Samstag, 27. August 2016

Wenn Du etwas Positives bewirken willst, dann hör auf zu jammern!


"Kann das Gejammer nicht mehr hören
Hab die Beschwerden gründlich satt
Die Sonne scheint, ich könnte schwören
Dir hat das heute bis jetzt keiner gesagt
Du hast zu tun, Du musst ja motzen
Ein jeder Tag gehört beklagt
Ich find das unhöflich gesagt zum Kotzen
Wie lang hat sich kein Funken Hoffnung zu Dir gewagt
Der Wunsch nach der großen Kohle
Ersetzt jeden Lebenstraum
Und diese Vorliebe für alles Hohle
Lässt dem Verstand wenig Raum"

Diese Textzeilen stammen aus dem Song "Streng dich an" vom Album "Es ist wie es ist" der Gruppe Pur. Was die Jungs hier beschreiben ist leider gang und gäbe in unserer Gesellschaft: Es wird sich beschwert, gemeckert und anderen die Schuld für die eigene Misere gegeben. Auf diese Weise sieht man sich als Opfer der Umstände und macht sich selbst dadurch machtlos - ja, man MACHT sich machtlos! Es ist nicht so, dass diese Machtlosigkeit durch die äußeren Umstände oder andere Personen von vorneherein vorgegeben ist. Sie entsteht erst in dem Augenblick, wo ich meine Ohnmachtsposition annehme. Dadurch gebe ich meine eigene Macht ab und übertrage sie auf andere Menschen, das Schicksal oder was auch immer.

Wenn mein eigenes Leben dann scheiße läuft, kann ich auf diese Weise immer einen Schuldigen finden und brauche selbst keine Verantwortung zu übernehmen. Allerdings habe ich dann nie eine Chance, mein Leben gezielt positiv zu verändern. Wenn sich die "Mächtigen" mir gegenüber zufällig wohlwollend verhalten, dann läuft es für mich vielleicht etwas besser. Falls das aber der Fall sein sollte, dann bleibt alles so wie vorher und ich kann weiter meckern, wie ungerecht das Leben doch ist.

Gibt es denn eine Möglichkeit, für sein Leben aktiv positive Veränderungen zu bewirken? Ja, die gibt's! Es fängt damit an, dass Du Verantwortung für das eigene Leben übernimmst und Deine Möglichkeiten erkennst.

Hier noch einmal ein paar Zeilen aus "Streng dich an":

"Wie verlernt man Spaß und Freude?
Wie kriegt man das zurück?
Wie erkennt man den Wert im hier und heute?
Oh, wie erkennt man Glück?"

Genau um die Beantwortung dieser Fragen geht es im "Blog für Glück und Erfolg". Mein Ziel ist es, dazu immer wieder hilfreiche Impulse zu geben, die meine Leser einfach umsetzen können. Manchmal erreicht mich eine Nachricht, dass sich das Leben von jemandem nachhaltig geändert hat, indem er einen oder mehrere Aspekte aus meinen Blogbeiträgen anwenden konnte. So etwas freut mich natürlich tierisch und es bestätigt mir, dass mein Blog einen Sinn hat.

Fotos © PIXELIO
“Eine deutsche Rentnerin in Polen” von Jerzy

“Geschäftsfrau 6” von Konstantin Gastmann

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Wie verhalten wir uns gegenüber Menschen, die nicht zu unserem "Genpool" gehören?

Der Soziobiologe Howard Bloom hat nachgewiesen, dass auf der biologischen Ebene alle Lebewesen, die in Gruppen zusammen leben, einen genetischen Marker brauchen, damit sie die ihrigen erkennen können. Ratten beispielsweise leben in Sippen zusammen. Droht eine Gefahr, informieren sich die anderen Mitglieder des Clans und schützen sich so gegenseitig. Ratten haben einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn und sind sehr fürsorglich untereinander. Wenn sie sich irgendwo außerhalb ihrer Gruppe begegnen, erkennen sie sich am Geruch. So wissen sie genau, wer zu ihrem Genpool gehört und wer nicht.

Wissenschaftler haben mal einen Versuch gemacht. Sie nahmen eine Ratte aus ihrem Nest heraus, wuschen sie, rieben sie anschließend mit dem Geruch der Ratte einer rivalisierenden Gruppe ein und setzten sie wieder zurück in ihr ursprüngliches Nest. Was meint Ihr, ist dann passiert? Die Ratte wurde innerhalb von Sekunden totgebissen! Nicht weil man sie fressen wollte, sondern weil sie sich außerhalb des eigenen Genpools befand.

Einige Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es bei urzeitlichen Menschenhorden ähnliche Verhaltensweisen gegeben haben muss. In bestimmten sogenannten "primitiven Gesellschaften" wurden 22 % der jungen Männer getötet, bevor sie "erwachsen" wurden. "Erwachsen" heißt in diesen Gesellschaften, dass sie ca. 14-16 Jahre alt sind. Zu diesen 22 % kommt eine beträchtliche Zahl junger Männer, die von anderen Clans umgebracht wurden. Diese hohe Mordrate ist einer der Gründe, wieso die Menschen damals sehr viele Kinder bekommen haben. Es war quasi eine Maßnahme zur Artenerhaltung. Man hat weiterhin festgestellt, dass die damaligen Menschen ca. 50-75 Personen als zum Genpool zugehörig begreifen konnten. Das ist ungefähr die gleiche Ebene, auf der sich heute die Ratten bewegen.

Zum Glück haben wir uns heutzutage weiterentwickelt und das alles trifft auf uns doch nicht mehr zu, oder? Leider doch! Nur gibt es jetzt unterschiedliche Niveau-Ebenen. Die erste Ebene kann man z.B. in den amerikanischen Slums beobachten. Dort haben wir jetzt ähnliche Zahlen wie auf der "Rattenebene". Genügend Waffen sind da, um Menschen aus rivalisierenden Gangs zu eliminieren. Die Gangkleidung ersetzt den "Rattengeruch".

Auf der zweiten Ebene werden also sogenannte "Meme" als Genmarker eingesetzt. Ein "Mem" ist eine Gedankeneinheit, die sich durch Kommunikation der Memträger vervielfältigt. Anstelle eines "Genpools" gibt es jetzt einen "Mempool". Dieser besteht aus Menschen, die in vielen Dingen genauso denken, wie man selbst. Im Gegensatz zu ersten Ebene kann der jetzt schon 4000 oder 5000 Leute umfassen.

Wenn wir das Gen völlig vergessen und komplett durch das Mem ersetzten können, befinden wir uns auf der dritten Ebene. Jetzt gehören alle "Glaubensbrüder- und schwestern", unabhängig von Rasse oder Nationalität, zu den unsrigen. Aber auch wenn wir auf diese Weise unseren "Mempool" schon als global bezeichnen können, gibt es auch hier eine Gemeinsamkeit zu den anderen beiden Ebenen: Es gehören nur diejenigen zu uns, die die gleichen Meme haben. Wenn jemand unsere Meme nicht teil, werden wir rabiat.

Wenn Ihr Euch näher mit diesem Thema befassen möchtet, finden Ihr unten einen beeindruckenden Vortrag von Vera F. Birkenbihl auf Video. Er dauert zwar fast 2 Stunden, aber das Anschauen lohnt sich auf jeden Fall.

Ich wünsche Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
"





Foto © : I. Friedrich / PIXELIO

Dienstag, 22. Dezember 2015

Rechthaberei

Hin und wieder diskutiere ich mit rechthaberischen Menschen. Diese Leute stellen ihren eigenen Standpunkt oft als absolut dar. Wenn man aber davon überzeugt ist, dass man sich selbst keinesfalls irrt, dann kann man auch nicht von Andersdenkenden lernen. Robert Betz hat in einem seiner Seminare einen interessanten Satz gesagt: „Der Rechtbehalter ist nicht an der Wahrheit interessiert. Er hat eher Angst vor der Wahrheit, die sein bisheriges Gedankengebäude, sein Weltbild und sein Selbstbild ins Schwanken bringen könnte.“

Schon in der Bibel steht, dass unsere Erkenntnis "Stückwerk" ist. Kein Mensch kann von sich behaupten, dass er die gesamte Wahrheit kennt und über sämtliche Geheimnisse des Universums Bescheid weiß. Wie Paulus sehr richtig schreibt, erkennen wir eben alle nur "ein Stück". Mag sein, dass das Stück des einen ein wenig größer ist als das des anderen. Aber es ist nie so groß, dass man es als absolut bezeichnen könnte.

Wenn ich im Gespräch mit einem anderen Menschen entdecke, dass meine Erkenntnis mit der des Gesprächspartners eine Schnittmenge bildet, dann empfinde ich Verbundenheit und Bestätigung. Das ist auf jeden Fall eine gute Sache. Gut ist aber auch, wenn ich durch Gespräche lerne und diese zu meiner Weiterentwicklung beitragen. Lernen kann ich nun, wenn ich einen Einblick in den Teil der Erkenntnis des anderen bekomme, der mir bisher verborgen war. Rechthaberei aber verhindert dieses Lernen. Fred Kofman hat dazu eine sehr hilfreiche Regel aufgestellt: "Der aufrichtige Wunsch, den anderen zu verstehen, seine Welt zu entdecken und in diese Einlass zu finden, entsteht aus Werten wie Demut und Respekt. Die Fähigkeit, aufmerksam zu sein, ist umgekehrt proportional zur Notwendigkeit, Recht zu haben. Je mehr wir bemüht sind, zu beweisen, dass wir Recht haben, desto weniger Energie bleibt uns, um herauszufinden, was die anderen beizutragen haben."

Foto © : Paul-Georg Meister / PIXELIO

Donnerstag, 8. Januar 2015

Wachstum durch Vertrauen

"Vieles was man im Leben unternimmt ist zu dem Zeitpunkt, an dem es geschieht, genau das Richtige. Ändert man sich selbst, dann ändern sich auch die äußeren Umstände. Die Dinge, die damals das beste gewesen sind, passen dann heute nicht mehr." So habe ich meinen Blogbeitrag „Qualität oder Billigkram?“ begonnen. Veränderungen gehören zum Leben, auch wenn die Begleitumstände manchmal unangenehm erscheinen. Die Frage ist nun, ob die unangenehmen Dinge vermeidbar sind.

Tatsächlich ist es leider oft so, dass wir Menschen erst dann einen neues und besseren Weg einschlagen, wenn der Leidensdruck groß genug ist. Solange das Alte noch irgendwie funktioniert, sind wir nicht entschlossen genug, die Komfortzone des Bekannten und Vertrauten zu verlassen, um uns auf das Abenteuer des Neuen einzulassen. Sind wir aber soweit, dass uns die Situation „echt ankotzt“ und wir es einfach nicht mehr aushalten, dann machen wir einen Cut und wenden uns dem Neuen zu. Tun wir dies aber nur halbherzig, dann werden wir uns bald wieder in der gleichen ätzenden Situation oder einer ähnlichen befinden. Also, halten wir fest: Ein wichtiger Faktor für eine nachhaltige positive Veränderung ist eine klare Entschlossenheit.

Gibt es denn überhaupt eine Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln und zu wachsen, ohne durch leidvolle Erfahrungen dorthin zu kommen? Jepp, die gibt’s! Das Zauberwort dazu heißt „Vertrauen“! Hast Du manchmal das Gefühl, an irgendeinem Punkt permanent fest zuhängen? Dann ist das in der Regel ein Hinweis darauf, dass eine Veränderung sinnvoll ist. Mach Dir bewusst, dass dieser Hinweis (von Gott, vom Leben oder von Deiner inneren Stimme) wirklich wohlwollend gemeint ist, um Dich auf einen guten Weg zu bringen. Probleme entstehen erst durch die Angst, das Alte los zulassen und deshalb daran festzuhalten. Wenn Du diese Angst aber durch Vertrauen ersetzt, dann brauchst Du nicht mehr festzuhalten.

Falls Du mit Deiner bisherigen Strategie nicht weiter gekommen bist, dann probiere doch mal was anderes. Lass Dich auf ein Wagnis ein und schau Dir an, was dann passiert. Wage es, Deiner inneren Stimme zu vertrauen, dem Leben zu vertrauen, Gott zu vertrauen (sofern es in Dein Weltbild passt). Manchmal genügt es, Kleinigkeiten zu verändern, um eine große Wirkung zu erzielen.

Foto © : Peter Smola / PIXELIO

Samstag, 20. Dezember 2014

Die Vergangenheit würdigen

Nun steht ein neues Jahr vor uns. Manchmal neigen wir dazu, froh darüber zu sein, dass wir das alte Jahr endlich hinter uns gelassen haben. Alles soll schließlich im neuen Jahr besser werden. Vielleicht sollten wir stattdessen lieber das vergangene Jahr und auch die Jahre davor würdigen. Alles was wir bisher erlebt haben hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Wir haben Fehler gemacht, zogen daraus unsere Lehren und haben uns persönlich weiterentwickelt.

Sehen wir doch unsere Vergangenheit als ein sich im Bau befindliches Haus. Nun bauen wir auf die bereits vorhandenen Stockwerke noch eine weitere Etage drauf. Würden wir jedes Jahr alles einreißen, müssten wir immer wieder bei Null anfangen. Seien wir also dankbar für das, was wir bereits haben und offen für das Neue, das uns im kommenden Jahr erwartet.

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2015.

Zum Schluss noch ein etwas anderes Weihnachtslied von der "Blockflöte des Todes".


Freitag, 11. Juli 2014

Meine 10 Thesen zu Zufall, Schicksal und dem freien Willen


1. Es gibt keine schicksalhafte Vorherbestimmung. Am Ende des Films „Zurück in die Zukunft III“ sagt Doc Brown: „Deine Zukunft ist noch nicht geschrieben. Die Zukunft ist, was du daraus machst.“ (siehe auch "Drei hervorragende Möglichkeiten für eine wirksame Veränderung")

2. Es gibt keinen sinnentleerten Zufall. Wir ziehen genau die Dinge in unser Leben, die zu uns passen. "Zufall" macht nur dann Sinn, wenn ich ihn als etwas verstehe, dass mir "zu fällt", sozusagen "als Geschenk von oben".

3. Es existiert ein vorgegebener Rahmen, in dem geistige Naturgesetze herrschen, die immer zuverlässig und präzise funktionieren (Gesetz der Resonanz, Gesetz der Anziehung, Gesetz der Entsprechung).

4. Innerhalb dieses Rahmens herrscht Willensfreiheit.

5. Wir können unseren freien Willen uneingeschränkt nutzen. Damit dieser eine bestimmte Realität bewirkt, muss dieser allerdings mit unseren Gedanken, Gefühlen, Glaubensüberzeugungen und Bewertungen unseres Unterbewusstseins in Einklang stehen. (siehe auch "Bewirkt ein positiver Gedanke eine positive und ein negativer eine negative Realität?")

6. Wir sind für alles, was in unserem Leben geschieht, selbst verantwortlich. Wir erschaffen unsere Realität selbst. Manches erschaffen wir alleine, anderes im Kollektiv mit anderen zusammen.

7. Unsere äußere Realität ist ein Spiegel unseres Innenlebens. Wenn wir unser Inneres verändern, passt sich unsere äußere Realität entsprechend an.

8. Was wir erleben, wird von unserer Wahrnehmung bestimmt. Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die schönen Dinge unseres Lebens, werden wir noch mehr Schönes erleben. Liegt unser Focus auf Mangel, ziehen wir weiteren Mangel in unser Leben.

9. Alle unsere Ziele, deren Wahrscheinlichkeit höher ist als ihre Notwendigkeit, werden in unserem Leben Realität. Ist die Notwendigkeit höher als die Wahrscheinlichkeit, geschieht genau das Gegenteil, weil sich unsere Aufmerksamkeit automatisch auf den Mangel richtet. (siehe auch "Wann und wie erfüllt sich ein Wunsch?")

10. Wenn wir die Ereignisse in unserem Leben wertschätzen und dafür dankbar sind, ziehen wir automatisch weiteres Glück in unser Leben. (siehe auch "Glück oder Unglück entsteht nicht zufällig")

Foto © : S. Hofschleger / PIXELIO

Donnerstag, 3. Juli 2014

Bewirkt eine positiver Gedanke eine positive und ein negativer eine negative Realität?


Mir ist ein interessantes Phänomen aufgefallen: Viele Menschen, die sich mit dem "Gesetz der Resonanz" und dem "Gesetz der Anziehung" beschäftigen und von der Richtigkeit dieser Prinzipien überzeugt sind, bekommen auf einmal Angst. Manchmal gelingt es einfach nicht, die eigenen negativen Gedanken zu kontrollieren. Dann denken sie darüber nach, dass jeder Glaubenssatz eine entsprechende äußere Realität formt und bekommen Panik. Ich glaube natürlich auch, dass diese geistigen Naturgesetze absolut zuverlässig funktionieren, möchte Euch aber in dieser Hinsicht beruhigen: Wenn wirklich jeder negative Gedanke zur Katastrophe führen würde, dann wären wir wahrscheinlich alle schon tot. Ich habe ja bereits in einigen Blogbeiträgen geschrieben, dass zur gewünschten Realitätsgestaltung positives Denken alleine nicht ausreicht. Genauso zieht ein negativer Gedanke allein auch nicht gleich ein negatives Ereignis nach sich.

Ich versuche das mal mit einem Bild zu verdeutlichen: Wenn Du einen bestimmten Radiosender hören willst, musst Du Dein Radio auf die Frequenz den Senders einstellen. Sender und Empfänger müssen also exakt übereinstimmen. Drehst Du in eine andere Richtung, empfängst Du entweder einen anderen Sender oder überhaupt nichts.

Bei der Realitätsgestaltung ist das im Prinzip das Gleiche, nur dass hier mehrere Ebenen übereinstimmen müssen. Wenn Du Gedanken, Gefühle, Willen, Glaubenssätze und Bewertungen in Deinem Unterbewusstseins auf eine „positive Frequenz“ einstellst, bekommst Du auch ein positives Ergebnis - immer. Die Gedanken sind dabei am einfachsten zu steuern, sind aber auch das schwächste Glied in der Kette. Sind die Gedanken positiv, die Gefühle aber negativ, setzen sich die Gefühle durch. Die ganze Sache ist also wesentlich komplexer, als gerade mal mit ein paar simplen Affirmationen die eigene Realität umzukrempeln. Wenn wir eine andere Wirklichkeit wollen, ist dazu eine ganzheitliche Veränderung erforderlich.

Foto © : Tim Reckmann / PIXELIO

Dienstag, 1. Juli 2014

Zuverlässig ans Ziel

Stell Dir vor, Du bist in Frankfurt und willst nach Köln. Du hast in Deinem Auto ein Navigationsgerät, welches Dich an Dein Ziel bringen soll. Damit das funktioniert sind zwei Informationen erforderlich:

Nr. 1 - Wo bin ich jetzt?


Nr. 2 – Wo will ich hin?

Die erste Info liefert Dir das GPS, die zweite musst Du als Adresse manuell in das Navi eintippen. Dann brauchst Du nur noch den Anweisungen zu folgen, die Dich zuverlässig ans Ziel bringen, sofern es ein vernünftiges Navi ist.


Beim Erreichen von Zielen funktioniert das im Prinzip genau so. Du brauchst vor allem diese zwei Informationen. Du musst wissen, wo Du Dich gerade befindest und solltest Dein Ziel kennen. Das „Wie“, also der Weg zum Ziel, ist zweitrangig. Du kannst Dir eine Menge Stress sparen, wenn Du nicht so viel mehr über den Weg nachgrübelst und Dich stattdessen auf diese beiden Eckpunkte konzentrierst. Was unser Navi, das Leben, das Universum, die göttliche Führung, oder wie auch immer Du das nennen magst, dann mit Dir macht, empfindest Du vielleicht als Zufall. In Wirklichkeit steckt aber ein zuverlässig funktionierendes System dahinter.


Welche Informationen benötigst Du während Deiner Reise? Du musst immer nur den nächsten Schritt wissen. Manchmal gibt Dir das Navi auch den übernächsten Schritt bekannt, falls Du zwei Mal kurz hintereinander abbiegen musst. Aber meistens reicht es völlig aus, den nächsten Schritt zu kennen. Ansonsten ist nur eines wichtig: Vertrauen! Es kann sein, dass Du Dich auf der Strecke irgendwann wunderst: „Rechts abbiegen? Ich hätte gedacht, es geht noch ein paar Kilometer weiter geradeaus.“ Hier vertraust Du trotzdem dem Navi.


Und was ist, falls Du mal nicht aufpasst und falsch abbiegst? Schlimmstenfalls fährst Du einen Umweg, aber ansonsten ist das nicht weiter tragisch. Das Navi berechnet die Strecke vom neuen Standort aus. Entweder heißt es „Bitte wenden!“, oder das Navi führt Dich auf anderen Querstraßen wieder auf die richtige Route. Vielleicht dauert die Fahrt nun etwas länger, mehr aber auch nicht. Vertrau einfach darauf, dass Du wohlbehalten an Deinem Ziel anlangst.

Foto © : Betty / PIXELIO

Freitag, 2. Mai 2014

Für das Glück sind Pausen wichtig …



... und wenn Du erfolgreich sein möchtest, solltest Du ab und zu etwas wagen!

Das Leben ist wie eine Fahrt auf einem Fluss. Du bist unterwegs, durchziehst die unterschiedlichsten Landschaften mit ihrer jeweils eigenen Vegetation. Manchmal gefällt Dir an einer bestimmten Stelle so gut, dass Du dort ein wenig verweilen möchtest. Gut, dann steig ab von Deinem Floß, mache eine Pause und genieße den Augenblick - einmal richtig durchatmen, etwas entspannen und einfach alles nur geschehen lassen. Doch irgendwann hast Du auch wieder das Bedürfnis weiterzufahren.

Vielleicht ist gerade dieser Wechsel das Geheimnis für ein Leben in Balance. Diejenigen, die immer nur unterwegs sind, ohne je anzuhalten, powern sich mit der Zeit aus. Sie nehmen auch die kleinen Glücksmomente des Augenblicks gar nicht mehr richtig wahr. Immer unterwegs sein, machen, handeln und vorwärts kommen nach dem Motto „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!“

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die sich scheuen, aus ihrer Komfortzone herauszutreten: „Wenn ich etwas Neues wage, gehe ich vielleicht ein Risiko ein. Ich möchte schließlich nicht das verlieren, was ich habe.“ Auf diese Weise leben sie ein Leben, in dem sie weit unter ihren Möglichkeiten bleiben. Mir fällt in diesem Zusammenhang eine Geschichte aus der Bibel ein, in der drei Menschen ihre Talente zugeteilt bekommen. Zwei davon verdoppeln diese bis zur Wiederkehr des Chefs. Der dritte vergräbt es. Genau das ist das Dilemma: Jemand hat fantastische Gaben und Fähigkeiten bekommen, macht aber nichts daraus.

Ich wünsche Euch, dass Ihr Eure Berufung lebt und falls Ihr noch nicht wisst, wie diese aussieht, dass Ihr sie erkennt. Vielleicht gibt Euch dazu mein Beitrag „Stärke Deine Stärken“ einige hilfreiche Impulse. Darüber hinaus wünsche ich Euch ebenso genügend Atempausen, um Euch neu zu orientieren, zu entspannen oder einfach nur Spaß am Leben zu haben.

Foto © : Joujou / PIXELIO

Montag, 28. April 2014

Die Wahrheit (Teil 3) - Blick über den Tellerrand

“Weil wir so überzeugt sind von der Richtigkeit unseres Urteils, leugnen wir Beweise, durch die dieses Urteil infrage gestellt wird. Auf diese Weise gelangt man zu nichts, was es verdienen würde, Wahrheit genannt zu werden.”
(Mariliynne Robinson)

“Was ist Wahrheit?” Diese Frage stellte schon Pontius Pilatus, als er Jesus verhörte. Gibt es überhaupt “die Wahrheit”? Wenn ja, sind wir imstande, diese in vollem Umfang zu erkennen, oder sehen wir maximal einen Teilausschnitt? Existiert die “objektive Wahrheit” oder schaffen wir Menschen uns ohnehin immer nur unsere eigene subjektive Wahrheit? Wenn ich für mich die Wahrheit gefunden habe, wie gehe ich dann mit den Wahrheiten der anderen um, wenn diese sich von meiner unterscheiden oder sogar im Widerspruch zu ihr stehen?

Ich glaube nicht, dass es einfache Antworten auf diese Fragen gibt. Wenn ich hier nun meine Sicht der Dinge darlege, dann resultiert diese aus den gewachsenen Erkenntnissen meiner gelebten Erfahrungen.

Bevor ich loslege kommt noch ein Hinweis: Einiges aus diesem Beitrag könnt Ihr nur verstehen, wenn Ihr die Geschichte aus “Die Wahrheit (Teil 1) - Die Fenster des Turmes” gelesen habt. Falls Ihr das noch nicht getan habt, solltet Ihr Euch diesen Beitrag zuerst ansehen, anschließend “Die Wahrheit (Teil 2) - Das spirituelle Outing” und erst danach hier weiterlesen.

Als ich etwa 30 Jahre alt war, entdeckte ich meine Leidenschaft fürs Reisen. Die ersten zehn Jahre hatte ich eine besondere Vorliebe für “Rucksackreisen”, bei denen ich kreuz und quer durch verschiedene Länder zog. Neben zahlreichen Touren in Europa war ich auch vier Mal in Nordafrika, zwei Mal in Lateinamerika und außerdem in den USA, Thailand und Israel. Wenn ich an meine Erlebnisse auf einer nahezu einsamen Insel zwischen Kreta und Libyen denke, oder meine Rafting-Tour durch den Dschungel Costa Ricas, bekomme ich leuchtende Augen. Manchmal hatte ich das Glück, Dinge zu erleben, zu denen “normale” Touristen keinen Zugang haben. In Mexiko lernte ich Einheimische kennen. Ich durfte bei ihnen wohnen und nahm am mexikanischen Alltagsleben teil.

Sphinx und PyramidenTotal abgefahren war mein Urlaub in Ägypten. Als einziger Ausländer fuhr ich in einem Bus von Kairo ans Rote Meer. Neben mir saß ein junger Ägypter namens Hassan, der beruflich in Hurghada zu tun hatte. Er traf sich dort mit zwei Architekten, die für dieselbe Firma arbeiteten wie er. Abends saß ich mit den drei Ägyptern zusammen, und einer von ihnen forderte mich auf, etwas Musik zu machen, weil ich meine Gitarre dabei hatte. Ich spielte ein paar Songs, und die Jungs waren begeistert. Hassan machte mir einen Vorschlag, den ich nicht ablehnen konnte. Ich sollte mit meiner Musik auf der Hochzeit eines Freundes auftreten.

Meine geplante Tour in den Süden Ägyptens verkürzte ich um einige Tage, damit ich wieder rechtzeitig für die Hochzeitsfeier in Kairo war. Was ich dann erlebte, werde ich nie vergessen. Mein Auftritt bestand aus mehreren kurzen Sets und ich spielte im Wechsel mit einer arabischen Band. Das Publikum war bei meinen Liedern total aus dem Häuschen. Besonders bei “La Bamba” flippten sie regelrecht aus. Ich gab mindestens vier Zugaben. Die Leute riefen zwischendurch immer wieder “Arriba”, und ich wusste, jetzt wollten sie schon wieder “La Bamba” hören. Möglicherweise war es einer meiner besten Auftritte, mit Sicherheit aber der außergewöhnlichste. Aber unabhängig von der Musik, war es für mich ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis, auf dieser ägyptischen Hochzeit mitfeiern zu dürfen.

Die letzten 1 ½ Wochen meines Urlaubs verbrachte ich in Kairo. Hassan lud mich ein, währenddessen bei seiner Familie zu wohnen. Auch diese Tage werden immer in meiner Erinnerung bleiben. Zum einen war ich sehr berührt von der unglaublichen Gastfreundschaft seiner Familie und den Spaß, den wir miteinander hatten. Außerdem hatte ich noch nie vorher in so kurzer Zeit so viele interessante Gespräche. Eines der Hauptthemen war die politische Situation im Nahen Osten. Ich war gerade zu der Zeit in Ägypten, als kurz zuvor der Irak seinen Nachbarstaat Kuwait überfiel. In allen Diskussionen gab es niemanden, der das Verhalten Saddam Husseins billigte - ganz im Gegenteil: Die Ägypter waren einhellig der Meinung, dass das Verhalten Husseins nicht nur falsch war, sondern Schande über die gesamte islamische Welt brachte.

Das absolute Topthema in unseren Diskussionen war allerdings die Religion. Mir wurden überaus viele Fragen über den christlichen Glauben gestellt, und ich erhielt meinerseits einen guten Einblick über den Islam. Wir fanden manche Gemeinsamkeiten und stellten auf der anderen Seite deutliche Unterschiede in unseren religiösen Auffassungen fest. Auch wenn wir nicht immer mit der Position unseres Gegenübers einverstanden waren, verliefen unsere Diskussionen immer friedlich und waren von gegenseitiger Achtung und Respekt gekennzeichnet.

Selbst mein leidenschaftlicher Disput mit einem Imam stellte kein Problem dar, und wir konnten uns trotz unterschiedlicher Ansichten anschließend wieder freundschaftlich trennen. Ich habe aus diesen Gesprächen vor allem eines mitgenommen: Trotz unterschiedlicher und sogar gegensätzlicher Positionen kann man viel voneinander lernen, wenn man offen für den anderen ist.

Uns Deutschen werden im Allgemeinen Tugenden wie Disziplin, Produktivität und ein hohes Maß an planerischem und organisatorischem Geschick nachgesagt. Auf der anderen Seite werden wir im Ausland oft als stur, unflexibel und verbissen gesehen. Nun ja, ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen und habe dadurch natürlich eine ordentliche Portion gesellschaftlicher und kultureller Prägung abbekommen. Daran ist im Grunde nichts verkehrt, und diese Prägung bestimmt einen Teil meiner Identität.

Wenn ich als Deutscher auf meinen Reisen in fremde Kulturen eintauche, dann kann ich dadurch meinen eigenen Horizont maßgeblich erweitern. Vieles, was ich in anderen Ländern erlebt habe, hat mein eigenes Leben positiv beeinflusst, sei es die arabische Gastfreundschaft, die strahlende Laune der Menschen Südostasiens, oder die heitere Leichtigkeit des Life-Styles Lateinamerikas. Werde ich dadurch selbst zum Ägypter oder Thailänder? Wenn ich einiges aus anderen Kulturen übernehme, verliere ich dadurch meine Identität als Deutscher? Nein, auf keinen Fall!

Wende ich jedoch das gleiche Prinzip auf meine Spiritualität an, wird das komischerweise von einigen “frommen Christen” nicht akzeptiert. Da ist dann von “Religionsvermischung” die Rede, oder von einer angeblich unklaren Position gegenüber denen, welche “die Wahrheit des christlichen Glaubens” nicht erkannt haben. Dieser Tunnelblick hat aber nach meiner Auffassung nichts mit dem ursprünglichen Wesen des christlichen Glaubens zu tun, sondern mehr mit dem Pharisäertum, das auf die “Reinheit der eigenen Lehre” besonderen Wert legte.

Meine Identität als Deutscher bleibt unverändert, wenn ich von anderen Kulturen lerne und einige ihrer Verhaltensweisen übernehme. Genauso bleiben meine spirituellen Wurzeln in Christus begründet, auch wenn ich gerne über den Tellerrand schaue, von anderen Weltanschauungen lerne und sich mein eigenes Weltbild dadurch erweitert. Wir sollten uns dessen bewusst sein, dass wir immer nur ein Teil des Ganzen erkennen können. Paulus hat das im 1. Korintherbrief sehr treffend ausgedrückt:

“Denn unsere Erkenntnis ist bruchstückhaft ebenso wie unser prophetisches Reden. Wenn aber das Vollkommene - das Reich Gottes da ist, wird alles Vorläufige vergangen sein. Als Kind redete, dachte und urteilte ich wie ein Kind. Jetzt bin ich ein Mann und habe das kindliche Wesen abgelegt. Noch ist uns bei aller prophetischen Schau vieles unklar und rätselhaft. Einmal aber werden wir Gott sehen, wie er ist. Jetzt erkenne ich nur Bruchstücke, doch einmal werde ich alles klar erkennen, so deutlich, wie Gott mich jetzt schon kennt.”

Der etwas andere BlickwinkelDu kannst Dich drehen und wenden, wie Du willst: Aus Deiner Perspektive heraus gelingt es Dir immer nur einen Bruchteil des Gesamten zu erkennen. Leider machen manche aber häufig den Fehler, diesen Teilausschnitt für das Ganze zu halten und alle übrigen Perspektiven als falsch darzustellen. Die Menschen in der Geschichte “Die Fenster des Turmes” haben anfangs nur die eigene Position verteidigt und die der anderen abgelehnt. Im Laufe der Zeit haben sie sich für die Möglichkeit geöffnet, dass die Kollegen noch etwas sehen könnten, was sie aus ihrem eigenen Blickwinkel heraus nicht erfassen konnten. Zuletzt haben sie sogar soviel Vertrauen zueinander entwickelt, dass sie gemeinsam eine Leiter zum Himmelsfenster gebildet haben, und sie konnten so für einen Moment die gesamte Landschaft betrachten.

Ich glaube an Gott und an Jesus Christus. Es ist die Wahrheit, eine vorzügliche Wahrheit - die Wahrheit eines Fensters. Ich freue mich darauf, immer mehr über die Dinge zu erfahren, die man durch die anderen Fenster sehen kann.

Fotos © PIXELIO
“Sphinx und Pyramiden” von Irene Lehmann

“Der etwas andere Blickwinkel” von Ulla Trampert