Dienstag, 21. Oktober 2008

Die geheime Zutat für den Erfolg

Mein siebenjähriger Sohn Tom Luca und ich waren im Kino. "Soll ein ganz lustiger Trickfilm sein, genau das richtige für meinen Junior", dachte ich. Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass der Film mich dermaßen begeistert. Für mich ist “Kung Fu Panda” bisher eindeutig der “Film des Jahres”. So entschloss ich mich, meine Gedanken zum Film in diesen Blog zu schreiben.
Am nächsten Abend hörte ich mir ein paar Podcasts an. Es kommt vor, dass ich einige der neuen Episoden erst Tage oder sogar Wochen nach ihrem Erscheinen höre. Das war auch mit der Folge # 468 von “Schlaflos in München” der Fall. Annik Rubens gab dort eine kurze Beschreibung des Filmes und bezeichnete ihn ebenfalls als ihren “Film des Jahres”.  Auf jeden Fall motivierte mich ihr Statement zusätzlich zu diesem Beitrag. Einen weiteren Tag später schaute ich nach, was sich in letzter Zeit bei meinen Blog-Favoriten getan hat. Ich fiel fast vom Stuhl, als ich einen sehr inspirierenden Blog-Eintrag über Kung Fu Panda im coach-your-self.tv von Martin Weiss fand.
Denjenigen, die den Film noch nicht gesehen haben, kann ich nur empfehlen: geht rein - ob mit oder ohne Kinder. Ihr solltet nur entscheiden, ob Ihr diesen Text jetzt oder später lesen wollt. Vielleicht ist der Film nicht mehr so spannend, wenn Ihr schon vorher das meiste wisst.

Nun zum Film: Der Panda, ein überragend kämpfender Kung Fu Meister, besiegt in atemberaubender Kampfkunst seine Gegner. Aus dieser Szenerie wird man brutal herausgerissen und landet in der bitteren Realität - alles war nur ein Traum. Der Panda geht seiner üblichen Arbeit nach. Als Nudelkoch in der Küche seines Adoptivvaters ist er nicht sonderlich glücklich. Sein Daddy, eine Gans, wünscht sich von Herzen, dass sein Junge einmal in seine Fußstapfen tritt und sein Restaurant übernimmt. Eines Tages würde er ihm auch die geheime Zutat verraten, die seine berühmte Nudelsuppe so beliebt und erfolgreich macht.

Durch einige lustige Verwirrungen und Zufälle wird er vom alten, weisen Kung Fu Großmeister, der Schildkröte Oogway, zum Drachenkämpfer auserkoren. Sein Auftrag besteht darin, den gefährlichen Schneeleoparden Tai Lung zu besiegen. Kung Fu Meister Zifu soll innerhalb weniger Tage den Panda zu einem Kämpfer auszubilden, der dieser Aufgabe gewachsen ist. Das ist Angesichts von Pandas Tollpatschigkeit ein hoffnungsloses Unterfangen. Die fünf besten Schüler von Zifu scheiterten alle an der Überlegenheit von Tai Lung, und ausgerechnet dieser dicke, kurzatmige Panda soll es jetzt richten.

Eine Szene zeigt sehr deutlich Zifus besonderen Schmerz. Tai Lung ist bei ihm aufgewachsen und wurde seit frühester Kindheit von ihm trainiert. Er sollte einmal der Drachenkämpfer werden, aber Oogway sah die Dunkelheit in seinem Herzen. Das erinnert schon irgendwie an Darth Vader und Yoda aus Starwars. Als Tai Lung der Zugang zur geheimen Drachenrolle verwehrt wird, zeigt er sein wahres Gesicht und greift Zifu an. Nur Oogways Eingreifen bewahrt Zifu vor dem Tod. Er liebte Tai Lung über alles und erfährt durch diese furchtbare Wandlung die bittersten Enttäuschung seines Lebens.

Lange Zeit hat sich Zifu dagegen gewehrt, den Panda zum Kämpfer auszubilden. Doch Oogway machte ihm noch einmal sehr eindringlich deutlich, er müsse seine Mission erfüllen und glauben. Anschließend war Zifu bereit, den Panda zu trainieren.

Der Panda kann jetzt kämpfen. Aber niemand glaubt so richtig daran, dass er eine Chance gegen den übermächtigen Tai Lung hat. Doch es gibt noch eine Hoffnung: die schon erwähnte Drachenrolle. Es ist ein geheimes Dokument, welches schon seit Jahrzehnten im Tempel aufbewahrt wird. Keiner darf auch nur einen Blick hineinwerfen. Es birgt das Geheimnis unzerstörbarer Macht, und nur der Drachenkrieger ist würdig, es zu lesen. Zifu hat die Hoffnung, dass dieses Geheimnis dem Panda Kräfte und Macht verleiht, die ihn Tai Lung ebenbürtig machen.

Wie sieht es mit Dir aus? Träumst Du auch von einem Leben voller Glück, Liebe, Erfolg und Wohlstand? Vielleicht bist Du ja auch auf der Suche nach dem Geheimrezept, welches Dich zur Veränderung, Befreiung und Erlösung aus Deinen nicht wünschenswerten Zuständen herausbringt. Stell Dir vor, jemand würde Dir die geheime Zutat für das alles verraten. Du kannst Dein Leben anschließend so leben, wie Du es Dir immer schon gewünscht hast. Hört sich gut an - oder?
Zurück zum Film: Der Panda öffnet die Rolle. Er schaut, was darin geschrieben steht und sieht - nichts. Waaaaas? Das gibt es doch nicht! Da steht überhaupt nichts drin! Das Einzige, was man in der Rolle sieht, ist das gespiegelte Gesicht des Pandas. Aber es kommt noch schlimmer.

Der Panda und Meister Zifu sind völlig fertig. Kein Geheimnis, keine neue Macht, keine Erlösung, alles bleibt wie es ist. Die beiden beschließen, ihren Heimatort zu evakuieren und vor Tai Lung zu fliehen. Obwohl Pandas Ziehvater rein äußerlich Mitgefühl wegen des zerplatzten Traumes seines Jungen zeigt, freut er sich insgeheim. Endlich wird Panda sein Nachfolger. Jetzt ist es an der Zeit, seinem Sohn die geheime Zutat seiner magischen Nudelsuppe anzuvertrauen. Die Spannung steigt - Stille! “Es gibt keine geheime Zutat.” Das kann doch alles nicht wahr sein! Was soll das denn jetzt? “Allein, dass die Leute glauben, es gäbe etwas Besonderes an der Suppe, macht die Suppe besonders.” Also ein typischer Placebo-Effekt. Die Wirkung entsteht durch den Glauben an die Wirkung. Die Geheimzutat macht die Suppe leckerer, obwohl es keine geheime Zutat gibt.

Liebe Leute, ich behaupte, es gibt doch eine geheime Zutat. Wir finden Sie im genannten Placebo-Effekt verborgen. Es ist die Zutat, die dem Panda am Ende doch den Sieg bringt. Schon Jesus sagte: “Dem der glaubt, sind alle Dinge möglich.” Bezogen auf unsere Geschichte kann man es nicht besser ausdrücken als Martin Weiss:

“Vielleicht sind wir wirklich ein bisschen Panda und haben große Träume und (!) suchen da draußen nach der Drachenrolle.
Und was passiert…
… wenn wir aufhören, woanders zu suchen?
Keinem Geheimrezept mehr hinterher laufen?
Und uns stattdessen auf das besinnen, was wir wirklich haben.
Uns selbst.
Und wenn wir darauf den Placeboprozess anwenden.
Und beginnen, an uns zu glauben?
Nur ein kleines bisschen?
Was wird dann in uns geweckt?
Und ent-deckt?”

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