Mittwoch, 14. August 2013

Die drei Möglichkeiten, sich angemessen in einem Beziehungsstress zu verhalten (Teil 3)

Die dritte Möglichkeit: Leave it!

Manche Situationen sind einfach festgefahren. Du hast das Gefühl, dass es kein vor und kein zurück mehr gibt. Du willst diese Situation ändern, aber es geht einfach nicht. Doch wer sagt denn, dass Du in einem solchem Fall ausharren musst.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Dieses ist gewiss kein Plädoyer für einen leichtfertigen Ausstieg und ich lasse hier keinesfalls Werte wie Treue, Beständigkeit und Verbindlichkeit außer Acht. Du musst aber auch nicht auf Gedeih und Verderb ein Leben lang in einer Beziehung stecken bleiben, bei der Du ständig blockiert bist und Dich nur über die Runden quälst. Das ist weder gottgewollt noch vernünftig! Auf diese Weise sorgst Du nur für Frust, Demotivation, Stress  und schließlich auch für Krankheiten.

Wenn Du merkst, dass Du weder mit “Change it!” noch mit “Love it” weiterkommst, dann verlasse die gewohnten Bahnen. Klebe nicht an einer Beziehung, nur weil Du sie einmal eingegangen bist, wenn auch aus gutem Grund. Wage einen Aufbruch zu neuen Welten. Es ist nie zu spät, neu anzufangen. Möglichkeiten gibt es immer wieder. Wichtig ist Deine Bereitschaft, Dich für Neues zu öffnen. Du wirst merken wie viel Ballast von Deinen Schultern abfällt, dass Du wieder frei atmen kannst und viel leichter durchs Leben gehst.

Doch “Leave it” fällt uns Menschen am schwersten von allen drei Möglichkeiten. Unser Gewissen spielt da eine große Rolle, aber auch unsere Gewohnheiten. Wir haben uns an die Dinge, die wir regelmäßig machen, so sehr gewöhnt, dass es uns in Fleisch und Blut übergegangen ist. Wenn wir nun vor der Frage stehen, ob wir unseren Partner verlassen sollen oder nicht, können unser Gewissen und unsere Gewohnheiten uns an diesem Punkt zum Verhängnis werden.

Auch zu “Leave it!” habe ich wieder einige hilfreiche Fragen:
  • Was hält Dich in der aktuellen Situation?
  • Willst Du die Situation verlassen?
  • Was wäre der Preis dafür, die Situation zu verlassen?
  • Bist Du bereit, diesen Preis zu bezahlen?
  • Was würde im schlimmsten Fall passieren, wenn Du Deinen jetzigen Partner verlassen würdest?
  • Welche Schritte sind dazu notwendig?
  • Angenommen, Du würdest einen Neuanfang machen, was wäre dann in einem Jahr oder in 5 Jahren?
  • Was wäre in einem Jahr oder in 5 Jahren, wenn Du weiter in Deiner jetzigen Beziehung bleibst?
Ob Du nach der Beschäftigung mit diesen Fragen zu dem Ergebnis kommst, dass es besser ist, Deinen Partner zu verlassen, oder nicht: Sehr häufig bringt es schon alleine eine Erleichterung, „leave it“ als Option ins Spiel zu bringen. Wenn Du Dich gedanklich mit dem Loslassen beschäftigst und dabei merkst, dass es möglich ist, bekommst Du das wichtige Gefühl, der “Macher” Deines Lebens zu sein und nicht das Opfer Deiner Lebensumstände. Dir wird Deine Freiwilligkeit und Selbstbestimmung deutlich. Niemand zwingt Dich, diese Situation aushalten zu müssen. Es gibt immer eine Alternative! Du bist frei, ein “Ja” zu Deiner Situation zu sagen, oder ein “Nein”.

“Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit. Das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten.”
(George Bernhard Shaw)
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