Posts mit dem Label Halle/Westf. werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Halle/Westf. werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 1. Juli 2013

Ein bemerkenswertes Rhythm'n'Blues Festival


Rhythm'n'Blues FestivalDiesen Artikel zu schreiben, hatte für mich als Musikfreak einen besonderen Reiz. Die qualitativ hervorragenden Lautsprechersysteme, die Bowers & Wilkins entwickelt, produziert und vertreibt, sind allerdings nicht der einzige Grund dafür. Jedes Jahr findet im Gerry Weber Event & Convention Center, Halle (Westf.) das fast schon legendäre Rhythm’n'Blues Festival statt.

Das ostwestfälische Unternehmen B & W Germany Group GmbH, Halle (Westf.) ist eine Tochtergesellschaft der englischen B&W Group Ltd., einem weltweit anerkannten Hersteller und Vertrieb von Premium-Lautsprechersystemen und anderen Produkten der High-End-Unterhaltungselektronik. Die B&W Group Germany GmbH als deutsche Vertriebstocher versorgt vom Standort Halle/Westfalen aus ein selektives Distributionsnetz von ca. 200 ausgesuchten Fachhändlern in Deutschland und Österreich mit den vielfach preisgekrönten Produkten der Marken B&W Bowers & Wilkins, ROTEL und Classé Audio. Das Unternehmen Bowers & Wilkins ist in über 60 Ländern der Welt mit eigenen Vertriebsgesellschaften und freien Distributionspartnern erfolgreich vertreten. Die Marke B&W rangiert unter den Top 3 der internationalen Premium-Lautsprecherhersteller und kann sich im Premium-Segment auch in Deutschland als Marktführer bezeichnen. Mehr als 5 Mio. private Musikliebhaber besitzen Lautsprecher von B&W. Aber auch viele der weltweit renommiertesten Tonstudios, wie z.B. die Londoner Abbey Road Studios oder die Skywalker Sound Studios von George Lucas in West Marin Country, Kalifornien vertrauen bei Ihren Referenz-Lautsprechermonitoren auf die Top-Modelle von Bowers & Wilkins.

Mein Gesprächspartner anlässlich des Festivals 2008 war Oliver Settertobulte, Strategic Marketing Manager bei B & W. Ein interessantes Interview über ein großartiges Event, welches sein Unternehmen in Kooperation mit der Gerry Weber Management & Event OHG veranstaltet.

Udo Michaelis: “Wie lange gibt es schon das Rhythm’n'Blues Festival?”
Oliver SttertobulteOliver Settertobulte: “Das erste Festival fand 2003 statt. Die Idee bestand allerdings schon länger. Bereits unsere englische Muttergesellschaft war von 1987 bis 1990 aktiv am berühmten Montreux Jazz Festival beteiligt, zuletzt sogar mit einem eigenen Festival innerhalb des gesamten Events. Der damalige Firmenchef, Robert Trutz, hatte sich immer schon im Bereich der Live-Musik engagiert. Was lag also näher, als an diese traditionsreiche musikalische Vergangenheit anzuknüpfen und ein eigenes B&W-Festival auf die Beine zu stellen. Der Erfolg des B&W Rhythm’n’Blues Festivals bestätigt die Richtigkeit dieser Entscheidung. Denn schließlich ist unser B&W-Festival mittlerweile zu einem der größten Indoor-Blues-Festivals in ganz  Europa herangewachsen und bietet jedes Jahr erstklassiges, Musik-Entertainment auf internationalem Niveau.”

“Aus welcher Motivation heraus engagiert sich B & W so professionell im musikalischen Bereich?”
“Unsere Lautsprecher bieten ein Höchstmaß an Klangqualität, welche immer zuerst dem Klang des Originals verpflichtet ist. Mit unserem Festival möchten wir den Leuten deshalb auch vermitteln, wie echte, ‘handgemachte’ Musik klingt, um aufzuzeigen, wie nah wir unserem Ziel der absolut authentischen Klangreproduktion bereits gekommen sind. Außerdem bietet uns ein solches Festival die Möglichkeit, unserer Passion und unserer Liebe zur Musik auf eine Art und Weise Ausdruck zu verleihen, die weit über unser tägliches Geschäft hinausgeht.”

“Wieso gerade Rhythm’n'Blues?”
Sydney Ellis & Her Yes Mama Band“Erst einmal ist es uns wichtig, authentische, sprich handgemachte Musik zu präsentieren und keine Sounds, die völlig verfremdet aus dem Computer kommen. Für uns bei B&W sollte Musik eine Seele haben und echte Emotionen zum Ausdruck bringen - auch wenn man damit nicht immer unbedingt der Breitenpopularität Rechnung trägt.
Deshalb präsentieren wir lieber Künstler, die mittels Musik Ihre Gefühle und ihre Energie authentisch rüber bringen – einfach Künstler, die Musik auch leben. Wir finden, dass gerade der Blues diese Aspekte hervorragend repräsentiert. Außerdem ist es gerade der Blues, der so unendlich viele andere Musikstile inspiriert und hervorgebracht hat. So gibt es kaum einen Rockmusiker, der seine musikalischen Wurzeln nicht im Blues begründet sieht. Deshalb hört man auf unserem Festival ja auch nicht nur den klassischen Blues, sondern lernt immer wieder die unterschiedlichsten Facetten dieser musikalischen Stilrichtung kennen.

“Wie erklärt sich die ständig wachsende Popularität des Rhythm’n'Blues Festivals?”
Dr. Mablues & The Detail Horns“Mit dem Gerry Weber Event & Convention Center steht uns eine hervorragende Festival-Location zur Verfügung, die in ihrer Art und Ausstattung schon etwas Besonderes ist. Jedes Jahr sind die auftretenden Musiker begeistert von dem tollen Ambiente, dem Sound und der lockeren, familiären Atmosphäre. Und wie man sieht, kommen Sie gerne wieder. Die Live-Acts für das erste Festival mussten wir noch aktiv suchen. Doch inzwischen bekommen wir jährlich 70 bis 100 Blindbewerbungen von Künstlern aus dem In- und Ausland. Es fällt uns daher nicht schwer, jedes Jahr musikalische Top-Qualität zu liefern. Und selbst absolute Größen des Musikbusiness, wie Udo Lindenberg oder Peter Maffay, wurden schon als Gäste gesichtet, was sicherlich auch zur stark wachsenden Popularität unseres Festivals beigetragen hat.
Durch sie ist z.B. auch schon der ein oder andere interessante Kontakt zu erstklassigen Musikern entstanden, die wir dann auch live auf der Bühne begrüßen konnten oder werden. Jüngstes Beispiel hierfür ist z.B. Carl Carlton, einer der diesjährigen Top-Acts. Carl Carlton ist Gittarist, sowohl in der Band von Peter Maffay, als auch in Udo Lindenbergs Panikorchester und wird in diesem Jahr mit seinem Soloprojekt Carl Carlton and The Songdocks die Bühne im Event-Center entern.
Ich muss zugeben, dass wir ein wenig stolz darauf sind, dass wir mit Carl in diesem Jahr eine Weltpremiere präsentieren können. Er wird nämlich auf unserem Festival bereits einige Stücke aus seinem neuen Album spielen, dass eigentlich erst am 31.10. veröffentlicht wird. Diese Songs waren also bisher noch nicht in der Öffentlichkeit zu hören und bei uns gibt es sie zum ersten Mal live.”

“Treten neben den Top-Acts treten auch eher unbekannte Künstler auf?”
Richie Arndt & The Bluenatics“Ja und Nein! Denn völlig unbekannt - zumindest in der Blues-Szene - war noch keiner unserer Künstler. Dennoch hat unser Festival den ein oder anderen Nachwuchskünstler noch mal richtig nach vorne gebracht. Ein schönes Beispiel hierfür ist Ana Popovic. Im Jahr 2004 hatte Ana unseren Gast Udo Lindenberg derart begeistert, dass er sie spontan für einige Gigs seiner Live-Tour engagierte. Und vorletztes Jahr gab es dann ja auch einen überraschenden gemeinsamen Auftritt von Udo und Ana auf unserem Festival. Sie sehen, es profitieren also nicht nur die Zuschauer von unserer Veranstaltung, sondern auch die Musiker. Es freut uns natürlich sehr, wenn unser Engagement solch positive Ergebnisse hat. Auch in diesem Jahr werden wir wieder ein echtes Ausnahmetalent auf der Bühne haben. Henrik Freischlader, ein von den Kritikern hoch gelobtes Talent an der Gitarre wird bei Richie Arndt & The Bluenatics mitspielen. Und wer weiß, vielleicht erleben wir ihn dann ja bald auch einmal mit seiner eigenen Band auf einem der nächsten B&W Rhythm’n’Blues Festivals hier in Halle/Westfalen. B&W – Listen and you’ll see”

Mittwoch, 26. Juni 2013

Chancen erkennen, die das Leben uns bietet

Mein Telefon klingelte. Am Apparat war Herr Güttgemanns. Er wolle in der Alten Lederfabrik einiges umbauen und hätte diverse Auflagen, den Brandschutz betreffend und bat mich, ihm zu helfen. Das war im Jahr 2002. Einige Monate später erfuhr ich von einer kulturellen Veranstaltung in der Alten Lederfabrik. Ich ging hin - und war überrascht. Nachdem ich einige Galerien passiert hatte, blieb ich erst einmal im Obergeschoss “hängen”. Dort spielte eine gute Band. Dieser jazzige Groove gefiel mir ungemein. Danach schlenderte ich durch verschiedene Ateliers, nahm einen Snack zu mir und trank ein schönes Glas Rotwein. Ich bin vielleicht nicht der absolute Kunstfreak, aber die Atmosphäre gefiel mir. Alles war irgendwie “sympathisch urig”. In den vergangenen Jahren habe ich noch einige weitere Events in der Alten Lederfabrik besucht. Jetzt wollte ich mehr über die Hintergründe erfahren und traf mich vor kurzem mit dem Eigentümer, Herrn Jens M. Güttgemanns. 

Udo Michaelis: “Herr Güttgemanns, könnten sie ein wenig über die Historie der Alten Lederfabrik erzählen?”
Jens M. Güttgemanns: “Mein Großvater gründete die Lederfabrik 1912. Im Jahre 1914 erwarb er das Grundstück Alleestr. 64-66, welches bis zum Ende der Zwanziger Jahre bebaut wurde. Mein Onkel Egon führte die Firma von 1926 bis 1979. Ich löste ihn zu einem Zeitpunkt ab, wo das Geschäft alles andere als einfach war. Nach dem Großbrand 1978 musste der Betrieb wieder völlig neu aufgebaut werden. Trotzdem gelang es zunächst, in unserer Marktnische einen bedeutenden Marktanteil zu erzielen. Unsere Produktpalette umfasste Treibriemen, Rundbänder, Mappenleder, Schultaschen, sowie Hundehalsbänder und -leinen. Ein Großabnehmer war das Militär, das wir mit Koppelzeug belieferten. Unser Betrieb geriet ins Schlingern, als nach der ‘Wende’ von 1989 traditionelle Märkte weg brachen und bislang an uns vergebene Aufträge an subventionierte Lederfabriken in der ehemaligen DDR gingen. Nur die Sparte der Hundesportartikel hielt den Betrieb noch aufrecht, bis er 1993 ganz eingestellt werden musste.”

“Wie entstand die Idee, Ateliers und Galerien für Künstler einzurichten?”
Atelier von Christoph Kasper“Die Idee kam nicht spontan. Es traten Ereignisse ein, die ich als ‘Fügungen’ bezeichnen möchte. 1993 lernte ich den Diplom-Designer Matthias Poltrock kennen, der Räumlichkeiten für seine künstlerische Arbeit suchte. Später erfuhr ich, dass die Goldschmiedemeisterin Katrin Sielmann eine Schmuck-Werkstatt einrichten wollte. So vermietete ich ihnen die erforderlichen Räume, die ich extra nach ihren Vorstellungen erstellte. 2001 wurde ein Event organisiert, wo die beiden ihre Arbeiten einem größeren Publikum vorstellen konnten. Diese Veranstaltung war ein voller Erfolg. Mit einem derartigen Andrang kulturinteressierter Leute haben wir nicht gerechnet. Es war der Beginn eines Künstlertreffpunktes.”

“Von damals zwei bis heute über 30 Künstler ist eine beachtliche Entwicklung. Haben Sie nach dem Erfolg der Veranstaltung die Werbetrommel gerührt, um weitere Künstler in die Alte Lederfabrik zu holen?”
Galerie von Jörg Spätig“Das war gar nicht nötig. Die Vermietung weiterer Ateliers war danach ein Selbstläufer. Immer mehr Künstler fanden den Weg zu uns. Eine Parzelle nach der anderen wurde eingerichtet. Ein Kunstverein wurde gegründet. Es fanden regelmäßig Veranstaltungen statt, die vom Publikum sehr gut angenommen wurden. Eine sehr gute Resonanz brachte beispielsweise die “Designernacht’, bei der auch auswärtige Künstler ihre Darbietungen zum Besten brachten. Die Besucher kommen sogar aus Bremen, Hannover und dem Ruhrgebiet.”

“Leben in Halle überhaupt so viele Künstler, die sich Räume in der Alten Lederfabrik anmieten können?”
“Nicht alle kommen aus Halle. Wir haben Künstler aus Bielefeld, Dissen und fast dem gesamten Kreis Gütersloh. Neben unseren Ateliers und Galerien gibt es zwei Fotostudios, ein Tonstudio und eine Initiative, die Musikunterricht anbietet. Manche Künstler leben ausschließlich von ihrer Arbeit, einige sind semiprofessionell tätig, wieder andere betreiben es als Hobby.”

“Seit kurzem gibt es auch eine städtische Galerie.”
Städtische Galerie“Genau, sie wurde am 1. Juni 2008 eröffnet. Die Stadt Halle hat schon seit längerer Zeit ein wohlwollendes Interesse an unseren kulturellen Veranstaltungen gezeigt. Die Räume für Kunst und Kultur waren früher in unserer Gegend knapp bemessen. Es ist aber der Wunsch der Stadt, hiesige Künstler zu unterstützen. Jetzt hat man durch die städtische Galerie in der Alten Lederfabrik ein sichtbares Zeichen dafür gesetzt. Bei der Eröffnung sagte unsere Bürgermeisterin, Frau Anne Rodenbrock-Wesselmann: ‘So eine Szene könnte man in Berlin vermuten - wir haben sie.’ Dadurch erleben wir eine win/win Situation: Gut für die Künstler und gut für das Ansehen unserer Stadt.”

Garten der Alten Lederfabrik (Gestaltung Christoph Kasper) “Gibt es etwas Besonderes in naher Zukunft?”
(Anmerkung: Da ich die Interviews dieser Reihe bereits im Jahr 2008 geführt habe, liegt die genannte Aktion inzwischen natürlich in der Vergangenheit.)

“Vom 28. September bis 31. Oktober 2008 findet bei uns die Aktion ‘KunstOrt Garten’ statt. Knapp 20 Künstler zeigen hier ihre Exponate. Beworben haben sich über 80 Künstler. Daher hat eine Jury aus Künstlern und Galeristen ihre Auswahl unter den Bewerbern getroffen.”

“Wenn Sie rückblickend die Ereignisse betrachten, was ist Ihre wichtigste Erkenntnis?”
Atelier von Sabine Ehlers“Ich erwähnte bereits, dass die Errichtung der Ateliers anfangs von mir keineswegs bewusst gesteuert wurde. Es hat sich durch eintretende Ereignisse gefügt. Nachdem mit der Lederfabrik Schluss war, hätte ich mir nicht vorstellen können, eine Gerberei zu vermieten. Sicherlich wäre es auch äußerst unwahrscheinlich gewesen, einen Mieter für das gesamte Objekt zu finden. Die Lösungen liegen eben oft in nicht in den Bereichen, die wir vordergründig wahrnehmen. Das Leben bietet uns die Chancen. Unsere Aufgabe ist es, diese zu erkennen und zu verwirklichen.”

Dienstag, 25. Juni 2013

Behandle andere Menschen so, wie Du von ihnen behandelt werden möchtest

Kulturbistro SerdarSerdar selbst war 25 Jahre lang professioneller Musiker als Schlagzeuger und Sänger. Jetzt betreibt er die Musik nur noch als Hobby. Er unterstützt mehrere musikalische Projekte mit deutschen, türkischen, kurdischen, arabischen und spanischen Musikern. Was die Stilrichtung betrifft ist er ein Allrounder: Rock-Covers der 70er und 80er, Ethno-Rock, Latin, Jazz und traditionelle türkische Musik. Er tritt immer noch gern live auf, sofern es sich zeitlich mit seinen zwei Berufen vereinbaren lässt. Neben dem Betreiben seiner Gaststätte ist er Immobilienmakler.

Schon bevor ich von Serdars musikalischen Aktivitäten erfuhr, war ich Stammgast in seinem Bistro. Außergewöhnlich ist hier, dass es keine Speisekarte gibt. Die täglich wechselnden mediterranen Gerichte kann man sich in einer Vitrine ansehen. Nachdem man die Speisen erklärt bekommen hat, bestellt man Hauptspeise und Beilagen in der gewünschten Kombination.

Sehr beliebt sind Serdars Lammgerichte. Mein persönlicher Favorit ist allerdings die Fischpfanne. Alle Hauptgerichte sind Serdars ureigenste Kreationen. Wenn man ihn gut kennt, kann man ihm vielleicht das ein oder andere Rezept abschwatzen. Allerdings gelingt das nicht immer, denn Serdar gibt manche Geheimnisse aus geschäftlichen Gründen nicht preis - na ja, ist ja auch verständlich.

Udo Michaelis: “Serdar, erzähl doch mal etwas über Dich.”
Serdar Akarsu: “Vor 53 Jahren wurde ich im Südosten der Türkei geboren und kam 1971 nach Deutschland. Seit drei Jahren bin ich geschieden und alleinerziehender Vater. Mein Sohn Sebastian wird in den nächsten Tagen 15 Jahre alt.”

Serdar Akarsu bei Zubereiten eines Lammspießes“Sebastian ist nicht unbedingt ein typisch türkischer Name. Wie ist es dazu gekommen?“
“Mein Sohn ist in Deutschland geboren. Wir haben Deutschland immer als unsere Heimat angesehen. Integration hat für uns einen hohen Stellenwert. So war es nahe liegend, unserem Kind einen in Deutschland gebräuchlichen Namen zu geben. Allerdings finde ich es auch wichtig, die eigene Herkunft nicht zu verleugnen. Meine Ex-Frau ist eine aus Mazedonien stammende russisch orthodoxe Christin. Ich selbst stamme aus einer islamischen Familie. Sebastian fühlt sich in erster Linie als Deutscher und hat überwiegend deutsche Freunde. Wir haben ihm allerdings auch viel von unserer Kultur und Lebensweise vermittelt und dadurch Impulse gegeben, seinen eigenen Horizont zu erweitern. Er verfügt aber über die Freiheit, ob und wie er diese Elemente in sein eigenes Leben einfließen lässt. Es ist doch interessant, dass nicht nur eine Gesellschaft, sondern sogar ein einzelner Mensch multikulturell sein kann.”

“Wie beurteilen Deine türkischen Landsleute diese Art der integrativen Lebensweise?”
“Meistens wohlwollend, aber nicht immer. Bei Muslimen, wie bei Christen gibt es unterschiedliche Weisen, den Glauben zu praktizieren. Für mich ist es völlig o. K., wenn Gläubige ihre Religion engagiert leben und ihr einen hohen persönlichen Stellenwert geben. Wenn es aber zu Engstirnigkeit und Ablehnung aller Andersdenkenden führt, finde ich das bedenklich. Ich meine, dass wir trotz aller religiösen und kulturellen Unterschiede bereit sein sollten, andere zu akzeptieren, voneinander zu lernen und Vorurteile abzubauen. Ich freue mich, dass ich durch mein Bistro etwas zu diesem Prozess der Entspannung beitragen kann.”

“Inwiefern?”
“Der überwiegende Teil meine Gäste besteht zwar aus Deutschen, es kommen aber auch Menschen anderer ethnischer Gruppen. Wir erleben es, wie islamische Türken mit Kurden, Aramäern und Jesiden an einen Tisch sitzen und sich verstehen. Man hört zwar immer wieder davon, dass diese Bevölkerungsgruppen Stress miteinander haben, doch bei uns klappt der Dialog. Um das zu erreichen habe ich ein simples Bindemittel eingesetzt.”

“Und wie heißt das Zaubermittel?”
“Serdars rote Linsensuppe - auf die fahren fast alle ab (mit einem Augenzwinkern).”

Serdar Akarsu und Aneta Novak-Brinkmann“Wieso bezeichnest Du Deine Gaststätte als Kulturbistro?”
“Weil es neben dem Hauptaspekt, Essen und Trinken, eine kulturelle Begegnungsstätte ist. Trotz unserer kleinen Räumlichkeiten finden hier Konzerte und Jam-Sessions statt. Es gab auch schon Bilderausstellungen und eine Lesung, deren Thema ich eigentlich als geschäftsschädigend bezeichnen müsste: ‘Essen, ohne zu kochen.’ Andererseits kommen Rohkost-Fans bei uns auch auf ihre Kosten. Wir haben immer eine ganz nette Auswahl frischer Salate.”

“Hast Du irgendwelche Zukunftspläne?”
“Ich möchte eine neue Dienstleistung weiter ausbauen. Durch die Kombination von Catering und unseren kulturellen Möglichkeiten können wir Partyveranstaltungen der besonderen Art anbieten. Es ist möglich ein Programm mit einem DJ, einer internationalen Rockband, einer türkischen Band, einer Ethno-Band oder Bauchtänzerinnen anzubieten.”

“Zum Schluss interessiert mich noch, ob Du ein bestimmtes Erfolgsrezept hast.”
“Behandle andere Menschen so, wie Du von ihnen behandelt werden möchtest. Sei einfühlsam und höre zu, was sie interessiert. Schaffe eine Atmosphäre, in der sie sich wohl fühlen. So werden aus Besuchern Stammgäste. Das Besondere an unseren Stammgästen ist, dass sie auch untereinander einen intensiven Kontakt entwickeln. Wir haben hier schon erlebt, wie Ehen entstanden sind und sich neue Bands gegründet haben. Mancher kam, um seinen Trennungsschmerz herunter zu spülen und fand einen verständnisvollen Zuhörer. Auf Dauer kann ein Geschäft nur dann erfolgreich sein, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht.”

Anmerkung 2011: Leider ist Serdar’s Bistro inzwischen geschlossen. Serdar erklärte mir, er wolle ein wenig “kürzer treten” und müsse jetzt einfach mal an seine Gesundheit denken. Nun beschränkt er sich auf Catering-Service und seine Tätigkeit als Immobilienmakler. Das ist aus seiner Sicht natürlich verständlich, für seine Stammgäste allerdings bedauerlich. Aber wer weiß, vielleicht wird er ja eines Tages noch einmal etwas ähnliches aufziehen.
Möglicherweise lässt sich ja auch einer der Leser von dem Konzept inspirieren und eröffnet ein Kulturbistro. Es gibt zwar reichlich Gaststätten in Deutschland, aber diese Art ist sicherlich eine gute Marktnische. Wichtig dabei ist, “mit Herz” an die Sache ran zugehen, wie Serdar es tat.

Anmerkung 2012: Serdar hat in Steinhagen (Westf.) wieder ein neues Kultur-Bistro eröffnet.

Mittwoch, 19. Juni 2013

Religiöser Muff oder gelebter Glauben, der vom Hocker reißt

Vor einiger Zeit hörte ich vom "Anderen Gottesdienst" der ev. Kirchengemeide Halle (Westf.). Ausgangspunkt zur dessen Entstehung war eine Frage, die Pastor Bernd Eimterbäumer verschieden Leuten gestellt hat: "Was muss ich tun, damit ihr in den Gottesdienst und in die Kirche kommt". Bei den Antworten kamen Dinge wie "nicht Sonntags um 10 Uhr wenn ich auspennen will", "der Pastor soll nicht so viel Abgehobenes erzählen, was nichts mit unserem Alltag zu tun hat", "mehr Pepp und nicht so trocken" und "andere Musik”. Bernd Eimterbäumer hat schnell erkannt, dass die Aussagen dieser Leute kein Spott, sondern handfeste Verbesserungsvorschläge waren. Die Ideen, die sie brachten, waren weder verrückt oder abgehoben und erst recht nicht unerfüllbar. Er hat sie ernst genommen. Die Folge war eine Form des Gottesdienstes, die den Wünschen vieler Menschen tatsächlich entspricht.
Drummer und Gitarristen der Footprints (Anderer Gottesdienst 13,01,08)An einem Sonntag um 18.00 Uhr besuchte ich diesen Gottesdienst. Noch an der Türschwelle hatte ich mein erstes positives Erlebnis. Ich wurde herzlich begrüßt - nein, nicht mit einem aufgesetzten Grinsen, sondern wirklich herzlich. Nach shakehands, ein paar netten Worten und den Empfang von Gummibärchen versuchte ich vergeblich einen Sitzplatz zu finden. “Ich bin 15 Minuten früher da und muss jetzt stehen? Ist das immer so voll hier?” Es wurden noch ein paar Stühle organisiert und so konnte ich doch noch Platz nehmen.

Es ging los. Die Band spielte: 3 Sängerinnen, E-Gitarren, Drums, Keyboard etc. Die Menschen in der Kirche sangen mit - der Text wurde per Beamer an die Leinwand geworfen. Zwei Moderatorinnen führten durch den Abend. Ein Theaterstück wurde aufgeführt. Dann gab es eine Predigt - kein Pastor im schwarzen Talar, sondern ein junger Mann in gewöhnlicher Kleidung. Der Vortrag war kurz und interessant.

Theaterszene (hier eine Szene vom 13.01.08 mit Christoph Pahmeyer)Die Moderatorinnen führten dann ein Interview. Ich meine, es wäre mit einem Haller Geschäftsmann gewesen, aber so genau kann ich mich nicht mehr erinnern.

Zum Schluss spielte noch einmal die Band. Nach dem Gottesdienst gingen Einige ins “Cafe’ Gegenüber” zum gemütlichen Beisammensein und Quatschen. Andere trafen sich in der “Grotte”. Dort befanden sich meist Jugendliche. Die Musik, die hier lief, war ziemlich laut. Es gab einen Kicker und einen Billardtisch.

Front des Jugendhauses, in dem sich die Grotte befindetDer Gottesdienst hat mir gefallen und von da an habe ich ihn bis zu meinem Umzug ins Siegerland regelmäßig besucht. Man begegnet dort Menschen, die ihren Glauben sehr engagiert leben, anstatt auf einer theoretischen Ebene nur davon zu faseln. Auf der anderen Seite sind sie unverkrampft und haben sie eine Menge Spaß. Eine gute Mischung, wie ich finde. Den Altersdurchschnitt riss ich als Mensch um die 50 Jahren allerdings nach oben, weil über die Hälfte der Besucher unter 25 sind.

Beim folgenden Interview hatte ich diesmal vier Gesprächspartner:
-Bernd Eimterbäumer (42, Pastor)
-Katharina (Kaddie) Hallen (16, Sängerin der Band Footprints)
-Kim Kupczyk (16, ebenfalls Sängerin bei den Footprints)
-Björn Hamann (18, Moderator und Theater-Darsteller)

Udo Michaelis: “Was motiviert Euch, ehrenamtlich Aufgaben in der Gemeinde wahrzunehmen?”
Björn Hamann: “Neben meinen Aufgaben im Anderen Gottesdienst engagiere ich mich in der kirchlichen Jugendarbeit. Auf den Norwegen-Freizeiten gehöre ich zu den Betreuern, die unsere Konfirmanden begleiten. Wenn man die Konfis dort abholt, wo sie stehen, ist es gar nicht so schwer, eine enge Beziehung zu ihnen aufzubauen. Die Kids mögen kein Gelaber, sondern wollen als Persönlichkeiten ernst genommen werden. Interessant ist, dass viele von ihnen das Ziel haben, selbst Mitarbeiter in der Gemeinde zu werden. Sie möchten beispielsweise Betreuer für die nächste Konfi-Generation auf einer Norwegen-Freizeit werden. Solche Ergebnisse geben mir das Gefühl, am richtigen Platz zu sein und motivieren mich, weiter zu machen.”

Kaddie Hallen: “Eine Frau aus unserem Ort hat sich aufgrund von negativen Erfahrungen mit der Kirche bewusst von ihr distanziert. Sie sah auch keinen Sinn mehr darin, ihren Sohn zum Konfi-Unterricht zu schicken. Dann wurde sie durch einen von uns zum Anderen Gottesdienst eingeladen. Sie ging auch hin und war sehr beeindruckt. Ihre veränderte Einstellung führte dazu, dass ihr Sohn dann doch den Unterricht besuchte. Der Junge bekam ebenfalls eine positive Einstellung zum Glauben und zur Kirche. Solche Erlebnisse finde ich sehr motivierend. Mich freut es, wenn sich Menschen, die mit Kirche nichts am Hut haben, sich auf eine Erfahrung mit Jesus Christus einlassen.”

Kim Kupczyk: “Manchmal kommen Leute nach dem Anderen Gottesdienst zu uns und sagen, dass unsere Musik ihnen gut getan hat. Mich hat überrascht, dass es sogar ältere Menschen gibt, denen die ‘Power’ unserer Songs gut gefallen. Solch ein Feedback macht natürlich Spaß.”

“Welche Besetzung hat Eure Band?”
Kim Kupczyk: “Wir haben zwei E-Gitarristen, einen Keyboarder, der bei einigen Stücken alternativ Akustik-Gitarre spielt, eine Bassistin, einen Drummer und drei Sängerinnen. Das Alter der Bandmitglieder liegt zwischen 16 und 19 Jahren.”

“Bernd, worin liegt die Motivation für Deine Gemeindearbeit?”
Bernd EimterbäumerBernd Eimterbäumer: “Bevor wir den Anderen Gottesdienst ins Leben riefen, besuchte ich eine Konferenz der Willow Creek Community Church in der Nähe von Chicago. Dort habe ich die entscheidenden Impulse bekommen, um neue Wege in der Gemeindearbeit zu gehen. Der Referent stellte uns aufrüttelnde Fragen: ‘Was ist euer Traum? Wie sieht eure Vision aus?’ Ich setze mich also hin und schrieb meinen Traum, meine Vision auf. Der Inhalt lautet zusammengefasst etwa so: ‘Ich will kirchenfernen Menschen die Möglichkeit zu geben, Gott und Kirche kennen zu lernen und einen Platz in der Gemeinde zu finden. Es sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass diese Menschen sich einbringen können, um die Welt zum Positiven verändern zu können.’ Gemeinde verstehe ich in dem Kontext als lebendigen Organismus, der aus verschiedenen Gliedern besteht. Diese Glieder haben unterschiedliche Aufgaben. Du erkennst Deine Berufung am besten, wenn Du darauf achtest, wo Dein Herz schlägt. Es geht also nicht in erster Linie darum Mitarbeiter zu finden, damit Aufgaben erledigt werden. Wenn Du an der Stelle mitarbeitest, wo Dein Herz schlägt, entwickelst Du Dich in Richtung Deiner persönlichen Berufung. Wer diese Berufung lebt, erfährt Erfüllung. Um diesbezüglich Hilfestellungen zu geben, bieten wir in verschiedenen Kleingruppen einen Gaben-Test an. Die Auswertung dieses Tests und die anschließende Beratung hilft dem neuen Mitarbeiter eine Aufgabe zu finden, in der er glücklich ist und andere glücklich machen kann. Letzten Endes profitiert die Gemeinde wiederum davon, weil sie aus einer Vielzahl von hoch motivierten Gemeindegliedern besteht. Das Konzept, in dem der Kirchenbetrieb ausschließlich durch Pastor, Kantor und Küster veranstaltet wird, verhindert meiner Meinung nach ein lebendiges Gemeindewachstum.”

Kaddie Hallen: “Mir gefällt in diesem Zusammenhang, dass beim Anderen Gottesdienst nicht nur Pastoren, sondern auch Ehrenamtliche predigen.”
Der Jesus-Anhänger von Bernd Eimterbäumer 
“Es geht also nicht darum, Schäfchen zu sammeln, indem der Pastor die missionarische Keule schwingt?”
Bernd Eimterbäumer: “Eher im Gegenteil! Wir wollen Räume schaffen und Angebote installieren, die attraktiv sind. Es geht nicht darum, Leute in eine bestimmte Richtung zu pushen, sondern ein Christsein zu leben, welches begeistert  und vom Hocker reißt.”

“Einige christliche Missionare kamen einmal zu Mahatma Gandhi und haben ihn gefragt, was sie tun müssten, damit die Hindus ihre Botschaft annehmen würden. Gandhis Antwort war überraschend: ‘Denken Sie an das Geheimnis der Rose. Alle mögen sie, weil sie duftet. Also duften Sie, meine Herren.’ Die effektivste Mission ist demnach, wenn mein Christsein attraktiv ist.”
Bernd Eimterbäumer: “Ein sehr schönes Bild. Ja, das sehe ich genauso. ‘In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst.’ Diese Aussage des Kirchenvaters Augustinus geht in die gleiche Richtung.”

“Werden Eure Aktionen immer positiv bewertet?”
JugendbulliBernd Eimterbäumer: “Natürlich gibt es hin und wieder Leute, die was zu meckern haben. Vor kurzen rief mich ein Professor an, der sich für die Erhaltung der deutschen Sprache engagierte. Er regte sich darüber auf, dass wir Anglizismen wie “Holy Night” verwendeten. Auch viele Lieder der “Footprints” sind englisch und auf einem unserer Transparente steht: ‘Whenever you pray, god starts working”. Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich den Gebrauch unterschiedlicher Sprachstile in den verschiedenen Veranstaltungen nicht nur für legitim, sondern sogar für sinnvoll halte. Warum soll ich nicht in der Sprache derer kommunizieren, die ich erreichen möchte. Das Gleiche machen Radiosender oder wird in der Werbung als Selbstverständlichkeit praktiziert. Niemand würde dort auf die Idee kommen, einem Jugendlichen mit Stilmitteln zu begegnen, die eher seine Großeltern ansprechen würden. Dieser Professor hatte dafür leider kein Verständnis.”

“Fällt Dir eine Situation ein, in der sich ein Kirchendistanzierter durch die Hinwendung zum Glauben positiv verändert hat.”
FootprintsBernd Eimterbäumer: “Da gibt es mehrere Beispiele. Eines hat Ähnlichkeiten mit dem, was Kaddie erzählt hat. Der Vater eines Konfirmanden war total enttäuscht von allem, was irgendwie mit Gott und Glauben zu tun hatte. Er hatte mit der Kirche total abgeschlossen und war regelrecht kirchenfeindlich eingestellt. Der Sohn, der ab und zu den Anderen Gottesdienst besuchte, konnte seinen Vater interessanterweise dazu bewegen, einmal mit zu kommen. Es war der Beginn einer erstaunlichen Veränderung. Nach einiger Zeit besuchten Vater und Sohn regelmäßig den Gottesdienst. Der Vater nahm an einem “Alpha-Kurs” teil. Es handelt sich um einen Glaubensgrundkurs, in dem wir christliche Inhalte vermitteln. Außerdem  ermutigen wir die Teilnehmer dazu, auf eine persönliche und individuelle Weise Gott zu erfahren. Daraus entsteht oft ein begeistertes und engagiertes Leben als Christ. Dieser Kurs hat das Leben dieses Mannes auf den Kopf gestellt. Bei ihm zu Hause treffen sich inzwischen regelmäßig Menschen in einem christlichen Hauskreis. Darüber hinaus setzt er sich mit viel  Engagement für ein Hilfsprojekt in Rumänien ein. Schon öfters hat er Lieferungen nach Rumänien gebracht und nimmt sich tage- und wochenlang Zeit, um vor Ort Bauprojekte praktisch zu unterstützen. Manchmal kann ich nur staunen, wie die Liebe Gottes das Herz eines Menschen so heilen und erneuern kann.”

“Geht das Interesse am Christsein in der Bevölkerung Deiner Meinung nach zurück, oder steigt es eher?”
Bernd Eimterbäumer: “Aufgrund zunehmender Kirchenaustritte könnte man schlussfolgern, dass die Menschen am Glauben immer weniger interessiert sind. Ich sehe das allerdings etwas anders. Meiner Meinung nach gelingt es den Kirchen nicht mehr, dem spirituellen Bedürfnis der Menschen etwas Adäquates entgegen zu stellen. Ein Indiz für vorhandene Spiritualität ist wachsendes Interesse an esoterischen Richtungen oder östlichen Religionen. Vielen Christen sind sich einfach nicht bewusst, dass wir etwas Spektakuläres zu bieten haben. Wenn wir die Angelegenheit anders wahrnehmen würden, hätten wir auch eine andere Ausstrahlung. Dann würden wir wiederum erleben, wie sich Menschen dem Glauben zuwenden. In meinem Umfeld erlebe ich jedenfalls, dass heute mehr Interesse am christlichen Glauben vorhanden ist, als es früher der Fall war. Ich glaube, dass uns spannende Dinge bevorstehen.”