Sonntag, 28. Januar 2024

Hilfstransport Ukraine 2 - Team Eduard

Heute nun der Bericht der zweiten Initiative, die ebenfalls von uns unterstützt wird. Am 12. Januar machte sich Eduard mit seinen Mitstreitern Jan und Artjom auf den Weg in die Ukraine. Die in der Ukraine benötigten Decken, warme Kleidung, Hygieneartikel, Lebensmittel und weitere Artikel inklusive vieler Weihnachtspäckchen wurden in den Transporter verladen und los ging's.

Am folgenden Abend erreichten Eduard, Jan und Artjom Kiew. Sie konnten in der dortigen Gemeinde übernachten und Vorbereitungen für die nächsten Tage treffen, wie Lebensmittel, die sie zuvor gekauft hatten, in Pakete packen. Da die zusätzlichen Einkäufe nicht mehr in den Transporter passten, beluden sie in Kiew ein weiteres Fahrzeug.

Am nächsten Morgen ging es um 6 Uhr mit den beiden Fahrzeugen auf den Weg Richtung Osten in die Nähe von Dnipro. Unterwegs nahmen sie noch einen Arzt mit, der den Menschen vor Ort helfen sollte. Es wurden bedürftige Familien besucht, um ihnen warme Kleidung und Lebensmittelpakete zu überreichen. Die Helfer durften erleben, wie gestrickte Socken oder Jacken Kinderaugen zum Leuchten bringen.

Auch in den nachfolgenden Tagen hatten die Helfer eindrucksvolle Erlebnisse. In einem Pflegeheim haben sie Obst, Kekse und andere Süßigkeiten verteilt, welche die Menschen dort sonst nur sehr selten bekommen. Alle haben sich gefreut und manche haben vor Freude geweint.

Nicht nur Hilfsgüter wurde verteilt, Eduard, Jan und Artjom haben die Menschen in Not auch tatkräftig unterstützt. Für zwei Familien haben sie Holz klein gehackt und ihre kleinen Holzstapel wieder aufgefüllt.

Sehr beeindruckend waren auch die Erfahrungen im Kriegsgebiet. An Stellen im Freien wie einer Bushaltestelle, einer Kreuzung, einer Sackgasse und einer Freifläche, an der etwas Ruhe war, wurden Lebensmittelpakete und Hygieneartikel verteilt. Eduard, Jan und Artjom sind engagierte Christen. Ihnen ist es wichtig, ihre humanitäre Hilfe damit zu verbinden, den Menschen von der Liebe Gottes zu erzählen und ihnen Hoffnung zu machen. "Durch Gottes Gnade konnten wir den Menschen, die seit zwei Jahren im Krieg leben, ein Lächeln ins Gesicht zaubern", berichtet Eduard. Sehr dankbar ist er für seine "Glaubensgeschwister", welche in ihrem Ort geblieben sind, obwohl sie die Möglichkeit gehabt hätten, diesen zu verlassen. "Sie kümmern sich um die Menschen vor Ort und machen einen unglaublich wichtigen und gleichzeitig harten Job", bemerkt Eduard und appelliert gleichzeitig an seine in Deutschland lebenden Freunde: "Betet, dass ihnen nie die Kraft ausgeht!"

In Torezk, welches in der Nähe von Donezk liegt, besuchten sie einige Familien, deren Wohnungen und Häuser durch Raketenangriffe zerstört wurden. Sie leben seit ungefähr eineinhalb Jahren ohne fließendes Wasser und nutzen Regenwasser, um sich zu waschen. Auch Strom steht ihnen nur gelegentlich und wenn, nur kurzzeitig zur Verfügung. Die Familien leben teilweise schon seit einem bis eineinhalb Jahren in Kellern, um sich zu verstecken.

"Wir fahren wieder nach Hause, aber unser Geschwister und die Menschen vor Ort leben weiter in Angst und in der Ungewissheit, was morgen sein wird", kommentierte Jan am Tag vor ihrer Rückreise. Er ist aber auch dankbar für die Bewahrung und die Möglichkeit, die Menschen in der Ukraine, die unter schwierigen Umständen leben, zu unterstützen und zu ermutigen. Und Eduard fügte hinzu: "Vergesst diese Menschen bitte nicht!"

Verteilung von Hilfsgütern im Kriegsgebiet

Mittwoch, 24. Januar 2024

Hilfstransport Ukraine 1 - Kryla Volunteera

Wir unterstützen regelmäßig zwei Initiativen für Hilfstransporte in die Ukraine. Unsere Anastasia, von der hier schon öfters die Rede war, ist mit beiden Initiativen bereits einmal in die Ukraine gefahren. Über Eduard und seinen Hilfstransport vom Januar werde ich in den kommenden Tagen berichten. Heute stelle ich euch Illia Lohinov vor, der im Dezember in der Ukraine war.

Illia hat in der Vergangenheit schon sehr oft Hilfsbedürftige in der Ukraine aus Eigeninitiative unterstützt. Nun arbeitet er für "Kryla Volunteera", die seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine ein breites Spektrum an Hilfeleistungen abdeckt, für die Zivilbevölkerung in den Frontgebieten der Ukraine, Waisenkinder in Internaten, die breite Öffentlichkeit und das Militär. In den letzten 6 Monaten haben beispielsweise viele Behinderte, Binnenvertriebene, ältere Menschen und Witwen sowie kinderreiche Familien davon profitiert, die von der Organisation Hygieneartikel, Waschmittel, Konserven, warme Kleidung und finanzielle Zuwendungen erhalten haben.

Illia selbst hat Weihnachtsgeschenke für 200 Waisenkinder gekauft. Es wurde ein Treffen organisiert, bei dem man den Kindern von Weihnachten erzählt hat und jedes der Kinder ein Weihnachtsgeschenk bekam. Es waren zwar weitere Treffen geplant, doch da wieder Schießereien begannen, musste Illia so schnell wie möglich das Gebiet wieder verlassen. Trotzdem gelang es noch, alle Hilfspakete auszuliefern. Die Menschen dort waren sehr dankbar, viele weinten und sagten, dies sei die erste Hilfe, die sie während des Krieges erhalten hätten.

In Deutschland hat Illia einen VW T4 gekauft, um Verwundete von der Front zu evakuieren. Dieses Fahrzeug wurde zunächst repariert. Mit unseren Freunden und Bekannten aus dem Siegerland haben wir einige Geld- und Sachspenden zusammen bekommen. Diese wurden verwendet, um den T4 für humanitäre Hilfe mit Medikamenten, Konserven, warmen Decken und anderen Haushaltsgegenständen zu beladen. Zwei weitere Fahrzeuge, eines davon ein Krankenwagen, wurden ebenfalls in die Ukraine geschickt. Die Fahrzeuge gingen an die 10. Sonderbrigade der Gebirgsjäger und die 115. Brigade.

Illia ist weit in den Osten der Ukraine gefahren. Er war in den Orten Sumatoivka, Krasnopolye, Pokrovka und im Bezirk Krasnopolsky unterwegs.

Der nächste Hilfstransport von Illia startet voraussichtlich im Februar. Auch für diesen werden wir wieder Geld- und Sachspenden sammeln. Wer uns hier unterstützen möchte, kann uns gerne kontaktieren.

Illia auf dem Weg in die Ukraine

Hilfsgüter

Treffen mit den Waisenkindern