Mittwoch, 7. August 2013

Drei hervorragende Möglichkeiten für eine wirksame Veränderung

Bevor wir richtig einsteigen habe ich noch eine Frage an Dich: „Glaubst Du, dass es ein unausweichliches Schicksal gibt? Existiert so etwas wie 'schicksalhafte Vorherbestimmung'?“ Die Frage ist von entscheidender Bedeutung! Nehmen wir an, Du steckst in einer Situation, die Du gerne verändert haben möchtest. Was Du gerade erlebst geht Dir tierisch auf den Senkel und Du willst da irgendwie raus. Hast Du auf der anderen Seite die Überzeugung, dass Du Deinem Schicksal ausgeliefert bist, dann ist die Sache nicht so ganz einfach. Einerseits möchtest Du, dass sich etwas verändert, andererseits glaubst Du, dass Du selbst keinen, oder zumindest kaum einen Einfluss auf die eigene Veränderung hast. Wenn sich dann doch etwas in Deinem Leben verbessert, dann kommt das gewissermaßen von außen und geschieht mehr oder weniger zufällig.
Ich behaupte, die Fähigkeit Veränderungen voranzutreiben und die Überzeugung, Opfer der Umstände zu sein, sind ein Widerspruch. Diese beiden Verhaltensweisen schließen sich gegenseitig aus. Deshalb ist an dieser Stelle ein klarer Entschluss erforderlich. Nun eine weitere Frage an Dich: „Bist Du bereit, die volle Verantwortung für alles, was in Ihrem Leben geschieht, zu übernehmen, oder ziehst Du die Opferrolle vor?“ Du hast die Wahl! Niemand zwingt Dich, etwas zu verändern. Es ist allein Deine freie Entscheidung! Du kannst natürlich auch alles so lassen, wie es ist und darauf hoffen, dass sich zufällig etwas verbessert. Ich halte diese Strategie allerdings für die schlechteste überhaupt.
Es gibt sicherlich Zeiten, wo man einfach mal abhängt und alles nur geschehen lässt. Das ist auch gut so. In unserem Leben sollte sich „Tun“ und „Loslassen“ abwechseln. Ich finde dazu das Bild von Saat und Ernte ganz hilfreich: Im Frühjahr bearbeitet der Bauer den Boden und manchmal powert er dabei, was das Zeug hält. Im Sommer macht er Pause – er lässt los. Es wäre schon ziemlich bekloppt, wenn er jetzt an den grünen Trieben ziehen würde, damit sie schneller wachsen. Das macht er aber nicht. Er wartet ab und vertraut darauf, dass Gott Wachstum und Gedeihen schenkt. Jetzt muss er nichts tun. Er kann es einfach geschehen lassen. Im Herbst wird er dann erneut aktiv, um die Ernte einzufahren, und im Winter ist dann wieder Pause. Es sind also verschiedene Zyklen, die sich immer abwechseln. Und so läuft auch unser Leben.
In diesem Beitrag steht nicht Abwarten und Loslassen im Vordergrund. Heute geht es um aktive Veränderung. Um bei dem Bild vom Bauern zu bleiben: Es geht um die Saat. Was Du in der Gegenwart säst, bestimmt Deine Ernte in der Zukunft. Ich unterstreiche das mit einem Zitat von Leonardo da Vinci: „Wer heute nur immer das tut, was er gestern schon getan hat, der bleibt auch morgen, was er heute schon ist.“ Dazu hat auch Albert Einstein mal was Schlaues gesagt: "Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert."
Was kannst Du nun tun, wenn Du Dich in einer Situation befinden, die Du – sagen wir mal – als "verbesserungswürdig" beurteilst? Mir fallen fünf Möglichkeiten ein, wie Du damit umgehen kannst – zwei davon sind absoluter Mist, die anderen drei halte ich für sehr gut und hervorragend anwendbar. Die beiden ersten Möglichkeiten, die Dich auf keinen Fall weiter bringen, lauten 1. Jammern und Schimpfen und 2. andere für Deine Misere verantwortlich machen. Bei Letzterem wird manchmal sogar das System verantwortlich gemacht. Man schiebt die Schuld auf Übergeordnetes, z.B. die bestehenden Regeln, die Kultur, die Firmenpolitik, oder vieles andere. Durch dieses Verhalten nimmt der Grad an Unverantwortlichkeit, Ohnmacht und Passivität noch weiter zu.
Jammern und Schimpfen bringt also nichts – es erzeugt höchstens Stress und Ärger – und anderen die Schuld für Deinen Mist zu geben bringt auch nichts. Kommen wir zu den guten drei Möglichkeiten. Sie werden in einer bekannten Lebensweisheit zusammengefasst: „Change it“, „Love it“ or „Leave it“. Dieser Spruch ist wohl schon millionenfach auf Managerseminaren verkündigt worden und vielleicht hast Du ihn auch schon mal gehört. Es gibt auch viele Bücher, in denen über „Change it“, „Love it“ or „Leave it“ geschrieben wurde. Ich habe allerdings meine eigene Art, mich diesem Motto zu nähern.
Grundsätzlich kannst Du immer eine oder mehrere dieser drei Möglichkeiten wählen. Manchmal gibt es Situationen, wo vielleicht eine dieser Optionen keinen Sinn macht, weil der zu zahlende Preis zu hoch ist. Dann blieben aber immer noch zwei Alternativen übrig. Im Extremfall könnte es sein, dass sogar zwei dieser drei Möglichkeiten nicht sinnvoll sind. In der Regel wird das zwar nicht der Fall sein, aber es ist immerhin denkbar. Es wird aber nie passieren, dass keine der drei Optionen anwendbar ist. Und wenn auch nur eine davon brauchbar ist, dann hast Du auf alle Fälle eine Wahlmöglichkeit: Du entscheidest Dich entweder dafür, diese Möglichkeit anzuwenden, oder dafür, es nicht zu tun und alles beim Alten zu lassen. Wenn Du aber alles beim Alten lässt, läuft auch Dein Leben weiterhin so wie bisher. Möchtest Du also eine Veränderung Deiner Lebenssituation, dann kommst Du nicht um eine veränderte Denk- und Verhaltensweise herum.
Du darfst Dir bewusst machen, dass Du als erwachsener Mensch niemals Opfer der Umstände bist. Du trägst die Verantwortung für alles, was in Deinem Leben geschieht. Es mag ja sein, dass Du vielleicht unter bestimmten Verhaltensweisen Deines Partners leiden und es Dir deshalb schlecht geht. Trotzdem ist auch diese Situation nur ein Spiegel Deines Innenlebens. Du ziehst genau die Menschen in Dein Leben, die Deinem Inneren entsprechen. Wenn Du also eine Veränderung Deiner äußeren Situation möchtest, dann geht das nur über ein verändertes Inneres.
Um jetzt konkret zu werden, benötigen wir irgendeinen Sachverhalt – einen Lebensumstand. Ich habe das Thema „partnerschaftliche Beziehungen“ gewählt. Der dreiteiligen Artikel mit dem Titel „Die drei Möglichkeiten, sich angemessen in einem Beziehungsstress zu verhalten“ erscheint in den nächsten Tagen. Die meisten Dinge, die darin vorkommen, kannst aber auch problemlos auf Deinen Beruf oder andere Lebensbereiche übertragen.

Fotos:
“Reisernte 2” © : Manfred Schütze / PIXELIO
“Abzweigungen” © : Bernd Romeike / PIXELIO

Montag, 5. August 2013

Wie man sich sinnvolle Ziele setzt und diese auch erreicht

Stell Dir vor, Du bist irgendwo in der afrikanischen Steppe und begegnest plötzlich einem wilden Tier. Jetzt wird Dein Fluchtinstinkt dafür sorgen, dass Du rennst, bis die Socken qualmen. Der Fluchtinstinkt ist also durchaus sinnvoll, weil er Dein Überleben sichern soll.

Wahrscheinlich hat Dir dieser Instinkt auch in der zivilisierten Welt schon so manches Mal das Leben gerettet. Wenn Du die Straße überquerst und ein Auto kommt plötzlich mit einem Affenzahn auf Dich zugebrettert, dann ist es für Dich nicht gerade von Vorteil, wenn Du genau in diesem Moment Deine logisch-analytischen Fähigkeiten aktivierst. Es wäre völlig unsinnig, wenn Du Dich jetzt fragen würdest, ob es sich um einen Mercedes oder einen Audi handelt und was der hier eigentlich will. Du bringst Dich einfach nur mit einem beherzten Sprung in Sicherheit.

Ich habe mal ein witziges Lied der “Prinzen” gehört. Hier ein kleiner Textauszug:

“Sitzt du in Hessen
und würgst dich beim Essen,
oder winken in Schwaben
aus der Leberwurst Schaben,
dann empfiehlt dir die Gesundheitspolizei:
Vergammelte Speisen
zu überhöhten Preisen
sind zurückzuweisen!”

Dieser Dialog ist auch ganz ulkig: “Mama, was ist das Schwarze in meinem Salat?” “Kind, das ist Pfeffer!” “Mama, hat Pfeffer Beine?”

Keiner von uns würde sich freiwillig ein verdorbenes Essen reinziehen. Der Ekel vor Gammelfraß und unser Fluchtinstinkt haben eines gemeinsam: Sie gehören beide zur Kategorie “Vermeidungsgefühle.”

Wahrscheinlich geht es Dir genauso wie mir, wenn Du an Deinen nächsten Urlaub denkst - Du fühlst Dich gut und freust Dich schon darauf. Selbst so unbequeme Aufgaben wie Kofferpacken und zum Flughafen rennen, nimmst Du in Kauf, weil das tolle Erlebnis Deines Urlaubs wesentlich mehr ins Gewicht fällt, als die Vorbereitungen. Die Aussicht auf einen schönen Urlaub macht Dir “Belohnungsgefühle”.

Vermeidungsgefühle führen Dich von etwas weg, während Belohnungsgefühle Dich zu etwas hin führen. Jeder Mensch erlebt grundsätzlich beide Arten von Gefühlen, jedoch ist die Gewichtung unterschiedlich. Der Fehler, der häufig gemacht wird, dass man oft versucht, positive Ziele durch Vermeidungsgefühle zu erreichen.

Da wäre beispielsweise die Mutter, die sich einen gewaltigen Stress damit macht, dass Sohnemann eine Klassenarbeit vergeigt. Nun ist die gute Zensur und vielleicht sogar die Versetzung gefährdet. Es wird geschimpft, gezetert und Druck gemacht: “Wenn Du Dich nicht anstrengst, damit Deine Noten besser werden, dann gibt’s gewaltig Ärger. Computerspiele sind vorerst gestrichen, solange Du nicht mindestens auf “Drei” stehst.”

Das Ziel der Mutter, dass Ihr Sohn gut in der Schule wird, kann man durchaus als positiv bewerten. Sie versucht dieses Ziel allerdings dadurch zu erreichen, indem sie bei ihrem Sohn Vermeidungsgefühle provoziert. Vermeidungsgefühle führen aber nie zu etwas hin, sondern immer von etwas weg.

Ein richtig guter Schüler kann der Bursche nur werden, wenn Belohnungsgefühle vorhanden sind. Das Maximum, was in unserem Beispiel durch die Vermeidungsgefühle erreicht werden kann, ist das Verlassen der Gefahrenzone. Vielleicht gelingt es ihm aus Angst vor Strafe, sich so weit zu verbessern, dass er gerade noch so durchrutscht und nicht hängen bleibt. Ist er dann aus der Gefahrenzone raus, ist die Motivation schlagartig weg. Das muss auch so sein, weil uns diese Emotionen genau zu diesem Zweck gegeben wurden. Vermeidungsgefühle haben die Aufgabe uns vor Gefahren zu schützen!

Voraussetzung für das Erreichen positiver Ziele ist eine positive Motivation. Vermeidungsgefühle verhindern aber geradezu eine solche Motivation. Wenn Du ein positives Ziel erreichen willst, aber in einer “weg-von-Motivation” steckst, dann ändere Deine Ausrichtung in eine “hin-zu-Motivation”. Formuliere Dein Ziel neu, bis es ein “hin-zu-Ziel” ist. Wenn Du keinen Job hast, dann willst Du möglicherweise so schnell wie möglich raus aus der Arbeitslosigkeit. Das wäre dann aber ein “weg-von-Ziel”. Wenn man es richtig betrachtet, dann hast Du gar nicht gesagt, was Du willst, sondern nur das, was Du nicht willst, nämlich keine Arbeitslosigkeit.

Jetzt drehe die Sache einfach um: Was willst Du stattdessen? Achte darauf, dass Du Dein Ziel positiv formulierst. Negationen wie “nicht” “kein” und ähnliches sind tabu. Jetzt überprüfe für Dich, ob Dein Ziel motivierend genug ist. Wenn Du meinst “Na ja, es wäre im Grunde nicht schlecht, wenn ich es erreiche”, dann reicht das nicht aus. Erst wenn es Dich “vom Hocker reißt”, kannst Du die volle Power der Motivation nutzen.

Nun kommt ein weiterer wichtiger Punkt hinzu: Dein Ziel muss selbsterfüllbar sein! Ist die Erfüllung Deines Zieles von einem anderen Menschen abhängig, dann führt das zu Machtverlust. Du wärst dann nämlich passiv und abwartend, anstatt Dein selbst Leben in die Hand zu nehmen. Selbstverständlich ist es völlig o.K., wenn Du Dir helfen lässt, um Dein Ziel zu erreichen. Mach Dir dazu bewusst, dass es immer viele verschiedene Möglichkeiten gibt, Dir Unterstützung zu holen und dass Du selbst entscheidest, wann und von wem Du Dir helfen lässt. Auf diese Weise bekommst Du ein Gefühl von Fähigkeit und Unabhängigkeit.

Weitere Aspekte für eine effektive Zielerreichung haben die Glückstrainer Claudia Pretzl und Stefan Moerder bereits im Beitrag “Glückliche Menschen erreichen bis zu 200 % ihrer normalen Leistungsfähigkeit” dargelegt. Diejenigen, die mehr darüber wissen möchten, müssen sich noch ein wenig gedulden. Demnächst erscheint mvon mir ein Buch zum Thema “Ziele”.

Foto © : Karin Schmidt / PIXELIO

Freitag, 2. August 2013

Das Problem, Freund und Feind zu unterscheiden


Ein kleiner Vogel erfror während eines eisigen Winters im Fluge und stürzte zu Boden. Eine Kuh kam vorbei und ließ einen Fladen auf ihn fallen. Der warme Dung taute den kleinen Kerl wieder auf; vor Freude begann er zu zwitschern.  Das hörte die Katze, grub ihn aus und verspeiste ihn.

Merke: Nicht jeder, der Dich bescheißt ist Dein Feind. Nicht jeder der Dich aus der Scheiße holt ist Dein Freund.

(Verfasser unbekannt)

Foto © : Joujou / PIXELIO

Mittwoch, 31. Juli 2013

Die Liste

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler in der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, Sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollten sie neben die Namen schreiben. Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin. Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den einzelnen aufgeschrieben hatten.

Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. “Wirklich?”, hörte man flüstern, “Ich wusste gar nicht, dass ich irgendjemandem was bedeute!” und “Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen”, waren die Kommentare. Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen.

Einige Jahre später war einer der Schüler in Vietnam gefallen und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt oder gekannt hatte, ging am Sarg vorbei und erwies ihm die letzte Ehre. Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Soldaten, die den Sarg trugen, zu ihr: “Waren Sie Marks Mathe Lehrerin?” Sie nickte: “Ja”. Dann sagte er: “Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen.” Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt. Marks Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. “Wir wollen Ihnen etwas zeigen”, sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. “Das wurde gefunden, als Mark gefallen ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen.” Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinandergefaltet worden war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten. “Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben”, sagte Marks Mutter. “Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt.”

Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte ein bisschen und sagte: “Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Lade in meinem Schreibtisch”. Chucks Frau sagte: “Chuck bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben.” “Ich habe meine auch noch”, sagte Marilyn. “Sie ist in meinem Tagebuch.” Dann griff Vicki, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. “Ich trage sie immer bei mir”, sagte Vicki und meinte dann: “Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt.”

Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte. Sie weinte um Mark und für alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen würden. Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben eines Tages endet und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird. Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind. Sag es ihnen, bevor es zu spät ist.
(Verfasser unbekannt)

Montag, 29. Juli 2013

Best of GLÜCK UND ERFOLG - Teil 3

Nach "Teil 1 - Tipps zur Persönlichkeitsentwicklung" und "Teil 2 - Glauben und Spiritualität" ist nun auch der dritte Teil als Ebook erschienen.

Sechs Kapitel aus diesen dritten Teil waren bisher unveröffentlicht und wurden exklusiv für dieses Buch geschrieben. Diesmal steht der Humor im Vordergrund. Ausnahmen bilden lediglich das erste Kapitel über Souveränität und der anschließende Dreiteiler, in dem es um das Entdecken der eigenen Berufung geht. Ihr erfahrt, warum man als Musiker leichter Frauen aufreissen kann und welche Probleme ich als Mann mit meiner Ernährung habe, wenn meine Partnerin verreist ist. Der Witz eines Missionars aus Äquatorial-Guinea und Kuriositäten aus Politik, Kunst und Fußball sind ebenfalls Gegenstand dieses Buches.

Zu den Highlights gehören sicherlich die fiktiven Gespräche zwischen Helmut Kohl und Loddar Matthäus. Das besondere dabei: Sie unterhalten sich in englischer Sprache um ihre linguistischen Fähigkeiten zu trainieren. Was dabei herauskommt, schlägt dem Fass den Boden aus. Nirgendwo verwenden sie die korrekte englische Grammatik, sondern übertragen eins zu eins die deutschen sprachlichen Gepflogenheiten auf brutalste Weise. Endgültig verhunzt wird die englische Sprache durch solch groben Unfug, wie er eigentlich nie und nimmer passieren darf: Sie übersetzen Eigennamen wortwörtlich! Wer also sein mühsam erworbenes Schulenglisch mal so richtig versauen möchte, für den sind die entsprechenden Kapitel genau das Richtige!

Genau wie der zweite Teil gibt des auch dieses Ebook für 0,99 € bei neobooks, Amazon, iTunes und vielen anderen Portalen. Auch eine kostenlose Leseprobe findet Ihr dort.

Freitag, 26. Juli 2013

Das eigene Leben verändern durch umgekehrte Betrachtung

Möchtest Du in Deinem Leben etwas verändern? Bereitet es Dir Schwierigkeiten, Dich aus einem unerwünschten Zustand zu lösen und Dich einem neuen zuzuwenden? Dann hätte ich einen Vorschlag für Dich: Kehre Deine Betrachtung um!

Stell Dir mal bildhaft vor, welches Leben Du wirklich führen möchtest. Lass alle Beschränkungen weg und verzichte auf alle Argumente, warum dieses oder jenes nicht gehen könnte. Was möchtest Du beruflich machen? Wie sähe diese Beziehung im Idealfall aus? Was möchtest Du in Deinem Leben noch alles erreichen? Je konkreter, desto besser! Stell Dir ein Bild vor, in dem Du Dich rundum wohl fühlst.

Ich schlage das aus folgendem Grund vor: Normalerweise befindest Du Dich in einer Situation, die Dir nicht gefällt und bemühst Dich, diesen Zustand zu verbessern. Es ist aber gar nicht so einfach, aus etwas Schlechtem was einigermaßen Vernünftiges zu machen und aus etwas einigermaßen Vernünftiges was Hervorragendes. Du hast dabei immer die Betrachtungsweise von unten nach oben und hast auch eine dementsprechende Vorstellung, dass Du Dich mühsam “nach oben arbeiten musst”.

Jetzt verlässt Du diese Sichtweise und betrachtest Dein Bild von oben, also von der Idealposition aus. Du siehst es aus der Perspektive, wie Du es haben willst und es gut für Dich wäre. Und dann kannst Du Dir die Frage stellen, welche eine Abweichung nach unten für Dich immer noch o.K. wäre. In vielen Dingen kann man durchaus einen Kompromiss zu schließen und trotzdem ist das Gesamtbild noch gut. An irgendeinem Punkt wirst Du dann eine Grenze finden. Wenn Du diese Grenze unterschreitest, würde Dir etwas Wesentliches fehlen. Du hast Dir jetzt einen Bereich geschaffen, den Du als Deinen künftigen Lebensbereich definierst und der liegt zwischen dieser Untergrenze und Deinem Idealbild.

Wenn es Dir jetzt noch gelingt, innerhalb dieses Bildes so zu fühlen, als wenn Du es bereits als Realität erleben würdest, dann wirst Du es auch genau so erfahren. Sollte es mit dem Fühlen nicht klappen, hilft Dir vielleicht mein Beitrag “Wie und wann erfüllt sich ein Wunsch?” weiter.

Foto © : Christian Seidel / PIXELIO

Mittwoch, 24. Juli 2013

Haben negative Gefühle überhaupt einen Sinn?


Um Gefühle überhaupt wahrnehmen zu können, benötigen wir eine emotionale Spannungsdifferenz. Wenn wir ausschließlich zufrieden wären, würden wir das gar nicht wahrnehmen. Erst wenn wir auch einen anderen Zustand als den der Zufriedenheit erleben, könnten wir das richtig einordnen.
Stellt Euch vor, jemand wächst in einem Land auf, in dem die Temperatur gleich bleibend 20° Celsius beträgt - Tag und Nacht, Sommer wie Winter! Wenn derjenige nie an einen Ort käme, an dem unterschiedliche Temperaturen herrschen, hätte er keine Vorstellung davon, was "warm" bedeutet. Erst wenn er einen Temperaturwechsel erlebt, entsteht für ihn "warm" und "kalt".
Bei unseren Gefühlen ist es nicht anders. Wir erleben ein Gefühl erst durch die Veränderung der Zustände. Diese Spannungsdifferenz gibt es allerdings nicht nur durch den Wechsel zwischen einem positiven und einem negativen Gefühl, sondern auch bei unterschiedlichen positiven Emotionen, z.B. der Wechsel zwischen Zufriedenheit, Begeisterung und Genuss.
Wenn es Dir gelingt, alle eigenen seelischen Blockaden vollständig zu lösen, ist es möglich, fast nur noch zwischen den einzelnen positiven Emotionen hin und her zu jumpen – aber auch nur fast! Hundertprozentig kannst, sollst und darfst Du das gar nicht erreichen. Alle negativen Emotionen total aus Deinem Leben zu verbannen wäre fatal! Sie erfüllen den wichtigen Zweck, Dein Überleben zu sichern.
Man kann alle Gefühle in zwei Hauptgruppen unterteilen: Belohnungsgefühle und Vermeidungsgefühle. Die Belohnungsgefühle führen Dich zu etwas hin und die Vermeidungsgefühle führen Dich von etwas weg. Wenn Du die Straße überquerst und ein Auto kommt auf Dich zugerast, sorgt ein Vermeidungsgefühl dafür, Dich mit einem Sprung in Sicherheit zu bringen. Gäbe es dieses Gefühl nicht, wärst Du schon längst tot.
Aber nicht alle Vermeidungsgefühle sind gut für uns. Die meisten entstehen durch Denkfehler und falsche Beurteilungen der Situation. Wenn ich das erkenne, kann ich daran etwas ändern. Es sollte also nicht unser Ziel sein, grundsätzlich alle negativen Gefühle in positive zu verwandeln, sondern nur die unangemessenen. Davon gibt es allerdings eine ganze Menge.

Foto © : Carmen Waßer

Montag, 22. Juli 2013

Wann und wie erfüllt sich ein Wunsch?

Unsere äußere Realität ist nach dem Resonanzgesetz ein Spiegelbild dessen, was sich in unserem Inneren abspielt. Alles, worauf ich meine Aufmerksamkeit lenke, bekommt Energie, wächst und wird in unserem Leben zur Realität. Wie kommt es dann aber, dass sich trotzdem viele Wünsche und Ziele nicht erfüllen, obwohl wir sie positiv und präzise formulieren?

Nehmen wir aber mal an, Du hättest ein finanzielles Problem, bei dem Du Deine Existenz als gefährdet ansiehst und wünscht Dir daher dringend das erforderliche Geld. Da für Dich die Notwendigkeit das Geld zu bekommen sehr hoch ist, wirst Du immer ein Mangelgefühl dabei haben, das ist gar nicht zu vermeiden. Es realisiert sich aber nicht das, was Du Dir wünschst, sondern alles, worauf Du Deine Aufmerksamkeit lenkst. Du hast Deinen Focus unbewusst auf den Mangel ausgerichtet und bestellst Dir daher noch mehr Geldprobleme. Das Ergebnis ist, dass der Mangel dann in Deinem Leben widergespiegelt wird.

Wann erfüllt sich denn nun Dein Wunsch und wann nicht? Dafür gibt es eine einfache Formel: Ist die Wahrscheinlichkeit höher als die Notwendigkeit, erfüllt sich Dein Wunsch. Ist jedoch die Notwendigkeit höher als die Wahrscheinlichkeit, passiert das Gegenteil. Es gibt also grundsätzlich zwei Möglichkeiten, dieses Verhältnis zu Deinen Gunsten zu verändern: Die eine ist die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit und die andere die Reduzierung der Notwendigkeit.

In meinem Beitrag “Wie man es schafft, jedes Problem zu knacken” habe ich schon darauf hingewiesen, dass die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit äußerst mühsam ist. Aber fast alle Erfolgskonzepte bauen darauf auf. Man versucht die eigenen Schöpferkräfte zu stärken um so das Gefühl von Unfähigkeit und Machtlosigkeit zu beseitigen. Ich selbst habe es jahrelang versucht und bin regelmäßig gescheitert.

Daher mein Rat an Euch: vergesst es! Selbst wenn Du Dir das Ziel immer wieder positiv suggerierst und affirmierst, was das Zeug hält, es wir Dir nichts nützen. In dem Fall kommst Du mit dem klassischen positiven Denken nicht weiter. Auch die Methoden aus “The Secret”, „The Law of Attraction“ oder „Bestellungen an das Universum“ greifen hier nicht. Ganz im Gegenteil - der Schuss geht nach hinten los! Das alles funktioniert hervorragend bei Zielen, die keine existentielle Bedeutung haben. Daher will ich diese Methoden auch nicht kritisieren. Vieles davon ist für bestimmte Lebensbereiche gut anwendbar. Außerdem haben diese Bücher das Bewusstsein verbreitet, dass wir Schöpfer unserer eigenen Realität sind. Insofern bin ich dankbar dafür, dass es sie gibt.


Die Lösung liegt eindeutig in der Reduzierung der Notwendigkeit. Es gibt 7 Grundbedürfnisse des Menschen, die erfüllt sein müssen. Ist eines davon gefährdet, schlagen unsere Instinkte Alarm. Es hat auch keinen Zweck, gegen diese Instinkte anzukämpfen. Es ist aber eine Tatsache, dass 99 % unserer Probleme auf einem Denkfehler, bzw. einer falschen Beurteilung begründet sind. Um auf das Beispiel „Geld“ zurückzukommen: Eines der 7 Grundmotive heißt „Überlebenssicherung“. Dieses Motiv ist bereits erfüllt, wenn wir genug zu essen, zu trinken und einen warmen und sauberen Schlafplatz haben.

In Westeuropa muss niemand verhungern oder erfrieren. Aber nur darum geht es unseren Instinkten in Wirklichkeit. Habe ich einen Berg voll Schulden und weiß nicht, wie ich sie zurückzahlen kann, reagieren meine Instinkte aufgrund falscher Informationen meines Emotionalgehirnes so, als wäre mein Überleben gefährdet. Die einzige Chance besteht für mich darin, meinem Unterbewusstsein klar zu machen, dass mein Grundbedürfnis trotz der Schulden erfüllt ist. Damit habe ich die Notwendigkeit heruntergefahren und kann mir Geld mit einem positiven Gefühl wünschen. Auch das Loslassen klappt dann, was bei hochgefahrener Notwendigkeit unmöglich ist.

Fotos:
“Schau mir in die Augen Oldi ...” © : Karl-Heinz Laube / PIXELIO
“Jetzt bin ich mal dran” © : Bbroiango / PIXELIO

“Viele Münzen und Geldscheine” © : Frank Ulbricht /
PIXELIO

Freitag, 19. Juli 2013

Wie man es schafft, jedes Problem zu knacken

Problemlösungsstrategien gibt es wie Sand am Meer. Neben vielem wertlosen Blödquatsch gibt es sicherlich auch ein paar brauchbare Konzepte. Interessanterweise funktionieren die meisten nur bei kleineren Problemen und versagen bei den größeren. Die vorgeschlagenen Wege sind uns zwar auf kognitiver Ebene klar, aber irgendwie kriegen wir die Sache nicht vom Kopf ins Gefühl. Eine kritische Instanz in unserem Inneren verhindert, dass die neu gewonnenen Erkenntnisse unser Unterbewusstsein erreichen. Unser Problem ist als Gefühl gespeichert und im unserem Unterbewusstsein verankert.

Ich kenne genügend Leute, die sich Affirmationen reinziehen, bis die Birne qualmt. Aber das Problem will nicht weichen und manifestiert sich stattdessen umso schlimmer. Andere schicken ihren Wunsch nach Problemlösung als “Bestellung an das Universum”. Wenn statt des Erhofften dann noch mehr Probleme geliefert werden, verstehen sie die Welt nicht mehr. Wenn Euch die bisherigen Strategien nicht zum gewünschten Ergebnis geführt haben, wird es jetzt einfach mal Zeit für einen neuen Blickwinkel. In diesem Beitrag und dem folgenden mit dem Titel “Wann und wie erfüllt sich ein Wunsch?” verrate ich Euch einige verblüffende Tricks, wie man die Sache mit seinem Unterbewusstsein klar kriegt.

Für manchen von Euch ist die folgende Denkweise sicherlich etwas ungewohnt, aber ich definierte den Begriff „Problem“ mal mit einer mathematischen Gleichung:

Problem = Ziel x Notwendigkeit x Machtlosigkeit

Wenn Du jetzt einen der drei Faktoren auf Null setzt, existiert das Problem auf einmal nicht mehr. Es löst sich komplett in Luft auf. Wenn kein Ziel mehr da ist, hast Du logischerweise auch kein Problem. Ist das Ziel zwar vorhanden, aber es ist Dir nicht so wichtig, ob Du Dein Ziel erreichst oder nicht, hast Du auch kein Problem. Bist Du Dir in einem Gefühl von Fähigkeit absolut sicher, Dein Ziel zu erreichen, hast Du ebenfalls kein Problem.

Die meisten Methoden zielen darauf ab, die Machtlosigkeit zu beseitigen. Man versucht den Glauben an sich selbst und die eigenen Schöpferkräfte zu stärken. Dieser Weg kann sehr anstrengend sein. Wenn nach Teilerfolgen auf einmal harte Rückschläge kommen, ist das ziemlich entmutigend.
Es gibt einen berühmten Satz in der Bibel: “Alle Dinge sind dem möglich, der glaubt!” Dieser Aussage stimme ich voll und ganz zu. Aber wie stelle ich es an, einen solchen Glauben zu aktivieren? Wie gelange ich zu der Überzeugung, dass ich mein Ziel hundertprozentig erreiche und dabei kein Stück zweifle? Machen wir uns doch nichts vor, das ist alles andere als leicht! Bei einfachen Spielereien habe ich das auch schon hingekriegt, aber noch nie bei Dingen, die für mich wirklich wichtig waren.

Einige östliche Religionen lehren, dass es gut ist, seine Ziele runter zu fahren, nach dem Motto „akzeptiere alles was ist, sei bescheiden und habe keine Ansprüche“. Ich habe festgestellt, dass ich mich bei diesem Weg auf Dauer auch nicht wohl fühle.

Ein paar von meinen Lesern sind begeistert vom “LOL²A-Prinzip”. René Egli hat sicherlich einige sehr interessante Sachverhalte zum Thema “Realitätsgestaltung” dargelegt. Mit seiner extremen “hier-und-jetzt-Philosophie” kann ich aber ehrlich gesagt nix anfangen. Klar, es ist oft hilfreich, seine Aufmerksamkeit stärker auf den Augenblick zu lenken. Vergangenheit und Zukunft völlig zu ignorieren und sich überhaupt keine Ziele mehr zu setzen, entspricht aber nach meiner Auffassung nicht der Natur des Menschen. Wir haben die Veranlagung, uns weiter zu entwickeln, vorwärts zu kommen und sind mit einem “Neulandinstinkt” ausgestattet. Die Menschen, die solche Aspekte nicht wahrhaben wollen, sind in meinen Augen Meister im Verdrängen.

Es ist bisher komischerweise noch kaum einer auf die Idee gekommen, bei der Notwendigkeit anzusetzen. Aber gerade das funktioniert am Besten. 99 % der Probleme beruhen nämlich auf einem Denkfehler, der die Notwendigkeit auf ein unangemessenes Level hievt. Wenn ich diesen Denkfehler korrigiere und ins Gefühl bringe, macht mein Unterbewusstsein auch keinen Stress mehr.

Fotos:
“Verschlossenes Tor” © : Carmen Waßer
“Wer hat die Kokosnuss genackt?” © :
Gabi Eder / PIXELIO

Donnerstag, 18. Juli 2013

Stärke Deine Stärken (Teil 3)


EichelhäherAm nächsten Tag machte sich Adler Makani auf den Weg zu seinem Termin. Am großen Wald angekommen, suchte er nach dem vereinbarten Treffpunkt. “Dieses Baumhaus müsste es sein!”, dachte er bei sich und läutete. Zum Vorschein kam ein Eichelhäher. “Ich habe einen Termin bei Herrn Markwart!”, sagte Makani aufgeregt. “Der bin ich!”, antwortete der Eichelhäher und fuhr mit mit einem freundlichen Lächeln fort: “Schön, dass wir uns nun auch mal persönlich kennenlernen! Hier in unserem Wald sind wir übrigens alle ‘per Du’. Wenn das für dich okay ist, dann halten wir das auch so.” “Ja gerne! Ich heiße Makani!” “Herzlich Willkommen, Makani! Ich bin Magolves!”
Makani war positiv überrascht von der herzlichen Freundlichkeit des Eichelhähers. Auch die überaus positive Ausstrahlung von Magolves machte es Makani leicht, offen mit ihm über sein Anliegen zu sprechen: “Was kann man machen, wenn man nur noch frustriert ist?” “Was löst bei dir denn diesen Frust aus?” “Ach, eigentlich alles, was mit meinem Beruf zu tun hat!”, antwortete Makani ratlos.

“Nachdem ich vor drei Jahren mein Trainingsprogramm für Führungskräfte absolviert hatte, machte ich mir große Hoffnung auf eine berufliche Karriere. Ich bewarb mich bei mehreren vielversprechenden Stellen, bekam aber meistens direkt eine Absage. Bei den wenigen Vorstellungsgesprächen, zu denen ich eingeladen wurde, konnte ich nicht überzeugen. Also griff ich auf einen drittklassigen Job zurück, der total unterbezahlt war. Irgendetwas musste ich ja machen. Sehr schnell wurde es mir langweilig. Ich schmiss den Job hin und nahm eine neue Stelle an. Das wiederholte sich öfters. Nie blieb ich länger als ein Jahr in der selben Firma. Egal, was ich anfange, alle ist nur noch öde!”

Steinadler“Was macht dir in deinem Leben am meisten Spaß?”, wollte Magolves wissen. “In meinem Beruf gar nichts! So richtig gut fühle ich mich nur nach Feierabend, wenn ich frei durch die Lüfte schweben kann. Spaß habe ich auch, wenn ich meine Mannschaft trainiere, oder wir an einem Wettkampf teilnehmen.” “Du trainierst eine Mannschaft? Welche denn?” “Die C-Jugend des VFL Powerflug!” “Wow, das ist eine gute Mannschaft. Ich habe von ihr gehört!”, sagte Magolves anerkennend. “Wie lange bist du dort schon Trainer?” “Vor drei Jahren habe ich die Mannschaft übernommen und sie hat sich seitdem gut entwickelt”, erklärte Makani stolz. “Als ich anfing, waren wir Vorletzter und haben es trotzdem geschafft, zum Saisonende einen Platz im vorderen Tabellendrittel zu erreichen. Im darauffolgenden Jahr gelang uns das ebenfalls, obwohl uns einige Leistungsträger nicht mehr zur Verfügung standen, weil sie zur B-Jugend abwanderten. In diesem Jahr wurden wir sensationell Vizemeister und gehören nun in der nächsten Saison zur ersten Liga. Die Jungs sind einfach super!”

Makani lobte in der Folgezeit seine Mannschaft in den höchsten Tönen. Als er fertiggeredet hatte, äußerte Magolves einen interessanten Gedanken: “Mir ist etwas aufgefallen! Während du von dem Frust in deinem Beruf erzählt hast, hingen deine Flügel schlaff herunter. Aber sobald es um deine Mannschaft ging, richtete sich dein gesamter Körper auf, deine Flügel bekamen Kraft und deine Augen fingen an zu leuchten. Deine Begeisterung hat sich regelrecht auf mich übertragen und ich hätte dir noch stundenlang zuhören können. Könntest du dir vorstellen, auch beruflich etwas in diesem Bereich zu machen?”

“Davon hatte ich schon als Kind immer geträumt aber das ist wohl leider nicht realistisch!”, meinte Makani entmutigt. “Ich kann das wohl als Hobby ausüben, aber daraus einen Beruf machen? Dafür ist der Markt zu klein. Mein gesamter Bekanntenkreis hat mir davon abgeraten. Der Onkel meines Vaters hatte mal etwas Ähnliches versucht und ist damit kläglich gescheitert. Deshalb hat mich mein Vater immer davor gewarnt.”

“Dein Vater hat es sicher gut gemeint!”, meinte Magolves verständnisvoll. “Er wollte dich vor Schaden bewahren. Aber selbst Väter können sich irren! Auch wenn es manchmal gut ist, den Rat anderer anzunehmen, es ist nicht immer das Beste. In deinem Fall wäre es gut, wenn du auf dein Herz hören würdest.” “Und was ist, wenn es nicht klappt?”, sagte Makani unsicher. “Ob es klappt, das weißt du erst, wenn du es ausprobiert hast! Wer etwas wagt, kann möglicherweise scheitern! Wenn du nichts wagst und alles beim Alten lässt, dann verläuft auch dein Leben in Zukunft so wie bisher. ‘Erfolg’ heißt nichts anderes, als das es eine ‘Folge’ von etwas Bestimmten ist. Nur wenn du die entsprechenden Voraussetzungen schaffst, dann ‘folgt’ das gewünschte Ergebnis - es ‘er-folgt’! Du kannst dir vielleicht nicht sicher sein, ob genau das geschieht, was du dir wünscht, wenn du etwas in deinem Leben änderst. Du kannst dir aber sicher sein, dass nichts passiert, wenn du nichts änderst.”

“Ich glaube, ich hab’s kapiert!”, erkannte Makani nun selbst. “Nehmen wir an, ich hätte eine Realisierungschance von 70 Prozent, dann läge die Gefahr des Scheiterns bei 30 Prozent. Dieses Risiko hielt mich bisher davon ab, meinen Traum zu wagen. Verzichte ich aber darauf, es einzugehen, dann liegt auch meine Chance bei Null. Wenn ich es wage, dann kann ich gewinnen oder verlieren. Wage ich es aber nichts, dann kann ich überhaupt nicht gewinnen und bin immer der Verlierer.” “That’s it!”, stimmte Magolves ihm zu. “Vor diesem Punkt stand ich auch mal!” “Vor welchem Punkt?”, wollte Makani wissen. “Geht es um deinen Beruf als Coach?” “Nein! Ich habe vor einigen Jahren meinen Traum realisiert und bin nun zusätzlich Coach, weil ich anderen helfen möchte, das gleiche zu tun!” “Und was war dein Traum?”

“Schon seit meiner Kindheit träumte ich davon, als Comedian aufzutreten. Ich entdeckte schon sehr früh meine Fähigkeit, die Stimmen anderer Tiere zu imitieren und hatte Spaß an Satire. Wie es in meiner Familie gang und gäbe war, übte ich zunächst einen Beruf im Sicherheitsbereich aus. Aber so sehr ich mich auch bemühte, ich konnte meinen Job nie so gut ausfüllen wie mein Vater. Er war in unserem heimatlichen Wald ein wahrer Held und hatte vielen Tieren das Leben gerettet. Ich erinnere mich noch gut an eine verheerende Feuersbrunst, die große Teile unseres Waldes komplett vernichtete. Als Kind musste ich damals miterleben, wie Bäume vollständig in Flammen aufgingen. Ich war total erschrocken, als ich aus der Ferne einen großen Knall hörte, als würde irgendetwas auseinander bersten. Mein Vater hatte einen siebten Sinn für entstehende Gefahrensituationen und schlug rechtzeitig Alarm. Alle Tiere konnten rechtzeitig entfleuchen und haben auf diese Weise überlebt. Ich hatte großen Respekt vor meinem Vater und seinen Leistungen, aber ich konnte in dieser Hinsicht nicht einmal annähernd mit ihm mithalten. Erst viel später erkannte ich meine wahren Begabungen und bin inzwischen damit äußerst erfolgreich. Ich liebe es, andere zum Lachen zu bringen und sie mit meiner Satire aus ihren gewohnten Denkschemen herauszuholen. Eines Tages waren bei einem meiner Auftritte einige Katzen unter den Zuschauern. Wer die Branche kennt, der weiss nur zu gut, dass Katzen äußerst anspruchsvolle Wesen sind und sie sofort abhauen würden, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Aber sie blieben bis zum Schluss und gaben mir sogar ‘Standing Ovations’. Da war mir klar: Ich hatte es geschafft!” Makani zeigte sich beeindruckt von Magolves Geschichte: “Deine Erlebnisse machen mir Mut, es auch anzupacken.” Makani setzte in der Folgezeit sein Vorhaben um und lebte seine Berufung.

Wie ein Adler im WindSoweit die Geschichte! Was mit Makanis Kollegen passiert ist, weiß ich nicht. Haben Eichhörnchen und Ente irgendwann den Dreh gekriegt, oder lebten sie auch weiterhin ihr langweiliges Leben? Wurde der Hase wieder gesund? Ist Qualle noch etwas anderes eingefallen, als bloß rumzuschleimen? Ich habe keine Ahnung! Denkt Euch doch einfach Eure eigene Geschichte aus und gestaltet sie so, wie Ihr möchtet. Aber vor allem: Gestaltet Eure eigene Geschichte - erkennt Eure Berufung und lebt Euren Traum!

Fotos:
“Heimische Vögel 16” © : Dieter Haugk / PIXELIO

“
Steinadler” © : Axel Heuting / PIXELIO
“QWie ein Adler im Wind ...
” © : Joujou / PIXELIO