Dienstag, 2. Juli 2013

Erfolgreiches Netzwerken - TrixiOWL

Dieser oft recht unkonventionellen Truppe bin ich im Oktober 2007 zum ersten Mal persönlich begegnet - beim “Trixi auf’m Bauernhof”. Eigentlich hatte ich keine besonderen Erwartungen an das Netzwerktreffen. Was sich an dem Abend dann abspielte, hat mich positiv überrascht: In einer zwanglosen und herzlichen Atmosphäre lernte ich nette Menschen kennen, wir führten interessante Gespräche und hatten jede Menge Spaß. Seitdem freue ich mich auf jedes weitere Treffen.
Ich bin davon überzeugt, dass die Bedeutung von Netzwerken für einen nachhaltigen geschäftlichen Erfolg ernorm ist und in Zukunft noch zunehmen wird. Es gibt allerdings solche und solche Netzwerke. Manche Networker sind mir in ihrer Art zu aufdringlich. Ich mag es nicht, wenn mir jemand krampfhaft etwas verscheuern will, das ich überhaupt nicht brauche. Das Käuferverhalten hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt, auch im B2B. Die Tendenz geht immer stärker zu einer Pull-Mentalität. Viele machen einen großen Bogen um alles, was irgendwie nach Push riecht. Aus diesem Grund ist auch die klassische Kaltakquise ein aussterbendes Modell.

TrixiOWL ist in dieser Hinsicht erfrischend anders. Hauptverantwortlicher ist Martin Arnst, der diese XING-Netzwerkgruppe leitet und dabei tatkräftig von seinen Co-Moderatorinnen unterstützt wird. Martin Arnst ist seit November 2000 Regionalsekretär der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (dem Arbeitnehmerflügel der CDU) für NRW. Er lebt in Lippstadt und hat sein Büro in Soest.

Martin ArnstUdo Michaelis: “Martin, was verstehst Du unter Networking?”
Martin Arnst: “Jedenfalls nicht in erster Linie das Anbahnen von Geschäften. Für mich ist Networking vor allem das Kennenlernen von Menschen aus den verschiedensten Bereichen. Die Erweiterung der privaten wie beruflichen Horizonte hilft gerade in einer Zeit, in der man oft nur im eigenen beruflichen Umfeld neue Kontakte knüpfen kann. Eigentlich mag ich den Zusatz ‘working’ nicht, denn wer Netzwerken als Arbeit empfindet, hat nicht verstanden, was ein Netzwerk wirklich ausmacht. Ein Netzwerk besteht aus Menschen und so sollte man damit auch umgehen. Menschen bleiben auch in einem Netzwerk Individuen mit all ihren Stärken und Schwächen. Der Sinn eines Netzwerkes besteht darin, die Stärken für andere einzusetzen und sich bei Schwächen unterstützen zu lassen.”

“Wie sieht Deiner Meinung nach ein sinnvolles Netzwerken aus?”
“Es muss eine gewisse Kontinuität haben. Selbst wenn man sich nur selten mit jedem einzelnen innerhalb seines Netzwerkes austauscht, so muss es doch ständig gepflegt werden. Ein Netzwerk aus Karteileichen ist schon ein Widerspruch in sich.  Deshalb trifft sich die Gruppe TrixiOWL alle 4-6 Wochen. So entstanden viele persönliche aber auch geschäftliche Kontakte der Mitglieder untereinander.”

“Welche Möglichkeiten zum Netzwerken gibt es?”
“In Zeiten des Internet bietet sich natürlich die virtuelle Verknüpfung an. XING ist ja deshalb entstanden. Viele haben immer weniger Freizeit zur Verfügung. In dieser wenigen Zeit auch noch ständig Netzwerkpflege zu organisieren, wäre ohne Internet so gar nicht möglich. Allerdings finde ich Treffen, in denen man sich persönlich kennen lernen kann, fast noch wichtiger. Je besser man die Menschen seines Netzwerkes kennt, desto stärker wird es. Ich kenne die meisten meiner XING Kontakte persönlich und zu vielen habe ich eine freundschaftliche Basis aufgebaut.”

“Welche Erfahrungen hast Du speziell bei XING gemacht?”
“Bisher fast nur positive. XING bietet die Möglichkeit, sehr schnell Kontakte zu knüpfen aus der eigenen Region, aus dem eigenen beruflichen Umfeld, aber auch aus völlig anderen Gebieten. Mehrere Tausend Gruppen bieten für nahezu jedes Interessengebiet eine Plattform zum Gedankenaustausch, oder zur Information. Leider neigen einige Mitglieder dazu, ihre Kinderstube zu vergessen und sich gegenseitig persönlich anzugreifen. In den Gruppen in denen ich aktiv bin, herrscht aber ein freundschaftlicher Umgangston.”

“Aus welcher Motivation heraus ist die XING-Gruppe TrixiOWL entstanden?”
“Die ‘Gründungsmitglieder’ der TrixiOWL-Gruppe fanden sich in einer anderen regionalen OWL Gruppe. Diese Gruppe ist mit über 4800 Mitgliedern sehr groß. Dort wurden die Aktivitäten dieser etwa 30 Mitglieder aber leider nicht als etwas Positives gesehen. Nach einigen unerfreulichen Ereignissen, entschlossen wir uns, eine eigene Gruppe zu gründen. Seither ist übrigens in der anderen Gruppe fast nichts mehr los. Das erfüllt mich nicht mit Genugtuung! Ich finde es schade, dass man eine so große Gruppe vor die Wand gefahren hat. Mir ist bis heute nicht klar, warum ein Moderator einer Gruppe in der nicht mal 0,1 % der Mitglieder aktiv netzwerken, diese aktiven Mitglieder auch noch gängeln musste. Der Name Trixi entstand übrigens durch ein Wortspiel, das mir morgens auf dem Weg zur Arbeit in den Sinn kam: TR effen I nteressierter XI ngler.”

“Die Gruppe besteht seit Juni 2008 und hat etwa 600 Mitglieder, die bis heute rund 6000 Artikel gepostet haben. Wie ist es Dir und Deinen Co-Moderatorinnen gelungen, die Mitglieder zu einer solch hohen Aktivität zu motivieren?”
“Wie ich schon sagte, wurde die Gruppe von aktiven Mitgliedern gegründet, die sich auch schon durch Treffen persönlich kannten. So gab es keine Schwellenängste. Ich bin stolz auf uns 30 und auf alle, die diese Gruppe zu etwas besonderem machen. Unser Wahlspruch ‘Wir vernetzen Menschen, keine Geschäfte’ wird jeden Tag mit Leben erfüllt. Als Moderator macht mir die Gruppe die Aufgabe sehr leicht. Zusammen mit den Co-Moderatorinnen bereiten wir Treffen vor und beteiligen uns ansonsten am Gruppengeschehen. Wir stellen wöchentlich ein neues, virtuelles Sofa auf. Hier kann nach Lust und Laune gepostet werden. Das muss nicht immer inhaltsschwer sein, dient aber dem Gemeinschaftsgefühl. Aus einer Laune heraus entstand bei einem Treffen die Auszeichnung ‘Xingle der Woche’. Wir stellen wöchentlich ein Mitglied der Gruppe heraus und ‘verleihen’ ihm diesen Titel. Das kann ein sehr aktives aber auch ein völlig neues Mitglied sein. Vor kurzem wurde die Idee eines Songs für und von der Gruppe geboren. Du, Udo, hast auf dem letzten Treffen Deine Melodie und den Text von Sabine Lehmeier präsentiert und alle waren begeistert! Die Mitglieder der Gruppe bezeichnen sich mittlerweile selber als Trixis und das nicht ohne Stolz.”

“Gibt es neben der gruppeninternen Vernetzung auch Aktivitäten, die sich nach Außen richten?”
“Zur Zeit diskutieren wir, ob wir uns für ein gemeinnütziges Projekt in OWL einsetzen. Es gab dazu schon einige sehr interessante Vorschläge. Welcher davon aber genommen wird, ist noch nicht abschließend geklärt.”
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