makani setzte in der Folgezeit sein Vorhaben um und lebte seine Berufung.

Wie ein Adler im WindSoweit die Geschichte! Was mit Makanis Kollegen passiert ist, weiß ich nicht. Haben Eichhörnchen und Ente irgendwann den Dreh gekriegt, oder lebten sie auch weiterhin ihr langweiliges Leben? Wurde der Hase wieder gesund? Ist Qualle noch etwas anderes eingefallen, als bloß rumzuschleimen? Ich habe keine Ahnung! Denkt Euch doch einfach Eure eigene Geschichte aus und gestaltet sie so, wie Ihr möchtet. Aber vor allem: Gestaltet Eure eigene Geschichte - erkennt Eure Berufung und lebt Euren Traum!

Fotos:
“Heimische Vögel 16” © : Dieter Haugk / PIXELIO

Steinadler” © : Axel Heuting / PIXELIO
“QWie ein Adler im Wind ...
” © : Joujou / PIXELIO

Mittwoch, 17. Juli 2013

Stärke Deine Stärken (Teil 2)

Drei Jahre später organisierten die ehemaligen Absolventen des Trainingsprogramms ein Klassentreffen. Es fand in dem Pavillon statt, der in der Nähe des damaligen Übungsgelände lag. Schon während ihrer Ausbildungszeit trafen sie sich dort öfters, um sich über ihre Lernfortschritte auszutauschen oder auch einfach mal ein Schwätzchen zu halten.

Wasser ist noch kalt“Was ist eigentlich mit Lampe? Kommt der noch?”, wollte die Ente Roberta wissen. Nun war schon über eine halbe Stunde vergangen und der Hase war immer noch nicht eingetroffen. “Oh sorry, ich vergaß völlig euch zu sagen, dass sie Lampe nicht raus lassen!”, informierte das Eichhörnchen Jack die anderen. “Letzte Woche hab ich ihn in der Klinik besucht. Es geht ihm gar nicht gut!” Jack runzelte seine Stirn. “Wie konnte es überhaupt so weit kommen?”, fragte Roberta mit leiser Stimme und hatte dabei einen traurigen Gesichtsausdruck.

Jack beugte sich ein wenig nach vorn: “Lampe hatte ja bereits während unserer Ausbildung immer einen depressiven Touch. Als er dann in der praktischen Prüfung im Schwimmen eine Fünf und beim Fliegen sogar eine Sechs bekam, gingen bei ihm die Lichter aus. Er fühlte sich als totaler Versager und sah alles nur noch negativ. Das wurde mit der Zeit immer schlimmer. Als ich ihn besuchte, saß er im Garten der Klinik zwischen zwei Bäumen auf dem Moos. Er starrte mich nur apathisch an und brummte irgendwas vor sich hin, wie ‘Bringt doch alles nichts!’ Dann fing er auf einmal an zu graben. Auf meine Frage, warum er das machen würde, meinte er nur, er suche nach dem Kristall - irgend so ein magischer Stein, der ihm helfen sollte, aus seiner Misere rauszukommen.”

“Das hört sich wirklich nicht gut an!”, meinte Roberta besorgt. “Ich denke, Lampe ist einfach das Opfer unserer kalten Leistungsgesellschaft geworden.” “Das sehe ich auch so!”, stimmte Jack zu. “Wir sind zwar nicht so abgedreht wie Lampe, aber dieser ganze Karrierezirkus entmutigt auch mich so langsam immer mehr. In meinem Job komme ich mir nur noch vor wie eine Nummer.” “Wenn du was erreichen willst, dann musst du eben was leisten!”, widersprach ihm die Qualle Ivan. “Dazu braucht man einen eisernen Willen, Disziplin und Teamfähigkeit.” “Das glaubst du doch wohl selbst nicht!”, unterbrach ihn Jack und schüttelte mit dem Kopf. “Ich denke eher, dass für einen guten Posten ganz andere Qualitäten erforderlich sind: Nach oben kriechen und gleichzeitig nach unten treten, ein wenig herumschleimen hilft sicher auch. Und wenn es dann immer noch nicht geklappt hat, kann man ja noch die maßgeblichen Leute bestechen.” “Was redest du für einen Müll?”, reagierte Ivan entrüstet. “Du bist ja bloß neidisch!” “Auf dich?”, rief Jack spöttisch. “Nur weil du dich hochgeschleimt hast. Du denkst wohl, du wärst hier der Schnirkelkönig, oder was?”

Fressendes Eichhörnchen“Jungs, haltet den Ball flach!”, versuchte der Adler Makani die Kontrahenten zu besänftigen. “Das bringt doch nichts, wenn ihr euch gegenseitig an die Gurgel geht. Außerdem wollte ich mir von euch nicht den netten Abend versauen lassen. Lasst uns lieber über alte Zeiten quatschen, einen trinken und Spaß haben.” “Ich trinke keinen Alkohol!”, sagte das Eichhörnchen. “Letztes Jahr bin ich zu den Mormonen konvertiert und lebe seitdem abstinent.” Ente Roberta schaute verwundert: “Du und abstinent? Früher hast du doch immer …!” Sie kam gar nicht dazu, ihren Satz zu Ende zu sprechen, weil sie von Jacks lautem Gelächter unterbrochen wurde: “Ich hab dich nur verarscht! Du hättest mal dein Gesicht sehen müssen. Hast du wirklich geglaubt, ich wäre zu den Mormonen übergetreten?” Jacks fing erneut an zu lachen und steckte die anderen damit an. Nun war das Eis gebrochen. Für den Rest des Abends hatten die früheren Ausbildungskollegen ihren Spaß.

Nur Makani wirkte zwischendurch immer wieder ziemlich ernst. Jack bemerkte seine nachdenkliche Stimmung: “Was ist los, Makani? Du machst so einen gedankenverlorenen Eindruck!” “Ach, ich grüble schon seit Wochen darüber nach, welchen Sinn das alles machen soll, jeden Tag aufzustehen, um einem Job nachzugehen, der total öde ist. Vor kurzem war ich bei einem Therapeuten, weil ich mich völlig überlastet fühlte und den Eindruck hatte, langsam aber sicher in Richtung Burnout zu steuern. Nach diesem Gespräch wurde mir klar, dass der Grund für meine mangelnde Energie nicht Überlastung ist, sondern genau das Gegenteil. In Wirklichkeit ist mir langweilig! Ich habe das Gefühl, völlig unter meinen Möglichkeiten zu bleiben und am Eigentlichen vorbeizugehen. Im tiefsten Inneren möchten ich etwas anderes leben, weiß aber nicht, wie ich das anstellen soll. Die vielen Sachzwänge halten mich davon ab, das zu tun, was ich mir wünsche.”

“Das Leben ist nun mal so!”, warf Jack ein. “Nur wenige haben das Glück, das tun zu können, was sie wollen. Uns wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als uns mit dem zu begnügen, was wir haben. Um überhaupt einen Job zu haben, müssen wir nun mal die Erwartungen der maßgeblichen Leute erfüllen.” Makani sah das völlig anders: “Damit gebe ich mich nicht zufrieden! Ich erwarte mehr vom Leben. Morgen habe ich einen Termin bei einem Coach, der im großen Wald lebt. Ich hoffe, dass der mir weiterhelfen kann.” Makani sah Jack an, dass dieser keine Lust hatte, weiter darauf einzugehen. Deshalb beendete er das Thema, prostete seinen Freunden zu und alle erlebten zusammen noch einen lustigen Abend.

Fotos:
“Wasser ist noch kalt” © : Ulrich Velten / PIXELIO

Fressendes Eichhörnchen” © : Marlene B. (me) / PIXELIO

Dienstag, 16. Juli 2013

Stärke Deine Stärken (Teil 1)


FersengeldEin deutscher Manager errichtete im Reich der Tiere ein Institut für die Ausbildung von Führungskräften. Er entwickelte ein Trainingskonzept, durch welches das Tier mit den besten Leistungen ermittelt werden sollte. An dem Trainingsprogramm nahmen der Adler, die Ente, der Hase, das Eichhörnchen und die Qualle teil. Die Tiere wurden intensiv geschult und auf ihre Abschlussprüfung vorbereitet. Alle bekamen die gleiche Aufgabenstellungen: einen Baum hochklettern, von der Baumkrone herunterfliegen, einen Teich durchschwimmen und um den Teich laufen.

Zeig deine KrallenEs war herrlich anzusehen, wie der Adler am ersten Trainingstag majestätisch durch die Lüfte schwebte. Die anderen Disziplinen bereiteten ihm allerdings erhebliche Schwierigkeiten. Beim Lauf um den Teich verletzte er sich einen Flügel. Das führte zu einer deutlichen Beeinträchtigung beim Fliegen.

Anderen Tieren ging es ähnlich. Die Ente zerfetzte ihre Schwimmhäute beim Versuch, den Baum hochzuklettern, der Hase brach sich beim Flug von der Baumkrone seine Vorderläufe und das Eichhörnchen wäre beim Schwimmen beinahe abgesoffen. Durch ihre Blessuren waren die Tiere in ihren Spezialdisziplinen längst nicht mehr so gut wie vorher.

Nach wochenlangem hartem Training war das Programm beendet. Jetzt wurde ausgewertet und gerechnet. Wer hatte am Ende die Nase vorn? Die Tabellen vermittelten ein überraschendes Ergebnis: Klassenbester war die Qualle! Mit ihrer glitschigen, schleimigen Art erbrachte sie in allen Disziplinen halbwegs mittelmäßige Leistungen, mogelte sich durch die Prüfung und wurde so zum Sieger gekürt.

QualleDie Qualle nahm an einem weiteren Trainee-Programm teil und bekam anschließend einen Posten im mittleren Management eines bekannten deutschen Konzerns.

Die Ente bekam auf ihrem Abschlusszeugnis gerade noch eine vier im Klettern, weil sie sich immerhin bemüht hatte. Sie arbeitete weiter an ihrer Klettertechnik und bekam einen Job als stellvertretender Baumkletterer.

Ich kann posierenDas Eichhörnchen bewarb sich zwar ebenfalls um diesen Posten, entsprach aber nicht den Vorstellungen des Personalchefs. Aufgrund seiner Statur hätte es wahrscheinlich nicht das erforderliche Durchsetzungsvermögen für eine derartige Tätigkeit. Es gäbe aber noch eine freie Stelle in der Schwimmabteilung. Wenn sich das Eichhörnchen dort bewährt hätte, würde man weitersehen.

Der Hase machte sich schwere Vorwürfe. So sehr er sich auch anstrengte, er bekam die Sache mit dem Fliegen einfach nicht hin. Er fühlte sich als totaler Versager, erkrankte an einer Depression und wurde in eine geschlossene Klinik eingewiesen.

Der Adler hatte nach einigen erfolglosen Versuchen die Schnauze voll von der deutschen Karieremaschinerie. Jetzt hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, mal als Läufer, mal als Schwimmer. Im Gegensatz zu seinen Kollegen, hat er wenigstens noch Zeit für sein Hobby. Den ganzen Tag wartet er darauf, dass es endlich 17 Uhr wird. Dann kann er endlich das machen, wofür sein Herz schlägt. Er trainiert die C-Jugend des VFL Powerflug. Mit Leidenschaft und Hingabe gibt er seine Erfahrungen an die Kids weiter. Letztes Wochenende haben “seine Jungs” ein sensationelles Unentschieden gegen den Tabellenführer erzielt - und das sogar auswärts. Innerhalb von nur acht Monaten hat er die Mannschaft vom vorletzten Platz auf eine Position im oberen Tabellendrittel geführt. Schade, dass er nie auf die Idee gekommen ist, sich als Fluglehrer selbstständig zu machen. Er wäre sicherlich mit seiner genialen, selbst entwickelten Trainingsmethode auch über die regionalen Grenzen hinaus bekannt und erfolgreich geworden. Durch seine begeisternde und mitreißende Art, hätte er dem Nachwuchs für professionellen Flugsport zu einem wahren Segen werden können.

Was wäre, wenn Ente, Hase und Eichhörnchen nach einem Weg gesucht hätten, um ihre Gaben voll zu entfalten? Sie würden ihre Berufung leben und wären eine Bereicherung für andere.
Der Hase ist durchgeknallt, weil er seinen Focus ständig auf seinen Mangel gelenkt hat. Mit der Zeit erschienen ihm seine Defizite so übermächtig, dass er sein gesamtes Leben nur noch negativ bewertet hat. Die anderen leben in ihrer stumpfen Mittelmäßigkeit, gehen widerwillig einer Arbeit nach, die sie ankotzt und haben ihre Vision begraben. Die Chance für ein erfülltes Leben haben sie nicht ergriffen.

Zum Glück handelt es sich hier nur eine erfundene Tiergeschichte und hat nichts mit Dir und Deinem Leben zu tun - oder?

Nun habe ich für Euch noch zwei Videos. 2011 hat Irene Wolk in ihrem Blog online-erfolgreich-sein.de einen Beitrag mit meiner Geschichte ergänzt. Auf dem ersten YouTube-Video liest sie "Stärke Deine Stärken" vor.





Auf dem zweiten Video erzählt Dr. Eckart von Hirschhausen seine geniale Pinguin-Geschichte. Er hat völlig recht, wenn er sagt: “Stärken zu stärken ist so viel sinnvoller, als an seinen Schwächen herumzudoktern.” Auch eine andere Behauptung hat etwas für sich: “Wenn man als Pinguin geboren wurde, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus Dir in diesem Leben keine Giraffe.”




Fotos:
“Fersengeld” © : Paul Adam / PIXELIO

Zeig deine Krallen” © : Templermeister / PIXELIO
“Qualle
” © : Franz / PIXELIO
“Ich kann posieren” © : Peter Bohot / PIXELIO
“Echter Feldhase”
© : Kurt F. Domnik / PIXELIO

Montag, 15. Juli 2013

Souveränität - oder was wir von Sattelstörchen lernen können

Druck, Stress, Hektik und das Bemühen um die besten Plätze im täglichen Kampf um Erfolg und Anerkennung - kennt Ihr so etwas? Wie sieht eigentlich ein Leben voller Gelassenheit und Souveränität aus? Im Juni 2008 ist mir eine Antwort bei einem Ausflug zum Vogelpark Heiligenkirchen “zugeflogen”.

Tom Luca mit zwei Aras
Dort gibt es eine schöne Parkanlage, wo über 300 Tierarten aus aller Welt in großen Volieren und Freigehegen leben. Der Name lässt schon darauf schließen, dass es sich hier überwiegend um Vögel handelt. Wir sahen aber auch andere Tiere wie Präriehunde, Kängurus und Affen. Letztere zogen meinen Sohn Tom Luca magisch an. Diese Totenkopf- und Weißbüscheläffchen waren aber auch sehr putzig.

Um 15 Uhr gab es eine Führung inklusive Fütterung. Katja Mikus, die Biologin des Vogelparks, erzählte sehr informativ und liebevoll über das Verhalten der Tiere. Die Kinder hatten einen Riesenspaß. Sie durften nämlich alle beim Füttern helfen. Einige Vögel bekamen Körner, andere Brot, wieder andere Hühnchen. Das Füttern mit lebendigen Mehlwürmern war Tom Luca nicht ganz geheuer. Lauter Gekrieche auf der eigenen Hand - das sollten lieber die anderen Kinder machen.

Graupapagei
“Nah ran gehen - nicht aus der zweiten Reihe werfen”, hörte man Frau Mikus rufen. Verständlich, denn wer möchte schon einen Satz kriechender Mehlwürmer in seinen Kragen bekommen. Das Highlight für die Kinder und einige Erwachsene sollte aber noch kommen. Nach der Fütterung gingen wir zur Streichelwiese für Papageien. Die Vögel setzen sich auf die Schulter, fraßen aus der Hand und ließen sich problemlos streicheln.

So etwas sollte man aber nur in dem dafür vorgesehenen Bereich tun. Kurz hinter dem Eingangsbereich sitzt der Papagei Max. Der lässt sich nicht anfassen. Wenn man es trotzdem versucht, könnte es sein, dass er beißt. Ich habe beobachtet, wie er mit seinem starken Schnabel ganz locker eine harte Nuss geknackt hat. Es könnte also ziemlich unangenehm werden, wenn Max zuhackt.

Obwohl das Erlebnis mit den Papageien etwas Besonderes hatte, ist etwas anderes der Hauptgrund für meinen Bericht. Dazu müssen wir noch einmal zurück zur letzten Station der Fütterung. In einem Gehege mit ausschließlich afrikanischen Vögeln warteten Kormorane, Ibisse, Kraniche, Pfeifenten und Marabus auf ihre Fischration. Während Frau Mikus uns einige Erläuterungen gab, versuchte ein gieriger Pelikan, schon vorher den Fisch zu klauen. Hin und wieder bekam er von Frau Mikus einen Klaps auf seinen weit aufgerissenen Schnabel. So richtig half das aber nicht, denn er drängelte sich immer wieder vor. Dann wurden die Fische durch die Luft geworfen, und es entbrannte ein hektischer Kampf um die Futterstücke. Alle Vögel waren in heller Aufregung - mit einer Ausnahme:

Sattelstorch im Afrikagehege
Zwei Sattelstörche standen ganz cool in der zweiten Reihe und ließen sich nicht von den umher rennenden Tieren aus der Ruhe bringen. Mit enormer Sicherheit und meisterlichem Geschick fingen sie die Fische direkt aus der Luft, während die anderen sich mit dem begnügten, was in den Sand fiel. Wenn sie mal ausnahmsweise einen Fisch vom Boden aufhoben, fraßen sie ihn nicht sofort. Sie gingen einige Meter zurück zu einem Teich und wuschen den Fisch im Wasser. Die anderen Vögel verschlangen ihr sandiges Futter auf der Stelle, denn es galt ja, keine Zeit zu verlieren. Man könnte sonst den nächsten Fisch verpassen.

Sattelstörche im Afrikagehege
Auch durch ihre Größe waren sie den anderen Vögeln überlegen. Ein Sattelstorch kann bis zu 1,30 Meter lang werden mit einer Flügelspannweite von 2,50 Meter. Außer des Klapperns am Nest ist er ein stiller Vogel, allerdings ziemlich eitel. Der Schnabel ist schwarz-rot-gelb gefärbt. Man hätte ihn auch gut als Maskottchen für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nehmen können. Diese Idee hatten gleich mehrere Leute, weil am selben Tag noch das EM-Endspiel gegen Spanien stattfand.

Die darauf folgenden Tage hatte ich noch oft über das Erlebte nachgedacht. Das hektische Treiben der Vögel erinnerte mich stark an Situationen, wo eine “Fütterung” für uns Menschen stattfindet. Der Unterschied ist nur, dass keine Fische verteilt werden. Es geht um andere Dinge, die uns aber genauso wichtig sind, wie Fisch für die Vögel. Wir kämpfen darum, eine gute Ausgangsposition zu erhaschen und versuchen manchmal, uns auf Kosten anderer Menschen vorzudrängeln. Wenn dann das Geld anderer Leute, Anerkennung, gute Arbeitsplätze, lukrative Aufträge oder menschliche Zuwendungen “durch die Luft geworfen werden”, versuchen wir in hektischer Art und Weise, zu kriegen, was irgendwie geht. Und wenn es auf den Boden fällt und dabei sandig wird - egal, besser als gar nichts.

Die “Sattelstörche” unter uns haben solch ein Verhalten nicht nötig. Sie sind sich ihrer Stärke bewusst und nehmen sich einfach das, was sie brauchen. Hektisches Verhalten ist ihnen fremd. Sie brauchen sich nicht mit den anderen um die Brocken zu schlagen. Sie nutzen die Gunst der Stunde und fangen das auf, was das Leben ihnen zuwirft. Wenn doch mal was “in den Sand gesetzt wurde”, dann wird es halt “bereinigt” und man kann es anschließend wieder genießen.

Egozentrisches Verhalten voller Gier und ständiger Angst, zu kurz zu kommen, bringt uns nicht weiter. Menschen mit Vertrauen und Souveränität sind das Licht dieser Welt. Werden wir wie die Sattelstörche!

Fotos 1-2: © : Udo Michaelis 
Fotos 3-5: © : Vogelpark Heiligenkirchen

Freitag, 12. Juli 2013

Acht Wege, um am Glück vorbei zu laufen

“Glücklich der Mensch, der weise und urteilsfähig geworden ist! Er ist reicher als jemand, der Silber und Gold besitzt. Selbst die größten Schätze und die schönsten Perlen verblassen gegenüber dem Wert der Einsicht. Wer weise ist, wird lange leben und Reichtum und Ansehen erwerben. Ja, die Weisheit schenkt Glück und Sicherheit; sie allein gibt ein erfülltes Leben, und wer an ihr festhält, ist glücklich! Durch Weisheit schuf Gott die Erde, mit seinem Verstand entwarf er das Weltall. Seine Klugheit ließ die Quellen aus der Tiefe hervorsprudeln und Regen aus den Wolken fallen. Mein Sohn, achte darauf, dass du die Weisheit und Besonnenheit nie aus den Augen verlierst! Sie wird dein Leben erfüllen und dir Ansehen bei den Menschen geben. Dann kannst du sicher deinen Weg gehen, nichts bringt dich zu Fall.”
(Sprüche Salomos, Kapitel 3)

Viele Menschen versuchen ständig heraus zu finden, wo das Glück verborgen liegt. Manchmal macht es aber durchaus Sinn, wenn wir darüber nachdenken, wo das Glück nicht ist. Dazu habe ich etwas sehr Schönes in dem Roman “Wokini oder die Suche nach dem verborgenen Glück” von Nicholas Sparks und Billy Mills gefunden. Das Buch handelt von dem Indianerjungen David, der in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in einem Reservat aufwuchs. Seine Mutter starb, als er 11 Jahre alt war. Seine ältere Schwester übernahm sozusagen die Mutterrolle für ihn und seine jüngeren Geschwister. Drei Jahre später starb auch sie an einer Krankheit. Durch diesen erneuten Verlust eines geliebten Menschen, verfiel David in eine tiefe Depression. Er litt unsäglich an diesem Schmerz und dachte manchmal daran, seinem Leben ein Ende zu bereiten.

Nach einigen Wochen wünschte sich David, endlich wieder glücklich sein zu können - aber wie sollte das gehen, mit dieser Trauer? Vielleicht hatte sein Vater eine Antwort für ihn. Als er ihn um Hilfe bat, nahm dieser eine Schriftrolle aus der Schublade seines Schreibtisches. Sie bestand aus zerschlissenem Stoff und war von seinem Ururgroßvater, einem Medizinmann, bemalt worden. Er gab sie David mit den Worten: “Nimm sie an Dich und Du wirst lernen.” Sie enthielt sieben Bilder. Kein einziges Wort war darin geschrieben. Der Vater meinte: “Die Rolle zeigt Dir, wie Du in deinem Leben glücklich wirst.” Er forderte David auf, sie mit auf die Reise zu nehmen. David verstand gar nichts. Auf welche Reise sollte er gehen und wer könnte ihm den Sinn dieser Rolle entschlüsseln. “Jemand, der weiser ist als ich. Der Dich im Innersten berührt und mit Dir sprechen kann”, sagte der Vater.

David machte sich auf seine Reise und versuchte jemanden zu finden, der ihm helfen konnte. Nach mehreren erfolglosen Stationen gelangte er zu einem alten Mann, der in den Bergen lebte. Als David dem Mann sein Anliegen schilderte, stellte dieser ihm eine Aufgabe. Er solle die Leute fragen, was für sie Glück bedeute. Erst wenn er acht verschiedene Versionen gehört hätte, dürfe er wieder zurückkommen.

Nach zwei Tagen war die Aufgabe erfüllt. Der Mann wollte erfahren, was David herausgefunden hatte. David berichtete von einem älteren Mann, der sehr arm schien. Er beteuerte, dass er sich so lange kein Essen leisten könne, bis er einen Scheck von der Regierung bekäme. Er meinte, dass er glücklich wäre, wenn er mehr Geld hätte. „Wie hat diese Antwort auf Dich gewirkt?“ „Sie erschien mir unsinnig. Man kann mit Geld alles Mögliche kaufen, aber nicht das Glück. Viele arme Leute, die ich traf, waren genauso glücklich oder sogar noch glücklicher als reiche Leute. Tatsächlich hörte ich auf meiner Reise von einem reichen Mann, der Selbstmord begangen hat. Wenn man mit Geld allein glücklich wird, dann erkläre mir, warum er sich umbrachte.“ „Dafür gibt es keine Erklärung, es sei denn, Du lernst und glaubst, dass Glück nicht vom Geld abhängt, sondern von Dir selbst und Deiner Einstellung! Und was war die Zweite Antwort, die Du gefunden hast?“

„Ich traf einen Mann, der behauptete, dass er glücklich wäre, wenn er Ruhm erlangte. Er wollte Filmstar werden.“ „Erschien Dir diese Antwort sinnvoll?“ „Nein! Der Ruhm kann einen Menschen nicht glücklich machen, sonst wären alle Berühmtheiten glücklich. Meiner Meinung nach beschert der Ruhm zahlreiche Verpflichtungen und einige Vorteile, doch kein Glück.“

“Und wie lautet die dritte Antwort, auf die Du gestoßen bist?“ „Ich sprach mit einer jungen Frau, die allein in der Stadt lebt. Ich fragte sie, ob Geld und Ruhm sie glücklich machen würde, und sie sagte nein. Doch obwohl sie ein sehr angenehmes Leben führt, war sie ziemlich deprimiert. Erst wenn sie den richtigen Mann zum Heiraten finden würde, wäre sie glücklich.“ „Glaubst Du, dass sie Recht hatte?“ „Nein. Es ist zwar wichtig, den richtigen Lebenspartner zu haben, aber meiner Ansicht nach kann er einen nicht die ganze Zeit glücklich machen. Ich bin Menschen begegnet, die ihren Ehepartner liebten, aber das reichte nicht fürs Glück.“ „Wenn Du meinst, der andere Mensch könne Dich glücklich machen, ist das wie die Behauptung, jemand anders kontrolliere Deine Gefühle. Das Glücksgefühl hat aber seinen Ursprung im Inneren, nirgendwo sonst. Niemand außer Dir bestimmt darüber, wie Du Dich fühlst.“ Der Mann fuhr fort: „Berichte mir von der Frau, die eine gute Ehe führt und die trotzdem sagte, sie sei unglücklich?“

„Diese Frau bezeichnete ihren Ehepartner als den perfektesten Mann, den sie sich vorstellen könne. Aber glücklich wäre sie erst, wenn sie mehr Freunde hätte. Seit ihrer Kindheit habe sie davon geträumt, bei anderen beliebt zu sein, doch sie könne kaum Freunde finden. Trotz ihrer guten Ehe sei sie ziemlich einsam.“ „Freundschaften haben mit dem Glück nichts zu tun, einmal abgesehen davon, dass man mehr Freunde hat, wenn man glücklich ist.“

„Im Laufe meiner nächsten Begegnung lernte ich, dass auch viele Freunde das Glück nicht gewährleisten können. Die nächste Frau war bei allen sehr beliebt. Sie hatte mehr Freunde als irgendjemand sonst, den ich auf meiner Reise traf. Sie war umschwärmter als alle anderen Menschen, die ich in meinem Leben kennen gelernt habe. Aber als ich sie fragte, ob sie glücklich sei, schüttelte sie den Kopf. Sie ist sehr dick, und ihr Gesicht ist infolge einer Windpockenerkrankung in der Kindheit von Narben gekennzeichnet. Sie sagte, sie wäre glücklich, wenn sie ein attraktives Äußeres hätte. Sobald sie allein ist, weint sie.“ „Es ist sehr traurig, wenn die Leute sich nicht so akzeptieren, wie sie sind. Und noch schlimmer ist es, wenn sie glauben, etwas ändern zu müssen, damit sie endlich glücklich werden. Die Schönheit kann einen Menschen nicht glücklich machen – selbst schöne Menschen müssen lernen, glücklich zu sein.“

„Was hast Du gemacht, nachdem Du von der Frau fort gegangen bist?“ „Es war schon spät, und so fand ich eine Scheune, in der ich schlafen konnte. Dort stieß ich auf einen anderen Mann. Er war blind und hatte im Zweiten Weltkrieg ein Bein durch Amputation verloren. Er vegetierte als Bettler auf der Straße und war sehr unglücklich über sein Leben. Er sagte, wenn er keine körperliche Behinderung hätte, wäre er glücklich.“ „Viele Menschen erachten die körperliche Gesundheit als etwas Selbstverständliches. In der Sonne spazieren gehen, dem Rauschen des Flusses zuzuhören oder die Schönheit eines Sonnenunterganges zu bewundern – das sind einfache Vergnügen, von denen einige nur träumen können. Alle gesunden Leute sollten sich auf das konzentrieren, was sie haben, und genügend Zeit erübrigen, um es auszukosten. Das würde ihnen helfen, dankbar anzuerkennen, wie außergewöhnlich das Leben im Grunde ist. Dennoch haben diese einfachen Dinge nichts damit zu tun, ob jemand glücklich ist oder nicht. Eine körperliche Behinderung zerstört nicht unbedingt die Existenz eines Menschen. Das Glück ist nicht beschränkt auf die vollkommen Gesunden. Trotz all der körperlichen Gebrechen in der Welt kann man glücklich sein, wenn man sich danach sehnt. Hast Du am nächsten Tag Deine siebte Antwort gefunden?“

„Ja. Ich traf eine junge Frau, die gerade ihr Haus verkaufte. Sie sagte, es sei mit zu vielen Erinnerungen befrachtet. Ihr Mann war gestorben. Und sie betonte, wenn ihr Mann noch leben würde, wäre sie glücklich.“ „Aus dem gleichen Grund bist auch Du unglücklich. Du hast bestimmt sehr gut nachvollziehen können, wie sie sich fühlte. Seit es den Menschen gibt, fürchtet er den Tod. Doch der Tod ist nicht das Ende des Lebens, sondern der Beginn eines neuen Lebens. Man sollte sich klarmachen, dass der verstorbene Mensch nicht völlig verschwunden ist. Er hat sich in etwas viel Größeres verwandelt. Bald wird dann die Trauer von eben dem Gefühl abgelöst, das Du gerne empfinden möchtest, und entgegen Deinen Befürchtungen kannst Du wieder glücklich sein. Vielleicht nicht sofort, aber gewiss im Laufe der Zeit. Wenn Du daran zweifelst, so frage Dich einfach: Glaube ich wirklich, dass der Verstorbene mich unglücklich sehen will? Wenn die Antwort ‘Nein’ lautet, musst Du Dich bemühen, glücklich zu werden und dadurch diesen Verstorbenen ehren. Berichte mir von der letzten Möglichkeit, glücklich zu sein.“

„Ich brauchte fast den ganzen Tag, aber schließlich fand ich jemanden, der ein anderes Motiv hatte. Er sagte, er mache sich Sorgen über den Frieden, über die Umwelt, über diese und jenes. Und er beteuerte, wenn all die damit zusammenhängenden Probleme gelöst würden, wäre er glücklich.“ „Hatte er Deiner Meinung nach Recht?“ „Nein. Sein Motiv unterschied sich letztlich nicht von den der anderen. Das Glück hängt nicht davon ab, was in der Welt passiert, sondern davon, wie man sie wahrnimmt.”

Der Mann lächelte David freundlich an. „Nimm die Rolle und breite sie vor Dir aus. Sag mir, was Du auf dem ersten Bild siehst.“ „Ich sehe Iktumi, die ein Adler fressen will.“ „Weißt Du was über Iktumi und den Adler?“ „Iktumi ist eine hinterlistige Spinne. Sie benutzt gewisse Tricks, um die Menschen zu beeinflussen. Sie ist eine Lügnerin. Unser Schöpfer hingegen spricht zu uns und allen Menschen durch den Adler. Der Adler ist die Wahrheit.“ „Gut. Aber was verbindet Deine Reise mit Iktumi?“ „Iktumi hat acht Beine und ich habe acht verschiedene Möglichkeiten, um glücklich zu sein.“ „Sind dies die wahren Wege zum Glück?“ „Für die meisten Menschen schon, aber sie sind nicht wahr! Offenbar brauchte jeder etwas anderes, um glücklich zu sein. Geld, Ruhm, Beziehungen – all diese Faktoren wurden genannt, doch ich konnte mir unzählige Beispiele vorstellen, die zeigten, dass sie nicht der Wahrheit entsprachen. Solche Lügen benutzt Iktumi, um auf den Geist eines Menschen einzuwirken! Die Spinne will nicht, dass Leute glücklich sind. Vielmehr will sie ihnen beibringen, dass Glück stets außer Reichweite ist.“

„Auf welche Weise aber wirst Du auf dem Bild dargestellt?“ „Durch den Adler?“ „Genau. Warum?“ „Weil ich die Lügen der Spinne nicht glaube! Ich habe beschlossen, mich in den Adler zu verwandeln, die Lügen aus meinem Leben zu verbannen und sie durch die Wahrheit zu ersetzen.“ „Die Wahrheit ist wunderbar und doch einfach: Du allein bist verantwortlich für Dein Glück. Du allein bestimmst darüber, wie Du Dich fühlst. Nichts und niemand kann das für Dich tun. Sei dankbar für das, was Du hast, anstatt Dich darauf zu fixieren, was Du nicht hast.
Der Mann zählte die Lügen Iktumis auf:

“Wenn ich nur Reichtum besäße, dann wäre ich glücklich.

Wenn ich nur Ruhm erlangen würde, dann wäre ich glücklich.

Wenn ich nur den richtigen Ehepartner finden könnte, dann wäre ich glücklich.

Wenn ich nur mehr Freunde hätte, dann wäre ich glücklich.

Wenn ich nur ein attraktiveres Äußeres hätte, dann wäre ich glücklich.

Wenn ich nur keine körperliche Behinderung hätte, dann wäre ich glücklich.

Wenn nur der geliebte Mensch nicht gestorben wäre, dann wäre ich glücklich.

Wenn nur die Welt ein friedlicherer Ort wäre, dann wäre ich glücklich.

All das ist falsch! Du kannst glücklich sein, wenn Du es wirklich willst.

(Auszug eines Vortrages von Udo Michaelis am 07.09.2008 in Borgholzhausen)

Foto © : Dieter Schütz / PIXELIO

Donnerstag, 11. Juli 2013

Wenn der Erfolg immer wieder verhindert wird

Habt Ihr schon mal den Spruch gehört, “wir leben in einer Leistungsgesellschaft”? Wahrscheinlich schon - aber entspricht diese Aussage denn überhaupt der Wahrheit? Meine Antwort: “eindeutig nein!” Wenn wir für unsere Leistung bezahlt würden, dann wäre jeder steinreich, der am Hochofen oder im Bergwerk schuftet. Alle Malocher mit einer 60-Stunden-Woche müssten längst Millionäre sein. Andererseits hätte so mancher Filmstar oder berühmter Musiker ein relativ geringes Einkommen. Wenn es nach Leistung ginge, dann hätte der Vorstandschef eines Multikonzerns vielleicht ein 20 % höheres Gehalt, im Vergleich zu einem Mitarbeiter der untersten Hierarchieebene. Sein Verdienst würde aber niemals das 200fache betragen.

An unserer Leistung kann es also nicht liegen, ob wir viel oder wenig verdienen. Welche Faktoren spielen also dann eine entscheidende Rolle? Das Prinzip, durch welches unsere Einkünfte bestimmt werden, ist folgendes: Wir bekommen genau das Geld, was wir oder unsere Waren, bzw. Dienstleistungen auf dem Markt wert sind. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn ich will, kann ich für meine Leistung einen extrem hohen Preis verlangen. Gibt es jedoch keinen, der gewillt ist, diesen Preis zu zahlen, dann bleibe ich auf meiner angebotenen Ware oder Dienstleistung sitzen. Den potentiellen Käufer interessiert es nicht die Bohne, wie viele Stunden ich für diese Leistung geknechtet habe. Er kauft genau dann, wenn der Nutzen für ihn höher ist, als der zu zahlende Preis. Zumindest muss er das Gefühl haben, dass beides in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander steht. Bei Arbeitsverträgen ist das nichts anderes. Ein Angestellter verkauft einem Arbeitsgeber seine Arbeitskraft. Die zur Verfügung gestellte Zeit wird durch Zahlung eines Gehaltes “gekauft”. Ist der Chef davon überzeugt, dass der Nutzen des Mitarbeiter für das Unternehmen geringer ist, als dessen Tätigkeit kostet, wäre seine Entlassung die logische Konsequenz.

Diejenigen, die ihren Preis zu niedrig ansetzen, haben in der Regel ein Problem. Bewusst oder unbewusst glauben sie daran, dass ihre angebotenen Leistungen eher minderwertig sind. Wer jedoch davon überzeugt ist und wirkungsvoll rüberbringt, dass seine Produkte, Dienstleistungen oder der Arbeitseinsatz für die angestrebte Zielgruppe wertvoll sind, wird keine Schwierigkeiten haben, auch höhere Preise zu verlangen.

Einmal war ich unterwegs zu einem Kundentermin. Als ich nach einer kurzen Pause mein Auto starten wollte, ging nichts mehr. Also rief ich den Notdienst an. Der Mechaniker hatte bereits nach fünf Minuten den Fehler gefunden. Eine Leitung hatte sich gelöst. Nach weiteren fünf Minuten war der Schaden behoben und ich konnte weiterfahren. Hat der Mechaniker eine hohe Leistung erbracht? Ihr werdet mir wahrscheinlich zustimmen, dass man bei einer zehnminütigen Arbeitszeit, zuzüglich An- und Abfahrt, nicht gerade von einer umfangreichen Arbeitsleistung sprechen kann. Die Wirkung war allerdings ernorm. Durch das Know-how des Mechanikers lief meine Karre wieder und ich konnte pünktlich zu meinem Termin erscheinen. Noch einmal zusammengefasst: Um jemanden zu einem Kauf zu überzeugen ist also nicht die Leistung, sondern die Wirkung entscheidend.

Wenn Euch klar ist, dass Eure Wirkung für den Erfolg wichtiger ist als Eure Leistung, seid Ihr schon weiter als die meisten Menschen. Die Mehrheit versucht ihre Erfolglosigkeit durch härteres Arbeiten und größere Anstrengungen zu kompensieren oder fügt sich in ihr Schicksal. Kreativität, leidenschaftliches Engagement, selbstsicheres Auftreten und Spaß an der Arbeit fördern die positive Wirkung der eigenen Person auf andere Menschen. Mein Vorhaben entsprechend zu kommunizieren, ist natürlich ebenfalls wichtig. Was nutzt es, wenn ich gute Arbeit mache und niemand erfährt davon.
Aber selbst wenn ich all diese Dinge richtig mache, kann es sein, dass ich nach einigen Teilerfolgen immer wieder abrutsche. Ich kenne Situationen in meinem Leben, in denen ich mich für meinen Erfolg mächtig ins Zeug gelegt habe. Oft ging es erst ganz gut, aber nach einiger Zeit ist alles wieder den Bach runter gegangen. Nun gehöre ich zu denen, die nicht so schnell aufgeben. Also habe ich es erneut versucht und wieder und wieder. Irgendwann war ich ausgebrannt, müde und frustriert. Wenn Du Dich in einer solchen Lage befindest, nutzen Dir keine neuen Marketingstrategien, keine besseren Verkaufstechniken und keine manischen Erfolgsseminare mit “Tschaka” und verordneter Positivdenkerei. Falls Du trotz Einsatz und sogar Liebe für Deine Arbeit auf keinen grünen Zweig kommst, ist das ein Indiz für innere Blockaden.

Seelische Blockaden wirken aus dem Unterbewusstsein heraus. Sie sind manifestieren sich in Gehirn und Nervensystem. Von dort beeinflussen sie über das endokrine System das Immunsystem. Vereinfacht ausgedrückt: Der Körper wird geschwächt und der Hormonhaushalt gerät durcheinander. Das Resultat ist oft Energiemangel, Erschöpfung, Schlafprobleme und Krankheit.

Nun entstehen seelische Blockaden nicht irgendwie rein zufällig. Sie werden immer durch ein konkretes Ereignis ausgelöst. Während dieses Ereignisses wird eine Entscheidung getroffen, die danach fest in unserem Unterbewusstsein verankert ist. Treffen wir heute eine neue Entscheidung, die in eine andere Richtung läuft als die frühere, kommt es zu einem inneren Konflikt. Die alte Entscheidung boykottiert die neue und wir kommen nicht von der Stelle.

Ein Handwerker litt darunter, dass trotz ausreichender Kundschaft und vollen Auftragsbüchern nie genügend Geld vorhanden war. Immer, wenn es gut lief, machte er irgendeinen blöden Fehler und das Geld war wieder futsch. Während einer Systemaufstellung machte er eine erstaunliche Entdeckung. Er sah sich als kleiner Junge, der ein Gespräch seiner Eltern miterlebte. Sein inzwischen verstorbener Vater, dargestellt durch einen Stellvertreter, sagte etwas wie “die Reichen haben alle einen schlechten Charakter”. Es stellte sich heraus, dass er als Kleinkind die Entscheidung getroffen hatte, niemals reich zu werden, weil er ja einen guten Charakter haben wollte. Diese Entscheidung von damals hat ihn ständig bei seinem Vorhaben boykottiert, finanziell erfolgreich zu sein. Durch die Hilfe eines Coaches wurde die Erkenntnis in seinem Unterbewusstsein verankert, dass diese frühere Entscheidung für die Gegenwart keinen Sinn mehr macht. Seine Blockade löste sich und nun klappt es auch mit dem Erfolg.

Foto © : Rainer Sturm / PIXELIO

Mittwoch, 10. Juli 2013

Warum Benchmarking Blödsinn ist

“Wirtschaft ist bunt, aufregend, ansteckend, energiegeladen. Business ist Leidenschaft, Begeisterung, Wachstum. Management bedeutet: Erschließt neue Märkte! Handelt schnell! Brecht Regeln! Erfolgreich sein heißt träumen, mutig sein, handeln. Vergesst Hierarchien! Habt Ideen und unternehmt alles, diese umzusetzen.” (Förster & Kreuz)

Kennt Ihr als Unternehmer auch den täglichen Kampf um die eigene Existenz. Der eine Kunde verlangt noch einen Preisnachlass, obwohl Ihr ihm bereits einen Rabatt eingeräumt habt. Ein anderer möchte eine Zusatzleistung von Euch - ohne Bezahlung versteht sich. So langsam lauft Ihr Gefahr, nicht mehr rentabel zu sein. Aber vielleicht kann man ja etwas von einem Unternehmen abschauen, das größer und erfolgreicher ist als Ihr selbst. Was der Marktführer macht, wird doch wohl bei Euch genauso funktionieren.

Wer sagt eigentlich, dass ich überhaupt dieses ganze Theater mitmachen muss. Wieso soll ich dazu verdammt sein, mich gegen die Konkurrenten behaupten zu müssen? Unsinnigerweise sind wir viel zu viel auf den Wettbewerb fokussiert. Man beobachtet die Mitbewerber mit dem Ziel, besser zu werden als sie.

Der Gipfel dieser Strategie nennt sich “Benchmarking” oder “Best Practice“. Man greift sich den derzeitigen Branchenführer heraus, analysiert ihn gründlich und setzt sich das Ziel, in fünf Jahren so gut zu sein wie er. Selbst wenn mir das gelänge, ich bin doch dann höchstens so gut, wie derjenige es vor fünf Jahren einmal war. Der ist aber inzwischen schon viel weiter. Auf diese Weise renne ich ständig hinterher. Das ist doch total bescheuert. Was noch hinzukommt: Ich bringe keine eigenen Ideen ein, weil ich mich nur auf kopieren beschränke. So wird niemals in irgendeiner Form Innovation oder Kreativität entstehen. Ich schlage vor, diese Strategie in die Tonne zu treten. Die wirklich erfolgreichen Unternehmen interessieren sich nicht für den Wettbewerb. Sie machen ihr eigenes Ding für ihre selbst gewählte Zielgruppe.

Kein anderer bringt dieses Thema so auf den Punkt wie Anja Förster und ihr Ehemann Dr. Peter Kreuz. Sie bezeichnen sich selbst als “Die Business-Querdenker” und zeigen in leidenschaftlicher Art und Weise auf, wie man sich aus Denkschablonen befreien und ausgetretene Pfade verlassen kann. Auch als Autoren haben die beiden sich sich einen Namen gemacht. Sie erhielten für ihr Buch “Alles, außer gewöhnlich” den Wirtschaftbuch-Preis 2007. Es ist außerdem als Hörbuch erschienen. Ein weiteres Buch mit dem Titel “Different Thinking” ist ebenfalls ein Bestseller.

Peter Kreuz ist sympathisch frech. Sein Interview im Migros-Magazin trägt die provozierende Überschrift “Treten Sie Ying und Yang in den Hintern“. Mit Respektlosigkeit und Humor stellt er überholte Managementdogmen in Frage. Für Menschen, die erfolgreich neue Wege gehen wollen, hat er die passenden Impulse parat.

Anja Förster und Peter Kreuz live zu erleben, ist ein inspirierendes Ereignis. Beide sind exzellente Rhetoriker und verstehen es, ihre Zuhörer zu begeistern, zum Umdenken zu bringen und zum Handeln anzuregen.

Der folgende Clip vermitteln Euch sicherlich einen Eindruck davon. Viel Spaß dabei!


 

Dienstag, 9. Juli 2013

Empfehlenswerte Blogs (2) - Hypnose-Erfolgs-Blog

“Im Hafen ist ein Schiff sicher, aber dafür ist es nicht gebaut.”
(John Shedd)

Im zweiten Teil meiner Blogserie steht Hans-Peter Zimmermann und sein Hypnose-Erfolgs-Blog im Mittelpunkt. Zu Hans-Peter möchte ich jetzt gar nicht so viel sagen. Ich habe ihm bereits einen ganzen Blogbeitrag mit dem Titel “Geld ist schön” gewidmet. Ich empfehle Euch, diesen Beitrag unbedingt zu lesen, falls Ihr ihn noch nicht kennen solltet. Ihr findet dort ein Video mit einem sehr interessanten Interview, welches Hans-Peter mit Prof. Dr. Robert Pucher vom Technikum Wien geführt hat und viele nützliche Links.

Super finde ich auch seine Serie “HPZ unterwegs". Hans-Peter nutzt seine Autofahrten, um Video-Podcasts zu produzieren. Hier ein Beispiel, das mir sehr gut gefällt:




Welche Bedeutung hat das Eingangszitat für Dich?
Ein Schiff ist dazu gebaut, hinaus zu fahren und Erfahrungen zu sammeln. Dazu gehören auch Erfahrungen mit stürmischen Winden und hohem Wellengang. Am Ende des Lebens muss das Gefühl übrig bleiben, dass man etwas mit seinen Ressourcen angefangen hat. Wer die ganze Zeit im sicheren Hafen verweilt, wird dieses Gefühl nicht haben.

Für wen ist Dein Blog in erster Linie bestimmt?
Für Inhaberinnen und Inhaber von Kleinbetrieben und Therapie-Praxen.

Welchen Nutzen erhält man durch das Lesen Deines Blogs?
Er ist als Ergänzung zu meiner Homepage und meinem Newsletter gedacht und soll magazinartig das wiedergeben, was mich gerade bewegt.

Welche Situationen machen Dir in Deinem Beruf besondere Freude?
Wenn jemand, der schon damit gerechnet hat, ein Problem sein Leben lang mit sich zu schleppen, auf einmal davon befreit ist und die neuen Ufer sieht, die jetzt in seine Reichweite gelangen.

Was macht Deine Arbeit und das Angebot für Deine Kunden so außergewöhnlich?

Was man mir sagt: Mein angeblich einzigartiges pädagogisches Geschick, komplizierte Dinge sehr einfach zu vermitteln und Lernzeiten drastisch zu verkürzen. Was ich weiss: Mein knallhartes Zielgruppen-Marketing, das für eine hohe Qualität der Teilnehmer sorgt und dadurch die Lernprozesse zusätzlich beschleunigt.

Welchen Stellenwert hat “Erfolg” in Deinem Leben?
Erfolg ist das A und O. Die Natur ist mein Vorbild: Eine erfolglose Blume kann ihre Aufgabe, die Menschen zu erfreuen, nicht erfüllen. Eine erfolgreiche Blume schämt sich ihres Blühens nicht.

Was heißt “Glück” für Dich persönlich?
Glück ist ein Mosaik, das aus vielen kleinen Steinchen besteht, hellen und dunklen. Und das Gefühl des Glücks stellt sich nur ein, wenn man das Mosaik als Ganzes betrachtet.

Montag, 8. Juli 2013

Empfehlenswerte Blogs (1) - Der Persönlichkeits-Blog

“Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.”
(Verfasser unbekannt)

Vor einigen Jahren lebte ich in dem Gefühl, auf der Stelle zu treten. Ich hatte zwar hervorragende Ideen und Visionen, doch irgendetwas bremste mich ständig aus. Später entdeckte ich die Ursache: Meine Entscheidungen orientierten sich in einem hohen Maß an den Erwartungen der Menschen meines Umfeldes. Fast schon reflexartig stellte ich meine eigenen Bedürfnisse hinten an, wenn es, wie ich damals meinte, die Situation erforderte. Mir wurde klar, dass ich nur dann weiter käme, wenn ich lernen würde “Nein” zu sagen. Aber wie sollte ich das anpacken?

Als ich eines Tages in einem Podcast-Verzeichnis stöberte, stieß ich auf “Vorsicht: Persönlichkeitsentwicklung!” von dem Dipl. Psychologen Roland Kopp-Wichmann. Eine Episode hatte den Titel “Nein sagen - ohne Schuldgefühle”. Es war ja wohl logisch, dass mich das in meiner Situation brennend interessierte. Die Tipps dieser Podcast-Folge waren sozusagen der Startschuss, mein Verhalten in dieser Hinsicht grundsätzlich zu verändern.

Anfang 2008 hatte ich mich mal wieder übernommen - zu viele Projekte auf einmal und zu wenig Zeit für mich. Erneut war es eine Podcast-Episode von Roland Kopp-Wichmann, die mir zu einem Perspektivwechsel verhalf und einen neuen Erkenntnisprozess einläutete. Er erklärt, warum die meisten Zeitmanagement-Methoden nicht helfen und behauptet: “Zeit läßt sich nicht managen.”

Roland betreibt seit Februar 2008 einen zweiten Podcast mit dem Titel “Das Abenteuer Persönlichkeit”. Dieser ist als eigener Podcast-Kanal ein Bestandteil des hervorragenden Edutainmentportals “Das Abenteuer L(l)eben!“. Auch die anderen Kanäle dieses Portals sind wirklich empfehlenswert.

Einige der älteren Episoden aus “Vorsicht: Persönlichkeitsentwicklung!” sind noch einmal im “Abenteuer Persönlichkeit” erschienen. Da auch die erwähnte Folge über Zeitmanagement dazugehört, habe ich sie in diesen Beitrag integriert. Klickt bitte hier und ihr hört die Stimme von Roland Kopp-Wichmann.

Selbstverständlich bin ich inzwischen auch begeisterter Leser seines Persönlichkeits-Blogs. Manches ist unkonventionell, einiges quergedacht, und immer wieder versteht es Roland, die Sache auf den Punkt zu bringen. Kleinere Ausflüge in die Welt des Humors runden die Sache ab. Über den Beitrag “Wie erklärt man einem IT-Profi die Geheimnisse einer stabilen Partnerschaft?” habe ich mich köstlich amüsiert.

So, jetzt lassen wir Roland Kopp-Wichmann selbst zu Wort kommen. Ich habe ihm fünf Fragen gestellt. Seine Antworten geben einen Einblick über seinen Blog und seine Arbeit.

Welche Bedeutung hat das Eingangszitat für Dich?
Dieses Zitat hilft mir bei der Seminararbeit und beim Coachen, wenn Menschen über Ihre Ziele sprechen und gleichzeitig viele Hindernisse auftürmen. Denn wer etwas wirklich will, denkt automatisch lösungsorientiert. Kommt das Ziel jedoch von anderen oder aus dem eigenen Anspruch, fallen einem automatisch Gründe ein, warum es nicht klappen kann oder wird.

Für wen ist Dein Blog in erster Linie bestimmt?
Ich schreibe für alle Menschen, die sich dafür interessieren, wie berufliche oder private Probleme mit der eigenen Persönlichkeit zusammenhängen.

Welchen Nutzen erhält man durch das Lesen Deines Blogs?
Man erfährt eine Menge über psychologische Zusammenhänge im Alltagsleben und dass eben alles einen Grund, eine Ursache hat. Meist kennt man diese Hintergründe jedoch nicht, weil sie einem unbewusst sind.

Welche Situationen machen Dir in Deinem Beruf besondere Freude?
Die Arbeit in meinen Persönlichkeitsseminaren, wo man in kurzer Zeit sehr tiefgehend Lösungen für jahrelange Probleme finden kann, ist immer wieder für mich bewegend. Auch das Blogschreiben gefällt mir immer mehr, weil ich dadurch viele Leser erreiche, die sonst eher Vorurteile gegen „Psychologen“ haben.

Was macht Deine Arbeit und das Angebot für Deine Kunden so außergewöhnlich?
Die meisten Seminare vermitteln Methoden und Tipps. Bei meinen Persönlichkeitsseminaren ist es die einzigartige Mischung aus hoher Intensität (drei Tage mit nur sechs Teilnehmern) und emotionaler Arbeit an den biographischen Konflikten. Beim Blogschreiben ist es die Mischung zwischen fundiertem Wissen und langer Erfahrung, die ich in einer lockeren, humorvollen Art rüberbringen kann.

Welchen Stellenwert hat “Erfolg” in Deinem Leben?
Ich wollte immer Erfolg in meinem Leben. Musste aber viele verschiedene Berufe ausprobieren, um zu erkennen, was „Erfolg“ alles nicht für mich ist. Also viel Geld, tolle Firma, bestimmte Branche, teure Hotels etc. Mittlerweile ist „Erfolg“ die Erfahrung, meine eigenen Ideen kompromisslos umzusetzen und dafür eine Nachfrage zu schaffen oder zu finden. Und das auf einem Gebiet, wo ich anderen Menschen in ihrem Leben helfen kann.

Was heißt “Glück” für Dich persönlich?
Momente mit meiner Familie.

Freitag, 5. Juli 2013

Ist Glück der Sinn des Lebens?


GlückIn persönlichen Gesprächen betone ich häufiger, dass ich das Thema “Glück”, bzw, “glücklich sein” nicht vom philosophischen oder esoterischen Aspekt aus betrachte, sondern das ich einen pragmatischen Ansatz habe. Es geht also in erster Linie darum, dass die Erkenntnisse anwendbar sind und im eigenen Leben funktionieren. Bei allen Glücksmethoden und -prinzipien interessieren mich außerdem die wissenschaftlichen Grundlagen. Mir macht es Spaß, mich mit Glücksforschung, Hirnforschung und Quantenphysik zu beschäftigen. Sehr faszinierend finde ich z.B. die neuronalen Prozesse im Menschen bei bestimmten Emotionen, oder wie sich ein Wechsel der Gefühle auf die Gehirnaktivitäten auswirkt.

So ähnlich habe ich mein Engagement auch einigen religiösen, bzw. spirituellen Menschen erläutert, denen der tiefere Sinn jedoch nicht einleuchtete. Ein Beispiel war ein früherer Freund, von dem ich lange Zeit nichts mehr gehört hatte und der mich vor einigen Monaten überraschend besuchte. Von seinem christlichen Standpunkt her brachte er Argumente wie “Glücklich bin ich, weil ich weiß, wo ich nach dem Tod hinkomme!”, oder “Das wahre Glück findet man nur in Jesus und man braucht diesen ganzen Firlefanz überhaupt nicht!”. Da hab ich ihm widersprochen. Auf meine eigene Spiritualität und persönlichen Glaubensüberzeugungen möchte ich hier jetzt nicht eingehen, denn dazu gibt es von mir noch eine Trilogie mit dem Titel “Die Wahrheit”. Hier soll es darum gehen, in welche Kategorie das “Glück” hineingehört und inwiefern es einerseits mit der Frage nach dem Sinn des Lebens und andererseits mit unseren äußeren Umständen zu tun hat.

Im Buch “Die Glückstrainer” von Ella Kensington ist von insgesamt sieben Grundmotiven die Rede. Im Einzelnen heißen diese “Passen, Erwünschtsein, Schutz, Überlebenssicherung, Entscheidungsfreiheit, Macht und Sex”. Es gibt eine Grundvoraussetzung, damit man überhaupt glücklich sein kann: Jedes der sieben Motive muss erfüllt sein. Die Sache hat allerdings einen Haken: Oft sind diese Motive zwar in der Realität erfüllt, aber aufgrund eines Beurteilungsfehlers unseres Großhirns haben wir trotzdem das Gefühl, dass es bei einem oder mehreren nicht der Fall ist. Aus dieser Diskrepanz entstehen die meisten unserer Probleme. Darüber werde ich demnächst noch einen separaten Beitrag schreiben.

In der Psychologie gibt es eine Vielzahl von Modellen, in der die menschlichen Bedürfnisse und Motivationen dargestellt werden. Ein sehr bekanntes ist die 1943 veröffentlichte Bedürfnispyramide des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow. Da ich in diesem und allen anderen mir bekannten Modellen ein paar Dinge vermisse, habe ich eine eigene Bedürfnispyramide entwickelt:

Bedürfnispyramide

Die sieben Grundmotive von Ella Kensington finden sich ein wenig abgewandelt in meinem Model wieder. Zu den “Körperlichen Grundbedürfnissen” der ersten Ebene gehören die Motive “Überlebenssicherung” (Essen, Trinken, Atmung und Wärme), “Schutz” (vor Gewalt) und “Sex” (hier ist nicht Partnerschaft gemeint, sondern nur das körperliche Grundbedürfnis).

Die übrigen Grundmotive befinden sich auf der zweiten Ebene. “Passen” und “Erwünschtsein” habe ich hier zu “Beziehungen” zusammengefasst. “Entscheidungsfreiheit” sehe ich nur als einen Teil des Grundmotivs “Freiheit” an, zu dem ebenfalls die “Handlungsfreiheit” gehört. In “Die Glückstrainer” wird “Macht” als Grundmotiv bezeichnet. Diese Betrachtungsweise macht dann Sinn, wenn man es vom Gegenteil her sieht: der Machtlosigkeit. Da der Begriff “Macht” von vielen Menschen aber anders eingeordnet wird, nenne ich das entsprechende Grundmotiv auf der zweiten Ebene “Einfluss“. Es ist ein menschliches Grundbedürfnis, Situationen und andere Menschen beeinflussen zu können. Hätten wir dieses Motiv nicht, dann gäbe es keinen Fortschritt, keine Erziehung und keine Schulen. Die Menschheit würde immer noch unter urzeitlichen Bedingungen leben, sofern sie überhaupt überlebt hätte.

Andere Menschen beherrschen zu wollen, oder im positiven Sinn die Führungsrolle in einem Unternehmen, einer Partei oder einem Verein zu übernehmen, geht über das Grundmotiv des “Einflusses” hinaus. Diese Weiterentwicklung bezeichne ich nun als “Macht“. Sie steht auf der dritten Ebene, zusammen mit der “Anerkennung” als Bedürfnis, das sich aus den “Beziehungen” ergibt und der “Entfaltung“, die als Grundlage die “Freiheit” hat.

Auf der vierten Ebene befindet sich unsere “Identität“. Dazu gehören unsere Überzeugungen, Werte, Ethik, Leitlinien, Berufung, Individualität und der Altruismus. Dann gibt es noch eine fünfte Ebene, die ich “Transzendenz” nenne. Hier spielen persönliche Gotteserfahrungen, bzw. die Suche nach Gott oder einem höheren Wesen eine große Rolle. Es geht außerdem um Dinge wie “ein Leben nach dem Tod” und “den Sinn des Lebens”.

Liebespaar auf GänseblümchenViele Menschen versuchen, auf der dritten Ebene ihr Glück zu finden. Sie sind davon überzeugt, erst dann glücklich sein zu können, wenn ihnen ein bestimmter Lebensumstand begegnet. Solltet Ihr zu diesen Leuten gehören, muss ich Euch leider enttäuschen: Seit Anbeginn der Menschheit ist es noch niemandem gelungen, durch die Veränderung der äußeren Umstände dauerhaft glücklich zu werden. Es sind zwar kurzzeitig Glücksgefühle möglich, jedoch normalisieren sich diese nach kurzer Zeit wieder. Die Euphorie nach einer Gehaltserhöhung ist nach spätestens drei Wochen vorbei und selbst das intensivste Glücksgefühl - das Verliebt sein - hält selten länger als sechs Monate an.

Siehe auch den Beitrag “Acht Wege, um am Glück vorbei zu laufen“.

Wenn das Glück nicht in den äußeren Dingen zu finden ist, dann wäre es doch naheliegend, dass es sich in der fünften Ebene verbirgt. Diese Stufe unterscheidet sich von den übrigen, den “operativen Ebenen”. Kann man bis zur vierten Stufe sein Handeln und seine Entscheidungen selbst beeinflussen und steuern, so geht es auf der fünften Ebene um ein “sich öffnen” und “erfahren”. Hier ist es kein “Tun”, sondern ein “Sein”. Es gibt Menschen, die ihr Glück auf dieser Ebene suchen. Sie beten täglich stundenlang im Kloster oder meditieren in einem Ashram. Ich persönlich glaube, dass man im Moment einer Gotteserfahrung großes Glück verspüren kann.

Ist dieses Glücksgefühl von Dauer und überträgt es sich auf meine anderen Lebensbereiche? Werde ich alleine dadurch glücklich, dass ich ein bestimmtes Bekenntnis lebe? Meine Antwort: Eindeutig Nein! Wäre das so, dann würde man bei den Anhängern einer bestimmten Religion oder Weltanschauung lauter permanent glückliche Menschen finden. Die wird man aber vergeblich suchen, ob bei den Christen, den Muslimen oder den östlichen Religionen. Die vorrangige Aufgabe einer Religion liegt auch nicht darin, glücklich zu machen; sie hat einen ganz anderen Zweck: In meinen “Gedanken zum Karfreitag” habe ich beschrieben, dass “Re-ligio” wörtlich übersetzt “Rück-Verbindung” heißt. Der ursprüngliche Zustand war also “Einheit” und erfuhr dann eine Form des “getrennt seins”. Die Religion hat nun die Aufgabe, die Verbindung wieder herzustellen. Mein alter Freund hatte da etwas verwechselt. Hätte er davon gesprochen, dass sein Lebenssinn darin besteht, Gott zu finden und in Gemeinschaft mit ihm zu leben, dann wäre ich einverstanden gewesen. “Glücklich sein” dagegen, so wie ich es verstehe, passt besser in eine andere Kategorie - es gehört in die operativen Ebenen.

Die ersten beiden Stufen der Bedürfnispyramide bieten zwar kein Glück, enthalten aber die Voraussetzungen, um überhaupt glücklich sein zu können. Auf der dritte Ebene sucht man dauerhaftes Glück vergebens und auch auf der fünften steht etwas anderes im Vordergrund.
Schlüssel zum GlückDie vierte Ebene ist es, wo wir unser eigenes Glück selbst erschaffen können. Ja, das ist kein Tippfehler! Wir erschaffen unser Glück im wahrsten Sinne des Wortes. Du bist der Schöpfer Deines eigenen Glücks, oder auch Deines Unglücks. Ich behaupte, dass jeder einigermaßen gesunde und erwachsene Mensch glücklich sein kann. Die Veranlagung dafür tragen wir bereits in uns. Von der vierten Stufe aus beeinflussen wir auch die darunterliegenden Ebenen und öffnen uns für die fünfte. Unser eigenes Potential für eine positive Realitätsgestaltung ist auf der vierten Ebene am Größten.

Leider findet man auf der vierten Ebene auch einige Dinge, mit denen wir uns selbst das Leben schwer machen. Diese “Glücksverhinderer” sind Überzeugungen, dass ich nicht glücklich sein kann, nicht will, oder nicht darf. Sie sind wie alte Programme in unserem Unterbewusstsein, die immer wieder das eigene Glück boykottieren. Diese Programme haben möglicherweise früher einmal einen Sinn gemacht. Vielleicht hatten sie in der frühen Kindheit die Funktion des Selbstschutzes. Aber jetzt, wo der Mensch erwachsen geworden ist, wird diese Art des Schutzes nicht mehr benötigt. Wird das alte Programm jedoch nicht gelöscht, läuft es immer weiter bis zum Lebensende. Es tut einfach seinen “Job” und fragt nicht danach, ob es sinnvoll ist. Die Chancen, hier aufzuräumen, sind allerdings gewaltig. Dabei muss man noch nicht einmal die Probleme aufspüren, um sie anschließend beseitigen zu können. Das alte Programm wird automatisch gelöscht, wenn es durch das passende neue Programm ersetzt wird.

Siehe auch den Beitrag “Wenn der Erfolg immer wieder verhindert wird“.


Fotos:
“Glück” © : Stefanie Hofschlaeger / PIXELIO

“Bedürfnispyramide
” © : Udo Michaelis
“Liebespaar auf Gänseblümchen” © : Johanna Bieber / PIXELIO
“Schlüssel zum Glück”
© : Uli Carthäuser / PIXELIO